Manfred Görtemaker

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Manfred Görtemaker (2012)

Manfred Görtemaker (* 28. April 1951 in Großoldendorf) ist ein deutscher Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Görtemaker studierte von 1969 bis 1975 Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und an der Freien Universität Berlin. Seine Promotion erfolgte 1977, die Habilitation 1990. Seit 1992 ist Görtemaker ordentlicher Professor für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt 19./20. Jahrhundert an der Universität Potsdam.

Er war von 1975 bis 1980 wissenschaftlicher Assistent und von 1983 bis 1989 Hochschulassistent an der Freien Universität Berlin. 1980/81 arbeitete er als John F. Kennedy Memorial Fellow an der Harvard University und anschließend 1982/83 als Visiting Assistant Professor of Overseas Studies an der Stanford University. 1989/90 war er Krupp Foundation Senior Associate am Institute for East-West Security Studies in New York. An der Universität Potsdam fungierte er – neben seiner Lehrtätigkeit als Professor für Neuere Geschichte – 1994/95 als Prorektor für Lehre und Studium sowie von 2001 bis 2004 als Vorsitzender des Senats. Seit 2014 ist er erneut Mitglied des Senats. Zu seinen Schülern gehören Jürgen Angelow, Stefan Creuzberger, Helmut R. Hammerich, Clemens Heitmann, Dierk Hoffmann, Matthias Oppermann, Ernst Piper und Katarzyna Stokłosa.

Gastprofessuren führten ihn 1995 an die Duke University in Durham (North Carolina, USA) und 1999 an das Dartmouth College in Hanover (New Hampshire, USA). 2002/03 war er Visiting Fellow am St. Antony’s College der University of Oxford. Von 2005 bis 2017 war er Gastprofessor am Dipartimento di Politica, Istituzioni, Storia der Università di Bologna und am Dipartimento di Scienze Politiche e Sociali der Università di Bologna.

Von 1992 bis 1994 gehörte Görtemaker dem Wissenschaftlichen Beirat zur Neugestaltung der Historischen Stätte im Schloss Cecilienhof an. Von 1996 bis 2004 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und von 2005 bis 2011 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Menschenrechtszentrums der Universität Potsdam sowie von 2009 bis 2015 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Point Alpha Stiftung. Von 2006 bis 2010 wirkte er als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats Memorium Nürnberger Prozesse an der Einrichtung eines Museums im Justizpalast in Nürnberg mit, das an die Nürnberger Prozesse nach 1945 erinnert und zugleich die Geschichte der Völkerstrafrechtspolitik von den Haager Konferenzen bis zum 2002 eingerichteten Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) dokumentiert.

Seit 1998 ist Görtemaker Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) und des Beirates für Museumsfragen der Bundeswehr. Er ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Ernst-Reuter-Archiv im Landesarchiv Berlin.

2012 wurde er zusammen mit dem Strafrechtler Christoph Safferling vom Bundesjustizministerium mit der Untersuchung der „Kontinuität des nationalsozialistischen Deutschlands in das Regierungshandeln des Bundesministeriums der Justiz in der Nachkriegszeit der 1950er und 1960er Jahre“ beauftragt.[1] Der Abschlussbericht wurde 2016 veröffentlicht.[2]

2016 erhielt Görtemaker das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold.

Er ist mit der Historikerin Heike B. Görtemaker verheiratet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Wichard Woyke und Klaus Nieder: Sicherheit für Europa? Die Konferenz von Helsinki und Genf. Leske und Budrich, Opladen 1974, ISBN 3-7850-0251-3.
  • Entspannungspolitik und europäische Sicherheit: Konflikt und Kooperation im Ost-West-Verhältnis 1962 - 1977, [Berlin 1979], DNB 790961520 (Dissertation FU Berlin, Fachbereich 15 - Politische Wissenschaften, 1977, 263 Seiten).
  • mit Arnulf Baring, Masamori Sase und Ulrich Lins (Hg.): Zwei zaghafte Riesen? Deutschland und Japan seit 1945. Belser Verlag, Stuttgart und Zürich 1977, ISBN 3-7630-1181-1.
  • Die unheilige Allianz. Die Geschichte der Entspannungspolitik 1943-1979. C. H. Beck Verlag, München 1979, ISBN 3-406-04454-9.
  • Der gebändigte Kontinent. Verteidigung und Entspannung in Europa. Analyse und Dokumente. Osang Verlag, Bonn 1979, ISBN 3-7894-0064-5.
  • mit Arnulf Baring: Machtwechsel. Die Ära Brandt-Scheel. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1982, ISBN 3-421-06095-9.
  • mit Gerhard Wettig (Hg.): USA-UdSSR. Dokumente zur Sicherheitspolitik. Leske Verlag und Budrich, Opladen 1987, ISBN 3-8100-0615-7.
  • Internationale Beziehungen I: Der Ost-West-Konflikt. (Informationen zur politischen Bildung, H. 245). Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1994, ISSN 0046-9408.
  • Deutschland im 19. Jahrhundert. Entwicklungslinien. 4., durchges. Auflage. Leske und Budrich, Opladen 1994, ISBN 3-8100-1336-6.
  • Unifying Germany, 1989-1990. St. Martin's Press, New York 1994, ISBN 0-3336-1969-2.
  • Der Weg zur Einheit. Deutschland seit den achtziger Jahren. (Informationen zur politischen Bildung, H. 250). Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1996. Überarb. Neuaufl. 2015, ISSN 0046-9408.
  • mit Kristina Hübener, Klaus Neitmann und Kärstin Weirauch (Hg.): Zwischen Königtum und Volkssouveränität. Die Revolution 1848/49 in Brandenburg. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-631-34452-X.
  • Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Von der Gründung bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag, München 1999, ISBN 3-406-44554-3.
  • Die Universität Potsdam. Geschichte-Bauten-Umgebung. Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 2001, ISBN 3-8305-0230-3.
  • Geschichte Europas 1850–1918. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-1701-4446-4.
  • mit Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (Hg.): Weimar in Berlin. Porträt einer Epoche. be.bra verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89809-034-5.
  • mit Stefan Creuzberger (Hg.): Gleichschaltung unter Stalin? Die Entwicklung der Parteien im östlichen Europa 1944-1949. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2002, ISBN 3-506-76164-1.
  • Kleine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. C. H. Beck Verlag, München 2002, ISBN 3-406-49538-9.
  • Orte der Demokratie. Ein historisch-politischer Wegweiser durch Berlin. be.bra Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8980-9062-0.
  • Bismarck und Moltke. Der preußische Generalstab und die deutsche Einigung. Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh 2004, ISBN 3-9334-1820-8.
  • Thomas Mann und die Politik. S. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-10-028710-X.
  • Britain and Germany in the Twentieth Century. Berg Publishers, Oxford und London 2006, ISBN 1-85973-842-7.
  • Die Berliner Republik. Wiedervereinigung und Neuorientierung. be.bra verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-89809-416-0.
  • mit Christoph Safferling (Hg.): Die Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Vergangenheit – eine Bestandsaufnahme. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, ISBN 978-3-525-30046-6.
  • Otto Braun. Ein preußischer Demokrat. be.bra verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89809-116-9.
  • 25 Jahre Universität Potsdam. Rückblicke und Perspektiven. be.bra wissenschaft verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-95410-071-2.
  • Deutschland und der Westen. Gedanken zum 20.Jahrhundert. be.bra wissenschaft verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-95410-078-1.
  • mit Christoph Safferling: Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit. C. H. Beck Verlag, München 2016, ISBN 978-3-406-69768-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Manfred Görtemaker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard Müller: Die kalte Verjährung FAZ, 10. Januar 2012.
  2. Görtemaker, Manfred / Safferling, Christoph: Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit. 2016. 588 S.: mit 19 Abbildungen. ISBN 978-3-406-69768-5