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Manuel Ostermann

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Manuel Ostermann (2023)

Manuel Ostermann (* 29. September 1990 in Rheine)[1] ist ein deutscher Polizeibeamter bei der Bundespolizei und seit April 2026 Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, eines Teilverbands der Deutschen Polizeigewerkschaft, und Politiker (CDU) mit dem Schwerpunkt Innenpolitik.

Leben und Wirken

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Manuel Ostermann war während seiner Jugend Schulsprecher und besuchte nach seinem Hauptschulabschluss eine Berufsschule für Metalltechnik, wo er die Mittlere Reife erlangte. Mit 19 Jahren begann er die polizeiliche Ausbildung.[2]

Ostermann ist als Bundespolizeibeamter dienstlich der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin am Dienstort Essen zugeordnet.[3] Seit 2015 ist er in der DPolG gewerkschaftlich engagiert,[4] und 2018 war er stellvertretender Bundesjugendleiter der DPolG.[5] Ab 2019 nahm er die Aufgabe eines stellvertretenden Bundesvorsitzenden der DPolG-Bundespolizeigewerkschaft wahr,[6] dies ab 2023 in der Position des gewählten Ersten Stellvertretenden Bundesvorsitzenden und als Mitglied des Bundesvorstands der DPolG Bundespolizeigewerkschaft.[7] Im April 2026 wurde Ostermann als Nachfolger von Heiko Teggatz, der den Bundesvorsitz der gesamten Polizeigewerkschaft übernahm, zum Bundesvorsitzenden der DPolG Bundespolizei gewählt.[8]

Seit 2022 ist er Innenpolitischer Sprecher der Jungen Union NRW[9] und Mitglied der Kommission Inneres & Justiz der Jungen Union.[10] Außerdem engagiert er sich in der Fachkommission Sicherheit der CDU und wirkt als Mitglied des Landesvorstands der DBB-Arbeitsgruppe der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Nordrhein-Westfalen mit.[11] Ostermann wurde als Sachverständiger bei Beratungen und Anhörungen im Innenausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen hinzugezogen, insbesondere zu den Themenfeldern Innere Sicherheit und Polizeiarbeit.[12][13][14]

Ostermann tritt regelmäßig als Experte für Innere Sicherheit in überregionalen Medien auf. Seine pointierten Positionen zu Migration und Kriminalität sowie seine Kritik an der Sicherheitspolitik der Bundesregierung finden dabei sowohl in öffentlich-rechtlichen Formaten (wie ARD und ZDF) als auch in privaten Medienhäusern (etwa bei Welt, Bild und Nius) breite Resonanz. Er ist zudem als Gastautor für Focus Online tätig und wird in überregionalen Zeitungen wie der Zeit porträtiert, wobei seine Äußerungen in der medialen Öffentlichkeit oft polarisieren.[15][16]

Eine Mitgliedschaft Ostermanns im Verein Werteunion ist für Anfang des Jahres 2019 belegt,[17] im Januar 2020 fungierte er als Beisitzer im Bundesvorstand des Vereins Werteunion.[18] Nach eigener Angabe auf seinem Twitter-Account trat er Anfang 2020 aus dem Verein Werteunion aus.[19]

Ostermann ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.[20]

Im Dezember 2024 reichte die deutsche Sektion von Amnesty International wegen seiner Statements auf seinen privaten Social-Media-Accounts eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums ein. Es wurde gegen ihn der Vorwurf erhoben, beamtenrechtlich gegen „das Mäßigungs- und Zurückhaltungsgebot, die Neutralitätspflicht, die Wohlverhaltenspflicht und das Verhältnismäßigkeitsprinzip“ zu verstoßen und sich dabei aus Sicht von Amnesty International menschenverachtend geäußert zu haben.[21][22]

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen kritisierte Ostermann in einer Pressemitteilung im November 2025 umfassend und scharf.[23] Deren Landesvorsitzender, Kevin Komolka, hatte sich im Januar 2025 öffentlich von Ostermann distanziert und ihn aufgefordert, „die Polizei nicht als populistisches Sprachrohr“ zu missbrauchen, sondern „zu einer sachlichen Debatte auf Grundlage der freiheitlich demokratischen Grundordnung zurückzukehren“. Jemand, der „tägliche Gruppenvergewaltigungen als Argument für einen schärferen Asylkurs in die Waagschale“ werfe, handele „nicht nur stark populistisch, sondern auch ohne jede statistische Grundlage und polizeiliche Sachkenntnis“.[24][25] Ostermann erklärte daraufhin, seine Aussagen seien durch BKA-Kriminalstatistiken belegbar.[26]

Im Juni 2025 legte Ostermann gemeinsam mit der DPolG Programmbeschwerde gegen die Sendung ZDF Magazin Royale vom 28. März 2025 beim ZDF ein. Die Sendung habe die Grundanforderungen an Sachlichkeit, Wahrheit, Meinungstrennung und Recherche des ÖRR nicht erfüllt, sondern habe Halbwahrheiten und ideologisch geprägte Rhetorik verbreitet.[27]

Im August 2025 distanzierte sich die GdP Niedersachsen erneut von Ostermann, nachdem dieser in dem Podcast Kaffee, extra schwarz des Bayerischen Rundfunks gesagt hatte: „Dann bekommen sie das, dann bin ich gerne ein Rechtsextremist. Dann bin ich gerne rechtsradikal. Und meinetwegen bin ich auch ein Nazi.“[28]

Übermedien nennt Ostermann „eine Art rechter Influencer“, der finde, dass „Deutschland zu links regiert werde und nicht mehr sicher sei“, aber dennoch „oft nicht kritisch-konfrontativ, sondern als Experte“ befragt werde, teils sogar ohne Angabe seiner Parteimitgliedschaft. Insgesamt sei Ostermann „ein extremes Beispiel für ein umfassenderes Problem“, bei der Medien „Sprecher von Polizeigewerkschaften häufig als innenpolitische Experten“ präsentierten, „Parteimitgliedschaften und ihre Rolle als Interessenvertreter der konservativen bis rechten Polizeigewerkschaften“ aber selten reflektierten.[29]

Eine gemeinsame Recherche der Wochenzeitung Die Zeit und der Sendung Kontraste wirft Ostermann unter anderem vor, in seinem Buch Fehlinformationen zu verbreiten und Statistiken verzerrt darzustellen.[2][30]

Im Mai 2026 trat Ostermann bei einem Konzert der Band Frei.Wild auf der Bühne auf.[31]

Veröffentlichung

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  • Manuel Ostermann: Deutschland ist nicht mehr sicher: Wie unsere Polizei zwischen Politik und Straße aufgerieben wird. Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Neuburg 2025, ISBN 978-3-690-66036-5.

Einzelnachweise

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  1. Manuel Ostermann. In: IMDb. Abgerufen am 28. Juni 2024.
  2. 1 2 Pia Schreiber: Manuel Ostermann: Nur zu links war er noch niemandem. In: Die Zeit. 16. Oktober 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. Oktober 2025]).
  3. Manuel Ostermann. In: DPolG Bundespolizeigewerkschaft. Abgerufen am 23. Dezember 2023.
  4. Der Apparat musste erstmal Anlaufen. BB Bank, 3. September 2020, abgerufen am 22. Dezember 2023.
  5. Bundesjugendkonferenz 02/2018. (PDF) In: Geschäftsbericht 04.2017-11.2022. Junge Polizei, 2022, S. 84, abgerufen am 20. Februar 2024.
  6. Wahl zum stellvertr. Bundesvorsitzenden 2019. DPolG, 21. Oktober 2019, abgerufen am 23. Dezember 2023.
  7. Vorsitzwahlen DPolG. DPolG, abgerufen am 19. Dezember 2023.
  8. Manuel Ostermann ist neuer Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizei. Pressemitteilung. In: dpolg-bundespolizei.de. 16. April 2026, abgerufen am 21. April 2026.
  9. Polizei NRW. JU NRW (CDU), abgerufen am 23. Dezember 2023.
  10. Inneres & Justiz. Junge Union CDU, abgerufen am 23. Dezember 2023.
  11. Landesvorstand 2020-2024. dbb-AG NRW, abgerufen am 24. Dezember 2023.
  12. Sachverstaendigenanhoerung im Landtag NRW. In: DPolg. Abgerufen am 19. Dezember 2023.
  13. Ausschussprotokoll Nordrhein-Westfalen APr 17/1719 17. Wahlperiode 03.02.2022. (PDF) In: Landtag NRW. Abgerufen am 19. Dezember 2023.
  14. Manuel Ostermann DPolG: Gefahren für den Rechtsstaat und die innere Sicherheit. (PDF) In: Landtag NRW. Landtag NRW, 6. Dezember 2023, abgerufen am 22. Dezember 2023.
  15. Silvio Duwe, Chris Humbs, Leon Wenz: Ein Polizist und seine steilen Thesen. In: Tagesschau.de. 16. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.
  16. Focus Online: Gastautor Manuel Ostermann (alle Artikel). In: Focus Online. Burda Media, 29. Dezember 2024, abgerufen am 2. Oktober 2025.
  17. Interview mit Alexander MitschWortführer der Konservativen: „Union wird nicht mehr aus dem Kanzleramt regiert“. In: Focus. 12. Februar 2019, abgerufen am 29. Dezember 2023.
  18. Keine RAF 2.0 in Zukunft. In: The European. 13. Januar 2020, abgerufen am 29. Dezember 2023.
  19. Mitteilung von Manuel Ostermann auf Twitter. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 30. Mai 2021; abgerufen am 29. Dezember 2023.
  20. Post vom 14. November 2021, 12:33. In: Manuel Ostermann auf Twitter. Abgerufen am 29. Dezember 2023.
  21. Kerstin Herrnkind: Polizist provoziert im Netz – Amnesty International reicht Beschwerde ein. In: Stern. 5. Dezember 2024, abgerufen am 7. Dezember 2024.
  22. Amnesty reicht Beschwerde gegen Polizeigewerkschafter ein. In: T-Online. T-Online, 7. Dezember 2024, abgerufen am 7. Dezember 2024.
  23. Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen: Wer es akzeptiert, als Nazi zu gelten, hat bei der Polizei nichts verloren. In: https://www.gdp.de/niedersachsen. Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen e. V., 5. August 2025, abgerufen am 14. Mai 2026.
  24. Die Polizei nicht als populistisches Sprachrohr missbrauchen. In: Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen. 31. Januar 2025, abgerufen am 21. März 2025.
  25. SPD und Grünen fragen: „Wie rechts ist die CDU in Werne?“ In: Werne Plus. 5. Februar 2025, abgerufen am 21. März 2025.
  26. Zahlen des BKA. In: NOZ-Online. Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ), 13. Februar 2025, abgerufen am 22. März 2025.
  27. Ina Milert: Nach Anschuldigungen gegen Moderator Jan Böhmermann – nun reagiert das ZDF. (focus.de [abgerufen am 9. Juni 2025]).
  28. Wer es akzeptiert, als Nazi zu gelten, hat bei der Polizei nichts verloren. In: Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen. 21. August 2025, abgerufen am 21. August 2025.
  29. Achtung, Achtung, hier spricht die Polizeigewerkschaft!. Übermedien, 30. Mai 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.
  30. Silvio Duwe, Chris Humbs und Leon Wenz rbb: Ein Polizeigewerkschafter und seine steilen Thesen. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  31. Ralf Niemczyk: Ostermann bei Frei.Wild: Umstrittener Auftritt nach Böhmermann-Klage. In: rollingstone. Rolling Stone, 12. Mai 2026, abgerufen am 14. Mai 2026.