Julian Reichelt

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Julian Reichelt (2018)

Julian Reichelt (* 15. Juni 1980 in Hamburg) ist ein deutscher Boulevard-Journalist. Er war von Februar 2017 bis Oktober 2021 Vorsitzender der Chefredaktionen und Chefredakteur Digital von Bild.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichelts Eltern arbeiten nach Angaben von Bild als Journalisten:[2] Sein Vater Hans-Heinrich Reichelt war unter anderem bei der Berliner Redaktion von Bild und als freier Journalist tätig, seine Mutter Katrin Reichelt war freie Journalistin und beschäftigt sich mit medizinischen Themen. Gemeinsam gründeten sie den Wunderbare Jahre-Verlag für Medizinjournalismus und betreiben eine Website über Homöopathie.[3]

Reichelt besuchte das Gymnasium Othmarschen in Hamburg und legte dort im Jahr 2000 das Abitur ab.[4] Von 2002 bis 2003 war er Volontär bei Bild und durchlief die Journalistenausbildung der Axel-Springer-Akademie.[5] Er berichtete u. a. aus Afghanistan, Georgien, Thailand, dem Irak, Sudan und Libanon, teilweise als Kriegsberichterstatter.[6] 2007 wurde er Chefreporter.

Ab Februar 2014 war er als Nachfolger von Manfred Hart Chefredakteur von Bild.de.[7][8] Nachdem Gesamtherausgeber Kai Diekmann den Springer-Verlag zum 31. Januar 2017 verlassen hatte, übernahm Reichelt den Vorsitz der Chefredaktionen und damit die redaktionelle Gesamtverantwortung für die Bild-Zeitung.[9] Nach dem Ausscheiden von Tanit Koch, der einzigen Frau an der Bild-Spitze, am 1. März 2018, übernahm Reichelt dann auch den Posten des Chefredakteurs der Printausgabe der Bild.[10][11][12] In der Folge verzeichnete Bild einen starken Rückgang der Auflage:[13] Diese lag im ersten Quartal 2021 bei rund 1,24 Millionen Exemplaren, bei Reichelts Amtsantritt waren es noch 1,79 Millionen Exemplare gewesen.[14] Reichelt kommentierte dies mit den Worten: „Nichts hat uns ganz nachweislich wirtschaftlich in der Reichweite so sehr geschadet wie unsere klare, menschliche, empathische Haltung in der Flüchtlingskrise.“[15]

2020 war er in der siebenteiligen Dokumentarfilm-Serie BILD.Macht.Deutschland? über die Bild-Redaktion auf Amazon Prime zu sehen.[16]

Axel Springer SE beendete am 18. Oktober 2021 die Zusammenarbeit mit Reichelt, da er auch nach Abschluss eines Compliance-Verfahrens (siehe unten) Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt habe.[17] Sein Nachfolger als Bild-Chefredakteur wurde Johannes Boie.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichelt bezieht regelmäßig zu politischen Themen Position. Neben Kommentaren in der Bild-Zeitung und auf Bild.de nutzt er dazu auch Talkshow-Auftritte, u. a. bei Beckmann, Anne Will, Hart aber fair und im WDR-Presseclub. Darüber hinaus publizierte er zwei Bücher.

Im Februar 2015 forderte Reichelt von der Politik „schnelles Internet für alle“.[18] Der Breitbandausbau sei die „absolute Basisvoraussetzung, damit sich ein Land weiter entwickeln“ könne.

Im August 2015 widersetzte sich Reichelt in seiner Position als Chefredakteur einer Akkreditierungsabsprache, angeklagte mutmaßliche IS-Kämpfer in einem Prozess vor dem Oberlandesgericht Celle nur verpixelt zu zeigen, da deren Schuld noch nicht bewiesen war. In Folge dessen wurde Reichelt als Berichterstatter ausgeschlossen.[19]

Reichelt äußerte im nachfolgend beschriebenen Fall, der Deutsche Presserat mache sich zum „Handlanger der Kreml-Propaganda“.[20] Der Presserat monierte die Falschdarstellung russischer Militäroperationen in Syrien durch Bild.de unter dem Titel Putin und Assad bomben weiter im Februar 2016. Der Bezug war eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand binnen einer Woche. Der Beitrag erwecke wahrheitswidrig den Eindruck, dass der gerade beschlossene Waffenstillstand durch Russland gebrochen wurde. Der Ausschuss bewertete presseethisch den Verstoß gegen die publizistischen Grundsätze als so schwerwiegend, dass er gemäß § 12 der Beschwerdeordnung eine Missbilligung aussprach.[21]

Reichelt wehrte sich gegen eine Schätzung seines Gehaltes vom Medienmagazin „kress“ mit der Begründung, dass „eine Schätzung seines Gehalts das Risiko finanziell motivierter Straftaten gegen seine Familie erhöhen würde“. Er selbst berichtet regelmäßig über die Gehälter von diversen Personen des öffentlichen Lebens ohne deren Einverständnis.[22]

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichelt wurde wiederholt öffentlich kritisiert, er gilt aber auch selbst als „außergewöhnlich streitlustig in den sozialen Medien“.[23] So lieferte er sich 2015 ein öffentliches Streitgespräch auf Twitter mit dem als „Snowden-Enthüller“ bekannt gewordenen Journalisten Glenn Greenwald.[24]

In einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. April 2017 setzt sich Frank Lübberding mit einem Auftritt Reichelts in der Sendung Hart aber fair zum Krieg in Syrien auseinander. Lübberding schreibt, dass Reichelt „den leisesten Zweifel an der eigenen Sichtweise schon für Verrat“ halte und ein „Kriegspropagandist“ sei, „den das strategische Dilemma des Westens nicht interessiere“. Er arbeite mit „der Methode eines Revolver-Journalismus“, der „Emotionen hochpeitscht, und in erster Linie nach Feinden sucht“. Seiner Logik zufolge müsse der Westen in Syrien intervenieren, „wofür sogar das Risiko eines Krieges mit Russland einzukalkulieren wäre.“ Lübberding zufolge agiere Reichelt so nicht als Journalist, sondern als „Propagandist einer Kriegspartei“. Er verbinde „in beispielhafter Weise Arroganz mit Ignoranz“. So erlebe man Beschimpfung von Andersdenkenden in der Sendung wie „sonst wohl nur im russischen Staatsfernsehen.“ Reichelt gehe es vor allem darum, die Bild-Zeitung wieder als politische Macht zu profilieren, da diese in der Vergangenheit einen „rapiden politischen Bedeutungsverlust“ zu verkraften gehabt habe.[25]

Der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer attestierte Reichelt im Februar 2018, in Bezug auf angeblich zu große Milde der deutschen Justiz „kenntnisfreie Panikmache und rechtspolitische Scharfmacherei auf sehr niedrigem Niveau“ zu betreiben. Er verwies darauf, dass die von Reichelt bei Hart aber fair erhobenen Forderungen (u. a. nach Abschaffung eines Strafrahmens bei Sexualdelikten) in Deutschland zuletzt von 1941 bis 1945 im Rahmen der „Polenstrafverordnung“ praktiziert wurden, und unterstellte ihm „eine ausdrückliche und überlegte Absage an die Europäische Menschenrechtskonvention, das Menschenrecht aus Art. 2 Grundgesetz, den verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts“.[26]

Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland bezeichnete Reichelt Wladimir Putin als „Mörder und zynischen Verächter des Sports“ und forderte in dem Zusammenhang von Lothar Matthäus, er „sollte keine blutigen Hände schütteln“.[27] Matthäus reagierte darauf auf Twitter kommentarlos mit einem Foto aus dem Jahr 2016, auf dem Putin zusammen mit Bild-Ex-Chefredakteur Kai Diekmann und dem Bild-Ex-Politik-Chef Nikolaus Blome zu sehen ist.[28]

Anfang Januar 2019 stieß Reichelt auf Kritik, nachdem er sich im Morning-Briefing von Gabor Steingart zum Hackerangriff auf Politiker und Prominente und seinen möglichen Hintermännern geäußert hatte. Wenige Stunden vor der Präsentation des Einzeltäters – eines 20-jährigen Schülers – sprach Reichelt von einer „größeren Struktur“ und „staatlichen Unterstützung“ hinter der Aktion, und die Bild deutete mehrmals eine „russische Spur“ an.[29][30][31] Dieter Schnaas kommentierte diese Bewertung mit den Worten: „Seit dem Siegeszug des Internet und der Sozialen Medien ist eine neue journalistische Stilform entstanden: eine Art Preemptive-News-Management auf der Basis stabiler Präjudize.“[32]

Reichelt wurde scharf wegen der Bild-Berichterstattung über Vorfälle in Solingen kritisiert, wo eine Mutter fünf ihrer Kinder getötet hatte.[33] Die Bild zeigte dabei ein Foto der Mutter unverpixelt und veröffentlichte private Chat-Nachrichten des 11-jährigen einzigen überlebenden Kindes. Reichelt hatte dieses Vorgehen ausdrücklich befürwortet.[34] Der Presserat rügte dies gemäß Richtlinie 4.2 des Pressekodex, in dem er zu „besonderer Zurückhaltung“ bei der Recherche „gegenüber schutzbedürftigen Personen“ mahnt. Zu diesem Personenkreis gehören „Kinder und Jugendliche“, aber auch Menschen, die „einer seelischen Extremsituation ausgesetzt sind“. Beides traf in diesem Fall zu.[35] Seit Juni 2019 veröffentlicht die Bild keine Rügen des Presserats mehr, der als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle des Zeitungsverlegerverbands BDZV fungiert.[36]

Während der COVID-19-Pandemie warf der Tagesspiegel Reichelt eine „Kampagne gegen den Virologen Christian Drosten“ vor,[37] die Michael Hanfeld für die FAZ „perfides Kesseltreiben“ nannte.[38] Das Medienecho war laut Spiegel „verheerend.“[39] Drosten selbst sagte: „Um mich als Wissenschaftler zu diskreditieren, müssten ja andere Wissenschaftler glauben, dass das stimmt, was in der Bild-Zeitung steht. Da erfahre ich derzeit hingegen – bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen – nur Unterstützung.“[40]

Vorwürfe des Machtmissbrauchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2021 wurde durch einen Bericht des Spiegel bekannt, dass sich Reichelt einer Untersuchung im eigenen Haus zu stellen hatte. Es ging unter anderem um Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen gegenüber jungen Mitarbeiterinnen, die der Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre bei der Konzernleitung des Axel-Springer-Verlags gemeldet hatte.[41][42] Der Verlag beauftragte die Rechtsanwaltskanzlei Freshfields, Machtmissbrauch im Zusammenhang mit einvernehmlichen sexuellen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz[43] und mögliche Compliance-Verstöße zu untersuchen.[44][45] Reichelt wies die Vorwürfe zurück.[46] Am 13. März 2021 wurde er bis zur Klärung der Vorwürfe befristet von seinen Funktionen im Springer-Verlag freigestellt. Etwa zwei Wochen nach Abschluss des Verfahrens kehrte Reichelt zurück. Der Konzern führte aus, dass es „keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung“ gegeben habe. Reichelt räumte jedoch eine Vermischung beruflicher und privater Beziehungen ein.[47] Alexandra Würzbach, die in der Zwischenzeit die Leitung der Bild-Redaktion innehatte,[46] wurde Co-Chefredakteurin.[48] Am 26. April 2021 verlor Reichelt seinen Posten als Geschäftsführer der Bild-Gruppe wegen „Fehler[n] in der Amts- und Personalführung“.[49]

Mit einer einstweiligen Verfügung untersagte das Landgericht Hamburg im Mai 2021 dem Spiegel, seine Behauptungen über Julian Reichelt zu wiederholen. Das Medium hatte dem Gericht zufolge in seinem Artikel „Vögeln, fördern, feuern“ gegen Grundsätze der zulässigen Verdachtsberichterstattung verstoßen.[50] Letztendlich durfte der besagte Artikel jedoch mit einem Nachtrag online veröffentlicht bleiben.[51]

Entlassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Investigativteam der Ippen-Gruppe (Frankfurter Rundschau, Münchner Merkur, tz, BuzzFeed Deutschland), bestehend aus Daniel Drepper, Marcus Engert, Katrin Langhans und Juliane Löffler, recherchierte auch nach der vorläufigen Beilegung der Kontroverse weiter zu den Machtmissbrauchsvorwürfen gegen Reichelt.[52][53] Verleger Dirk Ippen unterband, zunächst ohne inhaltliche Begründung, im Oktober 2021 die Veröffentlichung der Rechercheergebnisse[54] von Ippen Investigativ[55] und rechtfertigte dies später damit, dass er einem Konkurrenten nicht habe schaden wollen. Am 17. Oktober 2021 schließlich brachte die New York Times einen umfassenden Bericht über Reichelt und die Unternehmensgruppe Axel Springer. Darin zitierte das Blatt die Aussage einer Mitarbeiterin vor Anwälten der von Springer im Frühjahr beauftragten Kanzlei Freshfields:[56] Reichelt habe ihr im November 2016 gesagt, er würde seinen Job verlieren, wenn sie herausfänden, dass er eine Affäre mit einer Auszubildenden habe. Er habe die Beziehung jedoch weitergeführt, auch nachdem er 2017 zum Vorsitzenden der Chefredaktion befördert worden war. Er habe sie in ein Hotelzimmer in der Nähe des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin kommen lassen und sie auf eine Führungsrolle im Newsroom befördert. Es sei immer so bei der Bild, wer mit dem Chef schlafe, werde befördert. Sie habe sich mit der Führungsrolle im Newsroom überfordert gefühlt. Nachdem sie auf eine andere Stelle im Newsroom versetzt worden sei, habe ihr ein anderer Redakteur gesagt, er habe es satt, Frauen beschäftigen zu müssen, mit denen Reichelt Beziehungen gehabt habe.[57][58] Eine der jungen Frauen litt der Recherche zufolge so unter dem Druck einer ihr übertragenen Position und dem Vorwurf im Kollegium, sie habe den Job nur wegen ihrer sexuellen Beziehung zu Reichelt bekommen, dass sie zur psychiatrischen Behandlung in eine Klinik gegangen und für einige Wochen krankgeschrieben worden war.[59] Mehrfach habe sie sich mit Reichelt in Hotels getroffen. Sie habe ihn nicht verärgern wollen und sich beruflich von ihm abhängig gefühlt. Die New York Times berichtete, Reichelt habe auch eine einmalige Zahlung von 5000 Euro an die damals 25-Jährige befürwortet und von ihr Stillschweigen verlangt. Zudem lagen der Zeitung von Reichelt gefälschte Scheidungspapiere vor, der 2016 geheiratet hatte[60][61][62], die auch die Compliance-Abteilung vom Springer Verlag erhalten hatte. Reichelt soll die Dokumente benutzt haben, um eine Mitarbeiterin von seiner Verfügbarkeit zu überzeugen.[63]

Einen Tag nach der Veröffentlichung der New York Times gab Springer die Trennung von Reichelt bekannt. Beobachter stellen einen Zusammenhang mit der von Springer geplanten Übernahme der US-Mediengruppe Politico her, die nur drei Tage später erfolgte. Demnach wurde Reichelt entlassen, um den Compliance-Anforderungen des US-Marktes gerecht zu werden, mit denen eine auf sexuelle Gefälligkeiten gegründete Beförderungspraxis, wie sie bei BILD unter Reichelt geherrscht haben soll, nicht vereinbar ist.[64][65]

Springer-Chef Mathias Döpfner wandte sich in einer Videobotschaft an die Beschäftigen des Verlags. Darin verteidigte der langjährige Förderer Reichelts sein persönliches Vorgehen und das der Konzernspitze in dem, so Döpfner wörtlich, „Compliance-Fall Julian Reichelt“.[66] Die Süddeutsche Zeitung kommentierte: „Döpfners Rolle in der Affäre Reichelt wie auch seine Eignung als Präsident des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger werden sehr genau zu prüfen sein.“[67] Zwei Tage später wandte sich Döpfner erneut in einer Videobotschaft an die Belegschaft, erstmals entschuldigte er sich gegenüber den Frauen, die unter Reichelts Regime zu leiden hatten. Er erklärte, dass Reichelt dem Vorstand nicht nur die „Unwahrheit“, sondern „belogen“ habe und machte sich selbst den Vorwurf, sich belogen lassen zu haben. Reichelts Rauswurf wäre schon früher angebracht gewesen. Döpfners Entschuldigung wurde fast zeitgleich mit neuen Recherchen öffentlich, wonach der Springer-Konzern im Fall Reichelt juristischen Druck auf eine betroffene Frau und ihren Anwalt ausgeübt hatte, um die Veröffentlichung von Details aus dem Compliance-Verfahren zu verhindern.[68][69][70][71]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde Reichelt für seinen Bericht Sie können uns töten, aber niemals besiegen aus Afghanistan, erschienen in zwei Teilen am 12. und 13. Oktober 2007 in Bild, mit dem Axel-Springer-Preis für junge Journalisten in der Kategorie „Überregionale/Nationale Beiträge“ ausgezeichnet.[72]

Im Oktober 2018 sollte Reichelt den Negativpreis für Medienschaffende „Die Goldene Kartoffel“ des Vereins Neue Deutsche Medienmacher für „besonders einseitige oder missratene Berichterstattung über Aspekte der Einwanderungsgesellschaft“ erhalten.[73] Er erschien zur Preisverleihung, lehnte den Preis jedoch ab, da „das Wort ‚Kartoffel‘ in Grundschulen, in denen Migration keine Erfolgsgeschichte ist, eine Beschimpfung geworden ist, die sich auf Rasse und Herkunft bezieht“.[74]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriegsreporter. Ich will von den Menschen erzählen. Bastei Lübbe, Köln 2010, ISBN 978-3-404-61669-5.
  • Mit Jan Meyer: Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanistan vertuschten. Fackelträger, Köln 2010, ISBN 978-3-7716-4466-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julian Reichelt im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Mats Schönauer, Moritz Tschermak: Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie Bild mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2021 (Zu Reichelt siehe vor allem Kapitel 2: "Frieden schaffen mit Atomwaffen!" Bild unter Reichelt, S. 35–56)
  • Isabell Hülsen, Alexander Kühn: Im Stahlgetwitter. Porträt in: Der Spiegel 17/2018 vom 21. April 2018, S. 82–88 (Online, kostenpflichtig).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Julian Reichelt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach neuen Erkenntnissen: Axel Springer entbindet Julian Reichelt von seinen Aufgaben www.axelspringer.com, abgerufen am 18. Oktober 2021
  2. Bild-Chefreporter Julian Reichelt: Von Geschichten, die sein Leben veränderten. In: Bild.de. 27. Februar 2009, abgerufen am 3. Juni 2020.
  3. Julian Reichelt. In: munzinger.de. 8. Juli 2021, abgerufen am 8. Juli 2021.
  4. Susanne Herrmann: Brillantes Schülerinterview mit Bild-Chef Reichelt. In: Werben & Verkaufen. 15. November 2018, abgerufen am 13. Juni 2019.
  5. Reichelt hat bei der „Bild“-Gruppe künftig das letzte Wort. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Februar 2017, abgerufen am 11. November 2017.
  6. Julian Reichelt, Reporter-Forum, abgerufen am 25. August 2014.
  7. Bülend Ürük: Julian Reichelt: Der "meistgehasste Journalist Deutschlands" wird Chefredakteur von Bild.de. In: newsroom.de. 19. November 2013 (newsroom.de [abgerufen am 29. Mai 2021]).
  8. Manfred Hart wird Chefredakteur für digitale Entwicklungsprojekte bei BILD Julian Reichelt übernimmt Chefredaktion von BILD.de. axelspringer.de, 19. November 2013.
  9. Julian Reichelt wird Vorsitzender der Chefredaktionen. In: Spiegel Online, 6. Februar 2017, abgerufen am 11. April 2017.
  10. Lisa Priller-Gebhardt: Bild-Machtkampf: Tanit Koch geht. In: wuv.de. 2. Februar 2018, abgerufen am 15. Februar 2019.
  11. Bülend Ürük: Doppelspitze hat nicht funktioniert: Chefredakteurin Tanit Koch verlässt "Bild". In: kress.de. 2. Februar 2018 (kress.de [abgerufen am 9. Juni 2021]).
  12. Bülend Ürük: Tanit Kochs emotionaler Abschiedsbrief: "Ihr seid 'Bild' - und 'Bild' ist einzigartig". In: kress.de. 2. Februar 2018 (kress.de [abgerufen am 9. Juni 2021]).
  13. Julian Reichelts Auflagen-Märchen — BILDblog. Abgerufen am 22. April 2021 (deutsch).
  14. BILD Zeitung – Auflage 2021. Abgerufen am 22. April 2021.
  15. n-tv NACHRICHTEN: "Bild": Haltung zu Flüchtlingen hat viele Leser gekostet. Abgerufen am 22. April 2021.
  16. Siebenteilige Doku bei Amazon Prime: Embedded bei Bild. Abgerufen am 11. April 2021.
  17. Nach neuen Erkenntnissen: Axel Springer entbindet Julian Reichelt von seinen Aufgaben. In: axelspringer.com. 18. Oktober 2021, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  18. Bülend Ürük: Julian Reichelt: Bild.de-Chefredakteur fordert schnelles Internet für alle. newsroom.de, 4. Februar 2015, abgerufen am 28. Mai 2021.
  19. kue/dpa: „Bild“-Reporter von IS-Prozess ausgeschlossen. In: FAZ.net. 4. August 2008.
  20. Presserat weist Vorwürfe von Bild.de-Chef Reichelt zurück: „Geht in eine gesinnungspolitische Richtung“ › Meedia. In: meedia.de.
  21. Entscheidung des Beschwerdeausschusses 1 in der Beschwerdesache 0160/16/1-BA. In: Deutscher Presserat. 7. Juni 2016, abgerufen am 11. April 2017 (PDF).
  22. Julian Reichelt — Suchergebnisse — BILDblog. Abgerufen am 22. April 2021 (deutsch).
  23. „Wir haben mit Bild Plus die größte Abo-Zeitung Deutschlands geschaffen“ – Julian Reichelt im MEEDIA-Gespräch (1) › Meedia. In: meedia.de.
  24. „Pöbelnder Ideologe“, „sleazy tabloid editor“ – Bild.de-Chef Julian Reichelt und Glenn Greenwald zoffen sich bei Twitter › Meedia. In: meedia.de.
  25. Frank Lübberding: Kriegspropaganda – einmal nicht aus Moskau. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. April 2017, abgerufen am 11. April 2017.
  26. Kenntnisfreie „Fakten-Checker“ bei „Hart aber fair“: Plasberg und Bild strapazieren das „gesunde Volksempfinden“ › Meedia. In: meedia.de.
  27. Kommentar von Julian Reichelt: Lothar Matthäus sollte keine blutigen Hände schütteln! In: bild.de. (bild.de [abgerufen am 8. Juli 2018]).
  28. Kim Patrick von Harling: Umstrittenes Putin-Foto: Skurriler Twitter-Streit zwischen „Bild“-Chef und Lothar Matthäus | shz.de. In: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag. (shz.de [abgerufen am 9. Juli 2018]).
  29. Staatsaffäre Datenklau – Gabor Steingart. In: gaborsteingart.com. Abgerufen am 15. Februar 2019 (deutsch).
  30. Oh G0d, wie peinlich: So verrannte sich Bild-Chef Julian Reichelt beim Hacker-Angriff mit seiner Russen-Theorie. In: meedia.de. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  31. Cyber-Angriff: Die Hacker könnten MEHR in der Hinterhand haben. In: Bild. 5. Januar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  32. Dieter Schnaas: Tauchsieder: Däumeln für Doofe. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  33. Kai-Hinrich Renner: Ein absoluter Regelverstoß. Abgerufen am 22. April 2021.
  34. Getötete Kinder in Solingen – Bild-Chef verteidigt Berichterstattung. Abgerufen am 22. April 2021.
  35. Berichte über Kindstötung in Solingen: Presserat spricht vier Rügen gegen mehrere Zeitungen aus. Presserat, abgerufen am 22. April 2021.
  36. "Bild" veröffentlicht keine Rügen des Presserates mehr in der gedruckten Zeitung. In: Übermedien. 19. Januar 2021, abgerufen am 22. April 2021.
  37. Was hinter der Anti-Drosten-Kampagne von Julian Reichelt steckt. Abgerufen am 22. April 2021.
  38. Michael Hanfeld: „Bild“ & Kekulé gegen Drosten: Nachtreten bis zum Umfallen. In: FAZ.net. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. April 2021]).
  39. Anton Rainer, Alexander Kühn, Isabell Hülsen: „Bild“-Chef Reichelt und sein „Fassbombenkommando“. Der Spiegel, abgerufen am 22. April 2021.
  40. Christian Drosten: Wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. Abgerufen am 22. April 2021.
  41. Alexander Kissler, Marc Felix Serrao: Böse, böser, «Bild»-Zeitung? Bei der Berichterstattung über den Chef von Deutschlands auflagenstärkster Zeitung setzen auch seriöse Medien auf feucht-fröhliche Spekulationen. In: Neue Zürcher Zeitung. 13. März 2021, abgerufen am 29. März 2021.
  42. Peter Weissenburger, Erica Zingher: Verfahren gegen „Bild“-Chef Reichelt: Viel größer als Julian. In: Die Tageszeitung. 19. März 2021, abgerufen am 29. März 2021.
  43. Elisa Britzelmeier: Julian Reichelt: Bild-Chef verliert Geschäftsführer-Posten. Abgerufen am 28. April 2021.
  44. Anton Rainer, Martin U. Müller, Alexander Kühn, Isabell Hülsen: Julian Reichelt: Compliance-Verfahren gegen »Bild«-Chefredakteur. In: Der Spiegel. Abgerufen am 8. März 2021.
  45. Gregory Lipinski: Compliance-Verfahren gegen „Bild“-Chef Julian Reichelt. In: Meedia. 8. März 2021, abgerufen am 9. März 2021.
  46. a b „Bild“-Chefredakteur Reichelt befristet freigestellt. In: Tagesschau.de, 13. März 2021.
  47. "Bild"-Chefredakteur Reichelt kehrt nach Freistellung zurück. In: tagesschau.de. Abgerufen am 25. März 2021.
  48. Anton Rainer, Martin U. Müller, Alexander Kühn, Isabell Hülsen: Rückkehr an die »Bild«-Spitze: Eine Aufpasserin für Julian Reichelt – kann das gut gehen? In: Der Spiegel. Abgerufen am 26. März 2021.
  49. Elisa Britzelmeier: Julian Reichelt: Bild-Chef verliert Geschäftsführer-Posten. Abgerufen am 28. April 2021.
  50. Marc Felix Serrao,: «Bild»-Chefredaktor setzt sich vor Gericht gegen den «Spiegel» durch. Neue Zürcher Zeitung, 20. Mai 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  51. Marcus Engert, Katrin Langhans, Juliane Löffler, Daniel Drepper, Isabell Hülsen, Alexander Kühn, Martin U. Müller und Anton Rainer: Warum Julian Reichelt gehen musste. In: Der Spiegel. 18. Oktober 2021, abgerufen am 18. Oktober 2021.
  52. Der Fall Julian Reichelt, ZAPP - Das Medienmagazin im NDR auf Youtube, 20. Oktober 2021
  53. Aufruhr bei Ippen: Und tschüss, Süddeutsche Zeitung, 20. Oktober 2021
  54. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/warum-springer-bild-chefredakteur-reichelt-fristlos-entlassen-hat-17591421.html
  55. https://www.fr.de/politik/julian-reichelt-axel-springer-bild-zeitung-ippen-investigativ-juliane-loeffler-marcus-engert-katrin-langhans-daniel-drepper-interview-91062259.html
  56. Ben Smith: At Axel Springer, Politico’s New Owner, Allegations of Sex, Lies and a Secret Payment. The New York Times, 17. Oktober 2021, abgerufen am 19. Oktober 2021.
  57. At Axel Springer, Politico’s New Owner, Allegations of Sex, Lies and a Secret Payment, New York Times, abgerufen am 17. Oktober 2021
  58. Hintergründe zur Entlassung Julian Reichelts als „Bild“-Chef, Tagesschau auf Youtube, 19. Oktober 2021
  59. https://www.spiegel.de/international/germany/careful-that-s-one-of-julian-s-sexual-misconduct-of-top-axel-springer-editor-has-a-long-history-a-f8716e7c-e61e-4362-b3b2-0f3bac5954c7
  60. https://www.bazonline.ch/privat-und-beruflich-nicht-klar-getrennt-bild-chefredaktor-gefeuert-467368419828
  61. https://www.n-tv.de/panorama/Wie-der-Ex-Bild-Chef-seine-Macht-ausnutzte-article22875291.html
  62. https://www.stimme.de/deutschland-welt/panorama/nachrichten/springer-verlag-keine-ruhe-nach-dem-rauswurf;art138860,4546791
  63. Hannah Bethke, Jonas Hermann: «Bild»-Chef Julian Reichelt muss gehen. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 18. Oktober 2021, abgerufen am 21. Oktober 2021.
  64. Axel Springers US-Geschäft - Unter verstärkter Beobachtung Tagesschau.de, 20. Oktober 2021
  65. Mathias Döpfner: Verleger mit Fimmel, Spiegel Online, abgerufen am 20. Oktober 2021
  66. "Im Hintergrund wirkten Männer, die erkennbar das Vorgehen organisierten". SPON, 20. Oktober 2021 (Video auf YouTube)
  67. Wie das Ende eines Schurkenfilms, Süddeutsche Zeitung, 20. Oktober 2021
  68. Springer verschickte Drohschreiben, FAZ, 22. Oktober 2021
  69. https://www.wuv.de/medien/doepfner_endlich_worte_der_empathie_fuer_die_betroffenen
  70. Causa Reichelt: Springer-CEO Mathias Döpfner entschuldigt sich bei Mitarbeitern und Betroffenen, Medieninsider, 22. Oktober 2021
  71. Umgang mit Causa Reichelt Springer-Chef Döpfner soll sich bei Belegschaft entschuldigt haben, Der Spiegel, 22. Oktober 2021
  72. Axel-Springer-Preis 2008: Preisträger Print. (Memento vom 16. Juli 2014 im Internet Archive) Website des Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, abgerufen am 11. April 2017.
  73. Ein Meister der Panik-Schlagzeile. In: Deutschlandfunk. 23. Oktober 2018. Konstantina Vassilou-Enz im Gespräch mit Vladimir Balzer.
  74. #5 Traurige Kartoffeln – Reden wir über Rassismus?. In: Deutschlandfunk. 8. November 2018.