Marieney

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Marieney

Marieney ist ein Ortsteil der am 1. Januar 1994 gebildeten Gemeinde Mühlental im Vogtlandkreis in Sachsen. Der Ort liegt südöstlich von Oelsnitz/Vogtl. an einer Verbindungsstraße, die bei Unterwürschnitz im Tal der Weißen Elster von der Bundesstraße 92 abzweigt und weiter nach Schilbach und Schöneck/Vogtl. führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung des Ortes soll 1279 mit der Nennung von Luther de Marchenia erfolgt sein.

Auf der Ortsflur von Marieney, die in der Pflege bzw. dem späteren Amt Voigtsberg lag, konnte die Anlage eines spätmittelalterlichen Hammerwerks durch archäologische Grabungen nachgewiesen werden, was beweist, dass es im oberen Vogtland eine ähnliche Dichte von Eisenhämmern wie im Raum Pirna gegeben hat.

Am 9. März 1416 übereignete Landgraf Friedrich der Jüngere von Thüringen in Weimar der bei ihm zu Lehen gehenden Pfarrkirche von Marieney einen Hof im dortigen Dorf, darin der Knabe wohnhaftig gewesen ist (wohl ein illegetimer Spross der Landgrafenfamilie?).

Über viele Jahre war im 15. Jahrhundert die Familie Toss die einflussreichste und begütertste Familie im Ort. Sie tätigte mehrere Stiftungen für die dortige Kirche und stand im Kontakt zu den Wettinern. Auch die Kirchgemeinden umliegender Orte profitierten von der Freigiebigkeit der Familie Toss.

1537 kam es zu einem Bierkrieg zwischen der Ritterschaft und den Städten des Vogtlands wegen des Malzens, Brauens und Bierschenkens, von dem auch die Schenke in Marieney neben 23 anderen ritterschaftlichen Gasthäusern betroffen war.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[1]
1583 32 besessene Mann, 4 Häusler
1764 31 besessene Mann, 9 Häusler
1834 646
1871 727
Jahr Einwohnerzahl
1890 681
1910 800
1925 815
1939 766
Jahr Einwohnerzahl
1946 804
1950 764
1964 525
19901 462
1 mit Saalig

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche und Pfarrhaus
  • neugotische Kirche von 1892 neben dem Vorgängerbau (ehem. Wallfahrtskirche)
  • zwei Griebenherde, ein Steinkreuz
  • Kulturdenkmal „Haartmühle“
  • Zürnerdenkmal an der Dorfstraße
  • Mosendenkmal auf dem Friedhof
  • zwei Kriegerdenkmale

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Marieney. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 10. Heft: Amtshauptmannschaft Oelsnitz. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 9.
  • Marieney. In: Das Obere Vogtland (= Werte unserer Heimat. Band 26). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 31–34.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marieney – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Marieney im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Koordinaten: 50° 22′ N, 12° 16′ O