Manz AG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Manz AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0JQ5U3
Gründung 1987
Sitz Reutlingen, Ortsteil Altenburg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 1.808 (2016)[1]
Umsatz 231,0 Mio. Euro (2016)[1]
Branche Sondermaschinenbau
Website www.manz.com

Die Manz AG (bis 2010 Manz Automation AG[2]) mit Sitz im baden-württembergischen Reutlingen ist ein international tätiger Hersteller von integrierten Produktionslösungen für die Fertigung von Dünnschicht-Solarmodulen, Displays (LCD, LED, OLED, Touchscreens), Leiterplatten, Lithium-Ionen-Batterien und Kondensatoren sowie Komponenten für Smartphones, Notebooks und Tablet Computer.[3] Die Kernkompetenzen von Manz liegen in den Bereichen Automation, Laserprozesse, Vakuumbeschichtung, Drucken, Messtechnik, Rolle-zu-Rolle Prozesse und Nasschemie und werden in drei strategischen Geschäftsbereichen „Solar“, „Electronics“ und „Energy Storage“ angewendet.[4]

Neben den deutschen Standorten in Reutlingen, Tübingen und Schwäbisch Hall ist Manz mit weiteren Niederlassungen in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Indien, Slowakei, Ungarn und Italien vertreten.[5]

Die Manz AG und die Würth Solar GmbH&Co. KG unterzeichneten am 16. Juli 2010 einen Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag, der die exklusive Lizenzierung der Produktionstechnologie für CIGS-Photovoltaikmodule von Würth Solar an Manz regelte. Darüber hinaus sicherte sich Manz im Kooperationsvertrag die Unterstützung von Würth Solar bei der Planung, Ausführung und Inbetriebnahme der Produktionsanlagen für CIGS-Module.[6] Mit der Übernahme der CIGS Innovationslinie von Würth Solar zum 1. Januar 2012 gingen die Lizenzen und das Know-how von Würth Solar – auch aus der Forschungskooperation mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) – uneingeschränkt an die Manz AG über.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo

Die Manz AG wurde 1987 von Dieter Manz unter dem Namen Manz Automatisierungstechnik GmbH gegründet.

Nach dem Börsengang im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2006, erfolgte 2008 die Aufnahme der Manz-Aktie in den geregelten Markt (Prime Standard). Da sich Manz über die Jahre vom Automatisierungsspezialisten zum Anbieter integrierter Produktionslinien entwickelt hatte, erfolgte mit Wirkung zum 14. Juli 2011 die Umfirmierung von der Manz Automation AG in die Manz AG.[2] Manz AG produziert u. a. für Apple.[8]

Meilensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 wurde das erste Automationssystem für die Verarbeitung kristalliner Solarzellen in Pilot-Produktion entwickelt. Vier Jahre später lieferte das Unternehmen die erste Automationslösung für die Display-Industrie nach Asien. Im Jahr 2000 erfolgte die erste Lieferung eines Automationssystems für vollständig automatisierte Produktionslinien von kristallinen Solarzellen. 2005 trat das Unternehmen mit einer Anlage zur mechanischen Strukturierung von Solarmodulen in den Dünnschichtmarkt ein. Im September 2012 stellte Manz ein CIGS-Solarmodul vor, das auf einer Massenproduktionsanlage hergestellt wurde und mit 14,6 Prozent Wirkungsgrad auf Gesamtmodulfläche und 15,9 Prozent auf Aperturfläche eine in der Branche bis dahin unerreichte Effizienz aufwies.[9]

Im April 2015 steigerte Manz diesen Wert nochmals und erzielte mit 16 Prozent Wirkungsgrad auf Modulformat einen weiteren Weltrekord im Bereich der CIGS-Dünnschicht-Solartechnologie.[10]

Akquisitionen und Standorterweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2008 wurde mit der Akquisition der Christian Majer in Tübingen GmbH & Co. KG (Anlagen zur Verpackungs- und Folienverarbeitung) die Basis für den Eintritt in den Lithium-Ionen-Batterie-Markt geschaffen. Ebenfalls 2008 wurde Manz Slowakei gegründet und Intech Machines (taiwanesischer Marktführer für nasschemische Prozesse in der Display-Herstellung) übernommen.

Die Manz Coating GmbH in Karlstein, ein Entwicklungszentrum für Vakuumbeschichtungs-Technologie, wurde 2010 gegründet.

2012 erfolgte die Gründung der Manz CIGS Technology GmbH in Schwäbisch Hall und die Eröffnung eines neuen Werks in Suzhou (China).[11]

2014 übernahm Manz die Maschinenbausparte von KEMET Electronics Italy (ehemalige Arcotronics) zur Erweiterung der Fertigkeiten im Bereich Batterieherstellung.

Durch die Akquisition von KLEO, einem Unternehmen der Carl Zeiss AG, konnte Manz im Jahr 2015 sein Know-how im Bereich der Laserdirektbelichtung weiter ausbauen.[11]

Im Januar 2017 werden mit der China Shenhua Energy und der Shanghai Electric ein Forschungs-Joint-Venture und ein so genanntes Equipment-Joint-Venture für Vertrieb und Wartung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen gegründet. In China soll eine Produktionslinie für Solarmodule mit 306 Megawatt Kapazität pro Jahr und eine Forschungslinie mit 44 Megawatt Kapazität pro Jahr errichtet werden. [12]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 53,01 %, Streubesitz
  • 24,66 %, Dieter Manz
  • 2,66 %, Ulrike Manz
  • 19,67 %, Shanghai Electric

Stand: 22. März 2017[13]

Im Mai 2016 hat der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric eine Beteiligung von 19,67 % an der Manz AG erworben.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2016. Manz AG, abgerufen am 10. April 2016.
  2. a b Change of Name: Manz Automation AG is now Manz AG. Manz AG, 29. Juni 2011, abgerufen am 18. August 2011.
  3. Electronic Minds GmbH: Märkte | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  4. Electronic Minds GmbH: Unternehmen - Profil | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  5. Electronic Minds GmbH: Kontakt weltweit - Produktionsstandorte weltweit | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  6. DGAP-Adhoc: Manz Automation erwirbt exklusiv im Rahmen eines Know-How Lizenzierungs- und Kooperationsvertrags die Nutzungsrechte an der CIGS-Produktionstechnologie von Würth Solar. In: FinanzNachrichten.de. (finanznachrichten.de [abgerufen am 22. März 2017]).
  7. EQS Group AG, Munich, Germany: Manz AG: Übernahmevertrag für CIGS-Innovationslinie mit Würth Solar unterzeichnet - dgap.de. Abgerufen am 22. März 2017.
  8. Dyrk Scherff: Die deutschen Apple-Profiteure. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. September 2015, abgerufen am 18. September 2015.
  9. Photovoltaik-Produktionstechnologie: CIGS erreicht erstmals Wirkungsgrad von multikristallinen Modulen; Maschinenbauer Manz kündigt Solarstrom-Gestehungskosten zwischen vier und acht Eurocent an. Solarserver.de, 7. September 2012, abgerufen am 30. Oktober 2012.
  10. Electronic Minds GmbH: Media & PR - PR-News - 16 Prozent: Manz erzielt neuen Weltrekord bei Wirkungsgrad von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  11. a b Electronic Minds GmbH: Unternehmen - Historie | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  12. Imelda Flaig: Manz ergattert Rekordauftrag in der Solarbranche. Stuttgarter Zeitung, 24. Januar 2017, abgerufen am 25. Januar 2017.
  13. Electronic Minds GmbH: Investor Relations - Aktie - Aktionärsstruktur | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017 (deutsch).
  14. Manz AG schließt Kapitalerhöhung erfolgreich ab, dgap.de, 20. Mai 2016