Manuela Kerer

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Manuela Kerer (* 1980 in Brixen) ist eine italienische Komponistin deutscher Muttersprache aus Südtirol.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerer studierte Violine und Komposition am Tiroler Landeskonservatorium und Rechtswissenschaften und Psychologie an der Universität Innsbruck (Dissertation: Musik und Demenz). Weiterführende Kompositionsstudien führten sie zu Alessandro Solbiati nach Mailand.

Zu ihren Werken zählen Kompositionen für Orchester, wie κύκλος tίς κρίσις (2011), Chorwerke und Kammermusikkompositionen, etwa seelenblitz (2012) für Streichquartett oder die Vertonung von 7 Gesetzen des italienischen Strafgesetzbuches für Streichsextett (SCH)LEX (2005). Einen weiteren Schwerpunkt nehmen musiktheatralische Werke und Opern ein (Whatever works, 2015, Plenissimo, 2015), sowie die kompositorische Auseinandersetzung mit anderen Sparten wie Tanz, Schauspiel, Architektur oder Literatur. Daneben schreibt Kerer immer wieder gern für Kinder, Jugendliche und Laien.

Werke von Manuela Kerer entstanden für Ensembles wie die reihe, das Solistenensemble Kaleidoskop Berlin, Bayerische Kammerphilharmonie, ascolta und Ausnahmekünstler wie Julius Berger oder Alfonso Alberti. Sie wurden bei Festivals wie der Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater, Klangspuren Schwaz, Wien Modern, International Festival for Contemporary Music Moscow, den Tiroler Festspielen Erl, im Konzerthaus Berlin und Wien, an der Neuen Oper Frankfurt, auf Kampnagel Hamburg, im Radialsystem Berlin, in der Accademia Filarmonica Romana, in New York, London oder am Titicaca-See aufgeführt.

Kerers Werke erscheinen im Verlag Breitkopf & Härtel.[1] Sie wurden auf zahlreichen CDs eingespielt, eine Porträt-CD erschien im Rahmen der ORF Edition Zeitton.[2]

Neben ihrer wöchentlichen Kolumne „Kerers Saite“ in der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ gestaltet und moderiert die Komponistin die Radiosendung für zeitgenössische Musik „Querschnitte“ im RAI-Sender Südtirol. Von 2012 bis 2016 war Manuela Kerer Mitglied des Verwaltungsrats des Symphonieorchesters „Haydn-Orchester Bozen-Trient“.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Höchstbegabtenstipendium des Rotary Club Innsbruck 2007
  • Österreichisches Staatsstipendium für Komposition 2008, 2011 und 2016
  • Hilde-Zach Kompositionsstipendium 2008[3]
  • Preis und Opernauftrag des Festivals A•Devantgarde München 2009[4]
  • Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes Innsbruck-Bozen 2009[5]
  • Wahl zu einem von europaweit 100 young creative talents durch den Ausschuss der Europaregionen[6]
  • Preise für künstlerisches Schaffen, Bereich Musik, der Stadt Innsbruck 2010[7]
  • Walther-von-der-Vogelweide-Förderpreis des Südtiroler Kulturinstituts 2009[8]
  • Theodor-Körner-Preis 2011[9]
  • SKE Publicity Preis 2011[10]
  • Emil-Berlanda-Preis für zeitgenössische Musik 2011[11]
  • 2012/2013 wurde Kerer vom österreichischen Außenministerium für das Programm „New Austrian Sound of Music“ ausgewählt[12]
  • 2015 erhielt Manuela Kerer das Internationale Arbeitsstipendium „Composer in Residence – Komponistinnen nach Frankfurt“ (Archiv Frau und Musik und Institut für zeitgenössische Musik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main)[13]
  • 2016 ist sie Composer in Residence des Festivals St. Gallen/Steiermark.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rasura (2006), semiphantastische Oper in drei Akten nach einem Libretto von Kurt Lanthaler
  • plas (2008/09), Reise durch das Gehirn für Solovioline und Ensemble
  • tickende polli (2008/09), durchgeknallte Kurzoper, inspiriert von einem Besuch der Komponistin im italienischen Senat
  • Impresa Omonèro (2009), für Diskantzither
  • Zweite Futurmodulation nach Sonnenaufgang (2010), für Sopran, Orgel und Orgelpositiv (ad lib.)
  • IMPOS (2010), für 10 elektrische Zahnbürsten, weiteres unmögliches Instrumentarium und Stimme
  • κύκλος tίς κρίσις (Kyklos tis krisis, 2011), für Symphonieorchester
  • geheimniswiege (2011/12), Streichquartett
  • Alma Phantasien (2012), für Sopran und Klavier
  • studio assurdo I (2013), für Klavier Solo und mechanisches Spielzeug
  • chiaroscuro (2013/14), für 5 Stimmen, 4 Klarinettisten, 3 Streicher und Klanggebäude
  • Tonalität der Geistestätigkeiten (2014), für Ensemble (Fl, Kl, Pos, Klv, Vl, Vc)
  • zersplittern (2014/15), für Ensemble (Kl./B.kl, Fg, Hr, 2 Vl, Vla, Vc, Kb)
  • Plenissimo (2015), für Sprecher, Kinderchor, Jugendchor, Picc.4.4Blfl.2.B-Klar.4Sax. - 4.4.4.3. - Schl(4) - 4Git.3EGit.2Hfe - 6Klav.2Akk - Str (8.0.0.4.0.) - ad lib: viele Musiker (hohe, tiefe, Melodie, Harmonie, perkussive Instrumente)[14]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • János Richter: Glückskind-Blessed. Dokumentarfilm. Teaser
  • Teresa Andreae: Klang-Forscherin: Manuela Kerer. ORF kulturzeit am 18. Januar 2010
  • Arne Sinnwell: Klang-Genie Manuela Kerer. ServusTV Dokumentation am 4. Mai 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. ORF Edition Zeitton
  3. Hilde-Zach Kompositionsstipendium 2008
  4. Preis und Opernauftrag des Festivals A•Devantgarde München 2009
  5. Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes Innsbruck-Bozen 2009
  6. Wahl zu einem von europaweit 100 young creative talents
  7. Preise für künstlerisches Schaffen, Bereich Musik, der Stadt Innsbruck 2010
  8. Walther-von-der-Vogelweide-Förderpreis 2009
  9. Theodor-Körner-Preis 2011
  10. SKE Publicity Preis 2011
  11. Emil-Berlanda-Preis für zeitgenössische Musik 2011
  12. New Austrian Sound of Music
  13. Internationales Arbeitsstipendium "Composer in Residence"
  14. Plenissimo – die Zukunft der Musik