Dürr AG

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Dürr AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005565204
Gründung 1895
Sitz Stuttgart, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 14.974[1]
Umsatz 3.715,4 Mio. Euro (2017)[2]
Branche Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferer
Website www.durr-group.com
Stand: 31. Dezember 2017

Die Dürr AG mit Sitz in Stuttgart und Hauptverwaltung in Bietigheim-Bissingen ist ein börsennotierter Maschinen- und Anlagenbauer, der 1895 in Cannstatt durch Paul Dürr (1871–1936) gegründet wurde. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und -zulieferer. Weitere Abnehmerbranchen sind zum Beispiel der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie und die holzbearbeitende Industrie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1895 mit der Gründung einer Bauklempnerei in der Brunnenstraße in Cannstatt durch Paul Dürr.[3] 1898 wurde der Betrieb erweitert durch ein Wohnhaus mit Lagerräumen an der Ecke Hofener Straße/Olgastraße in Cannstatt.

Das Dach des Kunstgebäudes in Stuttgart

Für eine Arbeit am Dach des Stuttgarter Kunstgebäudes bekam er 1913 den Titel Königlich Württembergischer Hofflaschner. 1917 wurde der Betrieb auf Blechbearbeitung ausgeweitet und Kontakte zur Fahrzeugindustrie aufgebaut.

Dürr lieferte während des Kriegs die Blechteile für das NSU-Kettenkrad

1932 übergab Paul Dürr das Unternehmen an seinen Sohn Otto Dürr. 1936 entstand in Stuttgart-Zuffenhausen ein Zweigbetrieb. 1938 wurde ein Konstruktionsbüro eingerichtet und ein Ingenieur beschäftigt, so dass auch komplizierte Blechteile produziert werden konnten. Der Betrieb wurde während des Zweiten Weltkriegs in die Rüstungsproduktion einbezogen, die Blechteile für das NSU-Kettenkrad stammten von der Firma Dürr. 1943 wurde das Stammwerk in Bad Cannstatt bei einem Bombenangriff zerstört.

Im Jahr 1950 wurde mit dem Anlagenbau begonnen, es entstand eine Anlage für die chemische Oberflächenbehandlung. 1963 installierte Dürr im Ford-Werk Genk die erste Anlage zur elektrophoretischen Tauchlackierung. 1964 und 1966 wurden Tochterunternehmen in Brasilien und Mexiko gegründet.

1978 weitete Dürr sein Unternehmen auf die Bereiche Automatisierung und Fördertechnik aus. 1989 ging Dürr an die Börse und übernahm die Behr-Gruppe. Somit waren alle Kernkompetenzen des Lackieranlagenbaus in einem Unternehmen vereinigt. 1999 übernahm Dürr das französische Unternehmen Alstom Automation, im Jahr 2000 wurde der Messtechnik-Konzern Carl Schenck Teil der Dürr-Gruppe. 2003 erhielt Dürr seinen bislang größten Auftrag: General Motors bestellt drei Lackierereien für Nordamerika.

Im Zuge der Neuausrichtung der Konzernstruktur und der Konzentration auf seine Kernkompetenzen im Maschinen- und Anlagenbau veräußerte Dürr 2005 Randaktivitäten, die es als nicht mehr in das Portfolio des Geschäftsmodells mit Fokus auf die Automobilindustrie passend betrachtete. Im Sommer 2009 verlagerte Dürr seine Konzernverwaltung an den Standort Bietigheim-Bissingen.

Nach 23 Jahren an der Spitze des Aufsichtsrats der Dürr legte Heinz Dürr sein Amt im April 2013 nieder. 2014 erwarb Dürr mit HOMAG den Marktführer für Maschinen und Systeme in der holzbearbeitenden Industrie.

2017 verfügte Dürr über ein Vertriebs- und Servicenetzwerk mit 92 Standorten in 31 Ländern.[4]

2018 hat Dürr das industrielle Umwelttechnikgeschäft des US-Unternehmens Babcock & Wilcox Enterprises, Inc. (B&W) erworben.[5]

Börse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürr ist seit dem 4. Januar 1990 an der Börse notiert; die Aktie ist im MDAX und Stoxx 600 vertreten.

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
25,3 % Heinz Dürr GmbH, Berlin
71,2 % Institutionelle und private Investoren, davon die Vorstandsmitglieder der Dürr AG mit 0,2 % sowie die Aufsichtsratsmitglieder der Dürr AG mit 0,1 %.
3,5 % Heinz und Heide Dürr Stiftung, Berlin

Stand: 26. Juni 2018

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konzern agiert mit drei globalen Marken Dürr, Schenck und HOMAG und hat fünf Geschäftsbereiche:

Geschäftsbereich (nur in englischer Sprache) Beschreibung Umsatz Mitarbeiter
Paint and Final Assembly Systems Lackieranlagen für die Automobilindustrie, für die Tier 1 / 2 Supplier und die allgemeine Industrie sowie Systeme für die Fahrzeugendmontage 1,2 Mrd. Euro 3.400 Mitarbeiter
Application Technology Robotertechnologien für den automatischen Auftrag von Lack sowie Dicht- und Klebstoffen, Produkte für die industrielle Lackierung 0,6 Mrd. Euro 2.000 Mitarbeiter
Clean Technology Systems Abluftreinigungssysteme, Energieeffizienztechnik 0,2 Mrd. Euro 600 Mitarbeiter
Measuring and Process Systems Auswucht-, Montage-, Prüf-, Befülltechnik 0,5 Mrd. Euro 2.300 Mitarbeiter
Woodworking Machinery and Systems Maschinen und Anlagen für die Holzbearbeitung 1,2 Mrd. Euro 6.400 Mitarbeiter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dürr Aktie. finazen.net, abgerufen am 8. November 2018.
  2. KENNZAHLEN (IFRS). (pdf) Dürr AG, abgerufen am 8. November 2018.
  3. Inside News, internationales Mitarbeitermagazin für den Dürr-Konzern 2015/12 S. 5.
  4. Dürr AG: Geschäftsmodell / Strategie - Dürr. Abgerufen am 5. September 2017.
  5. Dürr kauft in den USA zu und erweitert Umwelttechnikgeschäft. Abgerufen am 2. März 2019.