Manz AG

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Manz AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0JQ5U3
Gründung 1987
Sitz Reutlingen, Deutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 1.384[1]
Umsatz 227 Mio. Euro (2021)[1]
Branche Sondermaschinenbau
Website manz.com
Stand: 19. April 2022

Die Manz AG (bis 2010 Manz Automation AG[2]) mit Sitz in Reutlingen ist ein börsennotierter Hersteller von integrierten Produktionslösungen für die Fertigung von Dünnschicht-Solarmodulen, Displays (LCD, LED, OLED, Touchscreens), Leiterplatten, Lithium-Ionen-Batterien und Kondensatoren sowie Automobil- und Industrieelektronik als auch Komponenten für Smartphones, Wearables, Notebooks und Tablet Computer.[3] Die Kernkompetenzen von Manz liegen in den Bereichen Automation, Laserprozesse, Vakuumbeschichtung, Messtechnik, Rolle-zu-Rolle Prozesse und Nasschemie und werden in drei strategischen Geschäftsbereichen „Solar“, „Electronics“ und „Energy Storage“ angewendet.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo

Manz wurde 1987 von Dieter Manz als Manz Automatisierungstechnik GmbH gegründet. Nach dem Börsengang im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse im Jahr 2006, erfolgte 2008 die Aufnahme der Manz-Aktie in den geregelten Markt (Prime Standard). Da sich Manz über die Jahre vom Automatisierungsspezialisten zum Anbieter integrierter Produktionslinien entwickelt hatte, erfolgte im Juli 2011 die Umfirmierung von der Manz Automation AG in die Manz AG.[2] Manz produziert u. a. für Apple.[5]

Meilensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 wurde das erste Automationssystem für die Verarbeitung kristalliner Solarzellen in Pilot-Produktion entwickelt. Vier Jahre später lieferte das Unternehmen die erste Automationslösung für die Display-Industrie nach Asien. Im Jahr 2000 erfolgte die erste Lieferung eines Automationssystems für vollständig automatisierte Produktionslinien von kristallinen Solarzellen. 2005 trat das Unternehmen mit einer Anlage zur mechanischen Strukturierung von Solarmodulen in den Dünnschichtmarkt ein. Im September 2012 stellte Manz ein CIGS-Solarmodul vor, das auf einer Massenproduktionsanlage hergestellt wurde und mit 14,6 Prozent Wirkungsgrad auf Gesamtmodulfläche und 15,9 Prozent auf Aperturfläche eine in der Branche bis dahin unerreichte Effizienz aufwies.[6]

Im April 2015 steigerte Manz diesen Wert nochmals und erzielte mit 16 Prozent Wirkungsgrad auf Modulformat einen weiteren Weltrekord im Bereich der CIGS-Dünnschicht-Solartechnologie.[7]

Akquisitionen und Standorterweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2008 wurde mit der Akquisition der Christian Majer in Tübingen GmbH & Co. KG (Anlagen zur Verpackungs- und Folienverarbeitung) die Basis für den Eintritt in den Lithium-Ionen-Batterie-Markt geschaffen. Ebenfalls 2008 wurde Manz Slowakei gegründet und Intech Machines (taiwanesischer Marktführer für nasschemische Prozesse in der Display-Herstellung) übernommen. Die Manz Coating GmbH in Karlstein, ein Entwicklungszentrum für Vakuumbeschichtungs-Technologie, wurde 2010 gegründet.

Manz und die Würth Solar GmbH&Co. KG unterzeichneten im Juli 2010 einen Know-how Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag, der die exklusive Lizenzierung der Produktionstechnologie für CIGS-Photovoltaikmodule von Würth Solar an Manz regelte. Darüber hinaus sicherte sich Manz im Kooperationsvertrag die Unterstützung von Würth Solar bei der Planung, Ausführung und Inbetriebnahme der Produktionsanlagen für CIGS-Module.[8] Mit der Übernahme der CIGS Innovationslinie von Würth Solar im Januar 2012 gingen die Lizenzen und das Know-how von Würth Solar – auch aus der Forschungskooperation mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) – uneingeschränkt an Manz über.[9]

2012 erfolgte die Gründung der Manz CIGS Technology GmbH in Schwäbisch Hall und die Eröffnung eines neuen Werks in Suzhou (China).[10] 2014 übernahm Manz die Maschinenbausparte von Kemet Electronics Italy (ehemalige Arcotronics) zur Erweiterung der Fertigkeiten im Bereich Batterieherstellung. Durch die Akquisition von KLEO, einem Unternehmen von Carl Zeiss, konnte Manz im Jahr 2015 sein Know-how im Bereich der Laserdirektbelichtung weiter ausbauen.[10]

Im Januar 2017 werden mit der China Shenhua Energy und der Shanghai Electric ein Forschungs-Joint-Venture und ein so genanntes Equipment-Joint-Venture für Vertrieb und Wartung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen gegründet. In China soll eine Produktionslinie für Solarmodule mit 306 Megawatt Kapazität pro Jahr und eine Forschungslinie mit 44 Megawatt Kapazität pro Jahr errichtet werden.[11] Im Mai 2022 gab Manz bekannt, sich mit 40 Prozent an der Customcells Tübingen GmbH beteiligt zu haben. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das unter anderem auf Premium-Hochleistungszellen für Medizintechnik, Luftfahrt oder Automobilbranche spezialisiert ist.[12]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2016 erwarb der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric eine Beteiligung von 19,67 % an der Manz AG.[13]

  • 42,29 %, Streubesitz
  • 25,01 %, Familie Manz / Dieter Manz
  • 19,64 %, Shanghai Electric
  • 6,45 %, Invesco Advisers, Inc.
  • 3,44 %, Janus Henderson Group Plc
  • 3,17 % Universal Investment

Stand: 31. März 2022[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2021. Manz AG, abgerufen am 19. April 2022.
  2. a b Change of Name: Manz Automation AG is now Manz AG. (Nicht mehr online verfügbar.) Manz AG, 29. Juni 2011, archiviert vom Original am 13. Dezember 2013; abgerufen am 18. August 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.manz.com
  3. Manz AG: Märkte | Manz AG. Abgerufen am 31. Oktober 2018.
  4. Manz AG: Unternehmen - Profil | Manz AG. Abgerufen am 6. April 2018.
  5. Dyrk Scherff: Die deutschen Apple-Profiteure. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. September 2015, abgerufen am 18. September 2015.
  6. Photovoltaik-Produktionstechnologie: CIGS erreicht erstmals Wirkungsgrad von multikristallinen Modulen; Maschinenbauer Manz kündigt Solarstrom-Gestehungskosten zwischen vier und acht Eurocent an. Solarserver.de, 7. September 2012, archiviert vom Original am 24. Oktober 2012; abgerufen am 30. Oktober 2012.
  7. Electronic Minds GmbH: Media & PR - PR-News - 16 Prozent: Manz erzielt neuen Weltrekord bei Wirkungsgrad von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen | Manz AG. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 22. März 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.manz.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  8. DGAP-Adhoc: Manz Automation erwirbt exklusiv im Rahmen eines Know-How Lizenzierungs- und Kooperationsvertrags die Nutzungsrechte an der CIGS-Produktionstechnologie von Würth Solar. In: FinanzNachrichten.de. (finanznachrichten.de [abgerufen am 22. März 2017]).
  9. EQS Group AG, Munich, Germany: Manz AG: Übernahmevertrag für CIGS-Innovationslinie mit Würth Solar unterzeichnet - dgap.de. Abgerufen am 22. März 2017.
  10. a b Electronic Minds GmbH: Unternehmen - Historie | Manz AG. Abgerufen am 22. März 2017.
  11. Imelda Flaig: Manz ergattert Rekordauftrag in der Solarbranche. Stuttgarter Zeitung, 24. Januar 2017, abgerufen am 25. Januar 2017.
  12. Customcells: Premium-Batteriezellen für E-Autos oder die Luft- und Raumfahrt. 5. Juni 2022, abgerufen am 6. Juni 2022.
  13. Manz AG schließt Kapitalerhöhung erfolgreich ab, dgap.de, 20. Mai 2016
  14. Manz AG: Aktie - Aktionärsstruktur | Manz AG. Abgerufen am 19. April 2022.