Dürr AG

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Dürr AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005565204
Gründung 1896[1]
Sitz Stuttgart, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 16.525 (2020)[2]
Umsatz 3,32 Mrd. Euro (2020)[2]
Branche Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferer
Website www.durr-group.com
Stand: 8. März 2021

Die Dürr AG mit Sitz in Stuttgart und Hauptverwaltung in Bietigheim-Bissingen ist ein börsennotierter Maschinen- und Anlagenbauer, der 1896 in Cannstatt durch Paul Dürr (1871–1936) gegründet wurde. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und -zulieferer. Weitere Abnehmerbranchen sind zum Beispiel der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie und die holzbearbeitende Industrie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dach des Kunstgebäudes in Stuttgart
Die erste Dürr-Anlage zur chemischen Oberflächenbehandlung

Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1896 mit der Gründung einer Bauklempnerei in der Brunnenstraße in Bad Cannstatt durch Paul Dürr (1871–1936).[3] Dürr stellte unter anderem Dachrinnen und Ornamente für die königlichen Schlösser her[4] und erweiterte den Betrieb 1898 durch ein Wohnhaus mit Lagerräumen an der Ecke Hofener Straße/Olgastraße in Bad Cannstatt. Für eine Arbeit am Dach des Stuttgarter Kunstgebäudes erhielt Dürr 1913 den Titel Königlich Württembergischer Hofflaschnermeister. 1917 wurde der Betrieb auf Blechbearbeitung ausgeweitet und Kontakte zur Fahrzeugindustrie aufgebaut.

1932 übergab Paul Dürr das Unternehmen an seinen Sohn Otto Dürr. 1936 entstand in Stuttgart-Zuffenhausen ein Zweigbetrieb. 1938 wurde ein Konstruktionsbüro eingerichtet und ein Ingenieur beschäftigt, so dass auch komplizierte Blechteile produziert werden konnten. Der Betrieb wurde während des Zweiten Weltkriegs in die Rüstungsproduktion einbezogen, die Blechteile für das NSU-Kettenkrad stammten von der Firma Dürr. 1943 wurde das Stammwerk in Bad Cannstatt bei einem Bombenangriff zerstört.

Im Jahr 1950 wurde mit dem Anlagenbau begonnen, es entstand eine Anlage für die chemische Oberflächenbehandlung. 1963 installierte Dürr im Ford-Werk Genk die erste Anlage zur elektrophoretischen Tauchlackierung. 1964 und 1966 wurden Tochterunternehmen in Brasilien und Mexiko gegründet.

1978 weitete Dürr sein Unternehmen auf die Bereiche Automatisierung und Fördertechnik aus. 1989 ging Dürr an die Börse und übernahm die Behr-Gruppe. Somit waren alle Kernkompetenzen des Lackieranlagenbaus in einem Unternehmen vereinigt. 1999 übernahm Dürr das französische Unternehmen Alstom Automation, im Jahr 2000 wurde der Messtechnik-Konzern Carl Schenck Teil der Dürr-Gruppe. 2003 erhielt Dürr seinen bislang größten Auftrag: General Motors bestellt drei Lackierereien für Nordamerika.

Im Zuge der Neuausrichtung der Konzernstruktur und der Konzentration auf seine Kernkompetenzen im Maschinen- und Anlagenbau veräußerte Dürr 2005 Randaktivitäten, die es als nicht mehr in das Portfolio des Geschäftsmodells mit Fokus auf die Automobilindustrie passend betrachtete. Im Sommer 2009 verlagerte Dürr seine Konzernverwaltung an den Standort Bietigheim-Bissingen.

Nach 23 Jahren an der Spitze des Aufsichtsrats der Dürr AG legte Heinz Dürr sein Amt im April 2013 nieder. 2014 erwarb Dürr mit HOMAG den Marktführer für Maschinen und Systeme in der holzbearbeitenden Industrie.

2018 hat Dürr das industrielle Umwelttechnikgeschäft des US-Unternehmens Babcock & Wilcox Enterprises, Inc. (B&W) erworben.[5]

2019 beschäftigt die Dürr AG rund 16.400 Mitarbeiter und verfügt über 108 Standorte in 32 Ländern.[6]

Börse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürr ist seit dem 4. Januar 1990 an der Börse notiert; die Aktie ist im MDAX vertreten.

Eigentümerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
25,3 % Heinz Dürr GmbH, Berlin
71,2 % Institutionelle und private Investoren, davon die Vorstandsmitglieder der Dürr AG mit 0,2 % sowie die Aufsichtsratsmitglieder der Dürr AG mit 0,1 %.
3,5 % Heinz und Heide Dürr Stiftung, Berlin

Stand: 26. Juni 2018

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konzern agiert mit drei globalen Marken Dürr, Schenck und HOMAG und hat fünf Geschäftsbereiche:

Geschäftsbereich (nur in englischer Sprache) Beschreibung Umsatz Mitarbeiter
Paint and Final Assembly Systems Lackierereien sowie Endmontage-, Prüf- und Befülltechnik für die Automobilindustrie, Montage- und Prüfsysteme für Medizinprodukte 1,2 Mrd. Euro 4.400 Mitarbeiter
Application Technology Robotertechnologien für den automatischen Auftrag von Lack sowie Dicht- und Klebstoffen 0,5 Mrd. Euro 2.200 Mitarbeiter
Clean Technology Systems Abluftreinigungsanlagen, Schallschutzsysteme und Beschichtungsanlagen für Batterieelektroden 0,4 Mrd. Euro 1.300 Mitarbeiter
Measuring and Process Systems Auswuchtanlagen und Diagnosetechnik 0,2 Mrd. Euro 1.400 Mitarbeiter
Woodworking Machinery and Systems Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie 1,1 Mrd. Euro 6.900 Mitarbeiter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historie. In: www.durr-group.com. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  2. a b Pressemeldung zu den vorläufigen Zahlen 2020. (pdf) Dürr AG, abgerufen am 8. März 2021.
  3. Inside News, internationales Mitarbeitermagazin für den Dürr-Konzern 2015/12 S. 5.
  4. Werner Buthge: Wie die Industrie nach Stuttgart fand. Von Drogen, Autos, Büstenhaltern und anderen "Sünden" der Vergangenheit. Stuttgart 2017, S. 57.
  5. Dürr kauft in den USA zu und erweitert Umwelttechnikgeschäft. In: www.finanznachrichten.de. 6. Juni 2018, abgerufen am 18. September 2019.
  6. Der Dürr-Konzern im Überblick. In: www.durr-group.com. Abgerufen am 18. September 2019.
  7. Heinz Dürr. Abgerufen am 3. August 2021.