Mainova

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Mainova AG
Logo der Mainova AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006553464
Gründung 1. Januar 1998
Sitz Frankfurt am Main, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 2.686 (2015)[1]
Umsatz 1,94 Mrd. € (2015, Konzern)[1]
Branche Energieversorgung
Website www.mainova.de
Mainova-Zentrale
Historisches Logo

Die Mainova AG ist einer der größten regionalen Energieversorger in Deutschland und beliefert rund eine Million Menschen in Hessen und den angrenzenden Bundesländern mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser. Hinzu kommen zahlreiche Firmenkunden im gesamten Bundesgebiet. Seit Oktober 2008 bietet das Frankfurter Unternehmen Privatkunden Strom und Erdgas unter dem Markennamen „Mainova Strom Direkt“ und „Mainova Erdgas Direkt“ sowie den Ökostrom „Novanatur“ an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mainova AG ging 1998 aus dem Zusammenschluss der Stadtwerke Frankfurt am Main und der Maingas AG hervor. Der Energie- und Wasserversorger beschäftigt 2.765 Mitarbeiter (Stichtag 31. Dezember 2014) und erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 2,04 Milliarden Euro. Größte Anteilseigner der Mainova AG sind die Stadt Frankfurt am Main (über die „Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH“) mit 75,2 % und die Beteiligungsgesellschaft Thüga AG mit 24,5 %. Die übrigen Anteile (0,3 %) befinden sich im Streubesitz. Vorstände sind Constantin H. Alsheimer (Vorsitzender des Vorstands), Norbert Breidenbach und Lothar Herbst. Aufsichtsratsvorsitzender der Mainova AG ist Frankfurts Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU).

Die Mainova AG erzeugt ihren Strom in zahlreichen Windparks und Photovoltaikanlagen sowie in Kraftwerken, die in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeiten. Vier Mainova-Heizkraftwerke (HKW) und ein Verbundnetz sorgen dafür, dass Frankfurt mit Elektrizität versorgt wird. Die Heizkraftwerke West, Niederrad, Allerheiligenstraße und Messe erzeugen neben Strom durch KWK auch Fernwärme. Am Müllheizkraftwerk Nordweststadt hat die Mainova AG kein Mehrheitseigentum, nimmt aber die dort erzeugte Fernwärme und Elektrizität ausschließlich ab. Das Biomassekraftwerk Fechenheim erzeugt Wärme und Elektrizität aus der thermischen Verwertung von in erster Linie Grünschnitt und Altholz. Die Grundlage der Frankfurter Stromversorgung bildet die Kohleverfeuerung in den Blöcken 2 und 3 des HKW West, des größten Kraftwerks der Stadt.

Zu den wichtigsten Beteiligungen beziehungsweise Tochterunternehmen der Mainova AG zählen die NRM-Netzdienste Rhein-Main-GmbH, die MSD-Mainova-ServiceDienste-GmbH und die SRM-StraßenBeleuchtung Rhein-Main-GmbH. Die rund 800 Mitarbeiter der NRM (Anteil Mainova: 100 %) betreuen, warten und verwalten die insgesamt rund 14.000 km langen Netze für Strom, Erdgas, Wasser und Wärme. Die MSD (Anteil Mainova: 100 %) ist für Messwesen, Abrechnung und Kundenbetreuung zuständig. Die SRM kümmert sich um die rund 70.000 Straßenleuchten in Frankfurt.

Ende 2009 übernahm die Mainova zusammen mit den Stadtwerken Hannover und N-ERGIE jeweils knapp 21 % der Thüga-Anteile. Die übrigen rund 37 % der Stadtwerke-Holding Thüga erwarb die Stadtwerkegruppe KOM9, in der sich mehr als 45 kommunale Versorger aus ganz Deutschland - von Aue bis Wiesbaden - zusammengeschlossen haben. Die Thüga-Beteiligungen an der GASAG Berliner Gaswerke AG (37 %), an der HEAG Südhessische Energie AG (40 %), an den Stadtwerken Duisburg (20 %) sowie an den Stadtwerken Karlsruhe (10 %) waren nicht Bestandteil des Kaufs. Für die so verkleinerte Thüga wurde ein Bar-Kaufpreis von rund 2,9 Mrd. Euro vereinbart. Die Mainova AG ist mit 33 % am Carsharing-Anbieter book-n-drive beteiligt.

Anfang 2016 begann Mainova die beiden Fernwärmenetze nördlich und südlich des Mains mit einer unter dem Fluss durchgeführten Tunnelröhre zu verbinden. Dadurch soll ein umweltschonenderer und günstigerer Betrieb der jeweiligen Heizkraftwerke möglich werden. Die Baukosten betragen ca. 10 Mio. Euro, die Fertigstellung der Verbindung ist für Juli 2016 vorgesehen.[2][3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mainova AG steht in der Kritik, ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen, um überhöhte Preise zu fordern. Der BGH hatte 2005 festgestellt, dass die Mainova unzulässigerweise einem Arealnetzbetreiber den Anschluss an ihr Mittelspannungsnetz verwehrt hat. Im Juli 2012 wurde der Rechtsstreit zwischen dem Hessischen Wirtschaftsministerium und der Mainova AG um die Wasserpreise in Frankfurt mit einem Vergleich beigelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Bauer, Tilo Maier: Impulse für Frankfurt und die Region. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-942921-98-5.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mainova AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mainova: Kennzahlen im Überblick, abgerufen am 22. Februar 2017.
  2. Ein Fernwärmetunnel unter dem Main. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Februar 2016. Abgerufen am 12. Februar 2016.
  3. Heißes Wasser unter dem Wasser . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Februar 2016. Abgerufen am 12. Februar 2016.
  4. Fußbodenheizung für die Paulskirchenversammlung. In: FAZ. 18. Dezember 2012, S. 34.