Mangan(II)-fluorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Mangan(II)-fluorid
__ Mn2+     __ F
Kristallsystem

tetragonal[1]

Raumgruppe

P42/mnmVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ[2]

Allgemeines
Name Mangan(II)-fluorid
Andere Namen

Mangandifluorid

Verhältnisformel MnF2
CAS-Nummer 7782-64-1
PubChem 24528
Kurzbeschreibung

rosafarbener Feststoff[3]

Eigenschaften
Molare Masse 92,93 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[3]

Dichte

3,98 g·cm−3 (25 °C)[3]

Schmelzpunkt

856 °C[3]

Siedepunkt

1820 °C[4]

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser (10 g·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​315​‐​319​‐​332​‐​335Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
P: 261​‐​280​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][3]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​36/37/38
S: 26​‐​37/39
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Mangan(II)-fluorid ist eine chemische Verbindung des Mangans und zählt zu den Fluoriden.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Mangan(II)-fluorid kann durch Reaktion von Mangancarbonat mit Flusssäure gewonnen werden.[1] Es wurde bereits 1824 von Jöns Jakob Berzelius auf diese Art erhalten.[6]

\mathrm{MnCO_3 + 2 \ HF \longrightarrow MnF_2 + CO_2 + H_2O}

Es kann auch direkt aus den Elementen dargestellt werden.[7]

\mathrm{Mn + F_2 \longrightarrow MnF_2}

Das Tetrahydrat entsteht durch langsames Verdunsten einer wässrigen Lösung von Mangan(II)-fluorid.[6]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Manganfluorid

Mangan(II)-fluorid bildet rosafarbene quadratische Prismen und ist wenig löslich in Wasser, löslich in verdünnter Flusssäure und leicht löslich in konzentrierter Salzsäure und Salpetersäure. Es ist ein Antiferromagnet und besitzt eine tetragonale Kristallstruktur vom Rutil-Typ mit der Raumgruppe P42/mnmVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ und den Gitterkonstanten a = b = 487,3 pm und c = 313,0 pm.[1][2] Seine Néel-Temperatur beträgt 72–75 °C. Die Verbindung bildet mit Alkalifluoriden Fluorokomplexe M1MnF3 mit Perowskitstruktur und M1MnF4.[8]

Verwendung[Bearbeiten]

Mangan(II)-fluorid kann als Katalysator bei Pyridinsynthesen verwendet werden.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. Band I, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1954, ISBN 3-432-02328-6, S. 268.
  2. a b Z. Yamani, Z. Tun, D. H. Ryan: Neutron scattering study of the classical antiferromagnet MnF2: a perfect hands-on neutron scattering teaching courseSpecial issue on Neutron Scattering in Canada. In: Canadian Journal of Physics. 88, 2010, S. 771–797, doi:10.1139/P10-081.
  3. a b c d e f g Datenblatt Manganese(II) fluoride, 98% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 7. Juli 2012 (PDF).
  4. AMERICAN ELEMENTS: Manganese Fluoride
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.
  6. a b Leopold Gmelin, Michael Dub, Patrick J. Lennon, Richard Joseph Meyer: Gmelin handbook of inorganic chemistry. Springer, 1977, S. 5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. webelements: WebElements Periodic Table of the Elements | Manganese | chemical reaction data
  8. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1483 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. S. Shimizu, N. Watanabe, T. Kataoka, T. Shoji, N. Abe, S. Morishita, H. Ichimura: Pyridine and Pyridine Derivatives. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2005.