Maria Isabella d’Harskamp

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Gräfin Maria Isabella d’Harskamp(s) (* 3. September 1724 in Aachen; † 8. Mai 1805 Aachen) war eine Philanthropin. Sie gründete Stiftungen in Namur und Aachen. Geboren wurde sie als Maria Isabella Brünelle, Tochter der Wirtsleute Hermann Brünelle und Jeanne-Marie Tilmans in Aachen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1748 kommt Graf Pontian d'Harscamp nach Aachen. Er war ein reicher Mann mit Besitzungen in Namur, Lüttich, Böhmen und Ungarn. Seine Familie kommt ursprünglich aus den Niederlanden, doch dieser Zweig war bereits 50 Jahre zuvor ausgestorben. Der Graf ist der letzte seiner Line. Er war Oberst in Kurpfälzischen Diensten und auf dem Weg zu seinen Gütern in Ungarn als er bei den Wirtsleuten Station machte. Er nahm die Tochter Isabella mit nach Ungarn und heiratete sie im September gleichen Jahres in Kniesen. Das Paar lebte auf seinen Gütern und hatte 3 Kinder, die aber in der Pockenepidemie 1763 (die letzte 1765) starben. Das Paar kehrte dann nach Namur zurück und wohnt zunächst auf Schloss Fernelmont. 1772 kauften sie die Herrschaft Marchin. Die reiche und wohltätige Grafin war berühmt und traf am 5. und 6. Juni 1781 sogar Kaiser Joseph II., als dieser kurz in Namur halt machte.

Ab 1787 kommt es zu Unruhen im ganzen Land, da sind die Reformen von Joseph II. und die Französische Revolution. Als am 6. November 1792 die Österreicher in der Schlacht von Jemappes besiegt wurden, fielen die belgischen Gebiete an die Franzosen. Am 20. November wird die Festung Namur besetzt. Nur ein Jahr später am 18. März 1793 verlieren die Franzosen in der Schlacht von Neerwinden und müssen ihrerseits die belgischen Gebiete räumen. Am 26. März 1793 sind die Kaiserlichen wieder in Namur. Am 25. Juni 1794 siegen die Franzosen in Fleurus und die Österreicher müssen wieder abziehen.

In diesem Hin und Her stirbt am 1. Mai 1794 der Graf und wird auf dem Friedhof von Noville-les-Bois begraben (heute ein Ortsteil von Fernelmont). In seinem Testament macht er viele Spenden für die Armen der Umgebung. Am 1. Juni flieht die Gräfin nach Hessen. Ihre Güter in Belgien werden zunächst beschlagnahmt. Sie kann aber ihre Besitzungen in Böhmen verkaufen. Für alle unerwartet stirbt sie aber am 8. Mai 1805 in Aachen.

In ihrem Testament bestimmt sie zahlreiche Stiftungen für die Armen. Dazu zählen neben regelmäßigen Brotspenden (aus der Allgemeinen Deutschen Biographie):

  • eine jährliche Rente von 3600 Franken für Aachener Hausarmen,
  • 7200 Franken Rente zur Unterstützung verschämter Armen von tadellosem Wandel, deren Eltern oder Vorfahren im Wohlstande gelebt hatten,
  • 3600 Franken Rente zur Unterstützung von zwölf jungen Mädchen behufs ihrer Ausbildung; dieselben mussten wenigstens 14 Jahre alt sein und blieben bei guter Führung bis zu ihrer Verheirathung oder sonstiger Versorgung im Besitze der Unterstützung und
  • eine Rente von 6000 Franken zur Unterstützung von zwölf Knaben von vollendetem 12. bis zum vollendeten 21. Jahre.

Noch 1868 hatte Harskamps’sche Stiftung in Aachen ein Vermögen von 230.000 Talern. Die Stiftung in Namur besteht noch heute.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafin war seit dem 3. September 1748 mit Pentian d’Harskamps verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder die alle an Pocken starben.

  • Wenzel-Stanislas (* 29. Oktober 1751; † 2. Juli 1763)
  • Franz Joseph (* 4. Dezember 1758; † 12. Juli 1763)
  • Tochter (1759–1765)

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Aachen erinnert die Harscampstraße an die Gräfin, in Namur der Boulevard Isabelle Brunell; einer seiner Nebenstraßen heißt zudem Rue d'Harscamp.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]