Malesherbia

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Malesherbia
Malesherbia linearifolia

Malesherbia linearifolia

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Passionsblumengewächse (Passifloraceae)
Unterfamilie: Malesherbioideae
Gattung: Malesherbia
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Malesherbioideae
Burnett
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Malesherbia
Ruiz & Pav.

Malesherbia ist die einzige Pflanzengattung der Unterfamilie der Malesherbioideae in der Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae) innerhalb der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüten von Malesherbia linearifolia im Detail

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die xerophytische Gattung Malesherbia umfasst mehr oder weniger krautige Pflanzen, einige Arten verholzen geringfügig. Malesherbia-Arten riechen unangenehm und sind drüsig behaart.

Die meist wechselständigen, ungestielten Laubblätter sind überwiegend tief gelappt und haben oft einen glatten Rand, manchmal ist er gezähnt. Blühende Pflanzen sind oft unbeblättert. Nebenblätter sind manchmal vorhanden, aber meist fehlen sie.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen meist einzeln oder manchmal in sehr unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Je fünf Kelch- und Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Drei oder vier Fruchtblätter sind zu einem synkarpen, oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Staubblätter und Gynoeceum bilden zusammen ein Androgynophor. Blütenblattröhre und Androgynophor sind auch noch an der Kapselfrucht zu erkennen.

Die Kapselfrüchte enthalten viele ölhaltige Samen.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Malesherbia-Arten wachsen in Trockengebieten.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Malesherbia wurde 1794 durch Hipólito Ruiz Lopez und José Antonio Pavón y Jiménez Fl. Peruv. Prodr., Seite 45 aufgestellt.[1] Der Gattungsname Malesherbia ehrt den französischen Juristen und Staatsmann Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes (1721–1794).[2] Ein Synonym für Malesherbia Ruiz & Pav. ist Gynopleura Cav.[1] Die Unterfamilie Malesherbioideae wurde durch Gilbert Thomas Burnett aufgestellt. Ein Synonym für Malesherbioideae Burnett ist Malesherbiaceae D.Don nom. cons.

Bei der Angiosperm Phylogeny Group (APG III und IV) wird Malesherbia als einzige Gattung der Unterfamilie Malesherbioideae und nicht mehr der Familie Malesherbiaceae geführt und zusammen mit den Passifloroideae und Turneroideae in die Passifloraceae s. l. eingegliedert.[3] Die Unterfamilien der Passifloroideae und Malesherbioideae besitzen ein Androgynophor. Die Unterfamilie Malesherbioideae steht der Unterfamilie der Turneroideae sehr nahe, aber den Samen fehlt ein Arillus.

Karla M. Gengler-Nowak schlägt 2003 eine Gliederung der Gattung Malesherbia in fünf Sektionen vor: Albitomenta, Cyanpetala, Malesherbia, Parvistella und Xeromontana.

Die Malesherbia-Arten haben ihre Areale nur in den Anden und der Küstenwüste (Atacamawüste). Fundorte liegen in Peru, im nördlichen bis zentralen Chile und im (angrenzenden) westlichen Argentinien.[1] Die meisten Arten gibt es im nördlichen Chile.

In der Gattung der Malesherbia es gibt 24 bis 27 Arten:[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karla M. Gengler-Nowak: Reconstruction of the biogeographical history of Malesherbiaceae. In: The Botanical Review, Januar 2002.
  • Karla M. Gengler-Nowak: Molecular Phylogeny and Taxonomy of Malesherbiaceae. In: Systematic Botany, Volume 28, Issue 2, April 2003.
  • M. Ricardi: Revisión taxonómica de las Malesherbiaceas. In: Gayana Botánica, Volume 16, 1967, S. 3–139.
  • Nadja Korotkova et al.: Phylogeny of the eudicot order Malpighiales: analysis of a recalcitrant clade with sequences of the petD group II intron. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 282, 2009, S. 201–228.
  • APG III: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III., In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 161, 2009, S. 105–121. doi:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak Datenblatt Malesherbia bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  2. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
    • APG III: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 161, 2009, S. 105–121. doi:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Malesherbia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien