Fleurus

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Fleurus
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Fleurus (Hennegau)
Fleurus
Fleurus
Staat: Belgien
Region: Wallonien
Provinz: Hennegau
Bezirk: Charleroi
Koordinaten: 50° 29′ N, 4° 33′ OKoordinaten: 50° 29′ N, 4° 33′ O
Fläche: 59,28 km²
Einwohner: 22.805 (1. Jan. 2014)
Bevölkerungsdichte: 385 Einwohner je km²
Postleitzahl: 6220, 6221, 6222, 6223, 6224
Vorwahl: 071
Bürgermeister: Jean-Luc Borremans
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Chemin de Mons, 61
6220 Fleurus
Website: www.fleurus.be
lflblelslh

Fleurus [flœˈʀʏs], wallonisch Fleuru, ist eine Gemeinde in der belgischen Provinz Hennegau, Arrondissement Charleroi. Die Stadt liegt an der Sambre und ist ein Knotenpunkt an der Eisenbahnlinie Tamines - Landen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde belegen Landwirtschaft seit der Jungsteinzeit. Aus der Römerzeit sind Reste von Straßen erhalten, die Chaussée Brunhaut.

Erstmals erwähnt wurde Fleurus 868, damals als Fledelciolum / Flederciolum. Der heutige Name des Ortes wurde erstmals im 17. Jahrhundert gebraucht. Möglicherweise geht er letztendlich auf den keltischen Namen für den Wasserlauf durch die Gemeinde zurück.

Fleurus war seit der frühen Neuzeit Schauplatz mehrerer wichtiger militärischer Auseinandersetzungen.

Auch in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts waren Fleurus und Umgebung Austragungsstätte schwerer Gefechte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Fleurus gehören seit der Gemeindereform 1977 folgende Orte:

  • Brye (wallonisch Briye)
  • Heppignies (Epniye)
  • Lambusart (Lambussåt)
Ruinen der alten Abtei Soleilmont
  • Saint-Amand (Sint-Amand)
  • Wagnelée (Wagnlêye)
  • Wanfercée-Baulet (Wanfercêye-Bålet)
  • Wangenies (Wanjniye)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruinen der alten Zisterzienserabtei Soleilmont zeugen von einer jahrhundertelangen Klostertradition, die heute in der modernen Trappistinnen-Abtei Notre Dame de Soleilmont weiterlebt.

Radiochemische Industrieanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fleurus geriet in den letzten Jahren in die Schlagzeilen wegen zwei schwereren Unfällen im Institut national des RadioElements (IRE), einer Anlage zur Herstellung von radiopharmazeutischen Präparaten.

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ein Hydraulikversagen wurde eine Kobaltquelle aus einem strahlenabschirmenden Wasserbecken gehoben, obwohl kein Bestrahlungsvorgang stattfand und die Tür zum Raum offen stand. Aufgrund des ausgelösten Alarms betrat ein Techniker den Raum. Während des Aufenthaltes von nur 20 Sekunden erhielt er eine Strahlen-Dosis von rund 4,6 Sievert, die mittelfristig lebensbedrohlich sein kann (INES 4).

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss eines Produktionsvorgangs wurden drei kleinere Sammeltanks in einen größeren Abwassertank umgefüllt. Dabei kam es zu einer unerwarteten chemischen Reaktion mit Entstehung von radioaktivem Jod-131. Dieses konnte aufgrund eines defekten Messcomputers während einiger Tage langsam und unbemerkt über einen Kamin in die Umgebung austreten. Als das Problem bemerkt wurde, wurde auf Anweisung der belgischen Aufsichtsbehörde die Produktion in der ganzen Anlage gestoppt und ein Kreissektor von 5 Kilometern in nordöstlicher Richtung für einige Tage mit einem Verzehrverbot für landwirtschaftliche Produkte belegt (INES 3).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ENSI-Jahresberichte, Kapitel Lehrreiche Vorkommnisse

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fleurus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien