Andreas-Hofer-Lied

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Das Andreas-Hofer-Lied (nach der ersten Textzeile auch Zu Mantua in Banden genannt) ist die Tiroler Landeshymne. Der Text wurde 1831 von dem Vogtländer Julius Mosen verfasst. Es beschreibt die Hinrichtung von Andreas Hofer nach dem Tiroler Volksaufstand von 1809 gegen die französisch-bayerische Besetzung. Die dazugehörende Melodie schrieb Leopold Knebelsberger im Jahr 1844. Das Lied wurde 1948 zur offiziellen Hymne des österreichischen Bundeslandes Tirol erklärt.

Julius Mosen
Leopold Knebelsberger

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Zu Mantua in Banden
Der treue Hofer war,
In Mantua zum Tode
Führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz.
|: Mit ihm das Land Tirol,
Mit ihm das Land Tirol.:|

2. Die Hände auf dem Rücken
Der Sandwirt Hofer ging,
Mit ruhig festen Schritten,
Ihm schien der Tod gering.
Der Tod, den er so manchesmal,
Vom Iselberg geschickt ins Tal,
|: Im heil’gen Land Tirol,
Im heil’gen Land Tirol.:|

3. Doch als aus Kerkergittern
Im festen Mantua
Die treuen Waffenbrüder
Die Händ’ er strecken sah,
Da rief er laut: „Gott sei mit euch,
Mit dem verrat’nen Deutschen Reich,
|: Und mit dem Land Tirol,
Und mit dem Land Tirol.“:|

4. Dem Tambour will der Wirbel
Nicht unterm Schlegel vor,
Als nun der Sandwirt Hofer
Schritt durch das finst’re Tor,
Der Sandwirt, noch in Banden frei,
Dort stand er fest auf der Bastei.
|: Der Mann vom Land Tirol,
Der Mann vom Land Tirol.:|

5. Dort sollt’ er niederknien,
Er sprach: „Das tu ich nit!
Will sterben, wie ich stehe,
Will sterben, wie ich stritt!
So wie ich steh’ auf dieser Schanz’,
Es leb’ mein guter Kaiser Franz,
|: Mit ihm das Land Tirol!
Mit ihm das Land Tirol!“:|

6. Und von der Hand die Binde
Nimmt ihm der Korporal;
Und Sandwirt Hofer betet
Allhier zum letzten Mal;
Dann ruft er: „Nun, so trefft mich recht!
Gebt Feuer! - Ach, wie schießt ihr schlecht!
|: Ade, mein Land Tirol!
Ade, mein Land Tirol!“:|

Status und Verwendung in den Landesteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nord- und Osttirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bundesland Tirol ist die Landeshymne seit 2005 gesetzlich[1] wie folgt geschützt:

„Text und Melodie des Andreas-Hofer-Liedes bilden ein untrennbares Ganzes. Es ist daher verboten, seinen Text nach einer anderen Melodie und zu seiner Melodie einen anderen Text zu singen. Dieses Verbot gilt auch für Texte und Melodien, die dem Andreas-Hofer-Lied ähnlich sind und nur unwesentlich davon abweichen.“

Eine Missachtung konnte mit einer Geldbuße von bis zu 72,67 Euro (ehemals 1000 Schilling) oder 4 Wochen Arrest bestraft werden. Verfassungsrechtlich ist der umfassende Schutz der Hymne umstritten, unter anderem auch deshalb, weil bis zur offiziellen Verleihung des Status’ der Hymne bereits andere Lieder existierten, die dieselbe Melodie verwendeten. Zu den bekanntesten davon gehört das Arbeiterlied Dem Morgenrot entgegen mit Text von Heinrich Eildermann. Auch das Lied Wer schafft das Gold zutage (Text von Johann Most) wird auf die Melodie des Hofer-Liedes gesungen.

Diese Gesetzesstelle über den Schutz der Landeshymne wurde in der Sitzung des Tiroler Landtages vom 17. bis 19. November 2004 leicht abgeändert, wobei den gröbsten verfassungsrechtlichen Bedenken Rechnung getragen wurde, etwa der Freiheit der Kunst und dem aus dem Gleichheitsgrundsatz abgeleiteten Sachlichkeitsgebot. Nunmehr wird mit Geldstrafe bis zu 2000 Euro bestraft (die Drohung mit Arrest ist gestrichen), wer Wortlaut oder Melodie entstellend verändert oder die Hymne unter Begleitumständen spielt oder singt, die nach allgemeinem Empfinden die ihr gebührende Achtung verletzen.[2]

Südtirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südtiroler Landtag hat im Dezember 2004 die Erhebung des Andreas-Hofer-Liedes zur Südtiroler Landeshymne mit Verweis auf die italienische Bevölkerungsgruppe in Südtirol mehrheitlich abgelehnt. Im März 2010 fasste der Landtag den Beschluss, das Lied weiterhin bei offiziellen Anlässen zu singen, es aber nicht offiziell zur Landeshymne zu machen.[3]

Welschtirol (Trentino)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Es gibt auch eine italienische (Welschtiroler) Version des Andreas-Hofer-Liedes. Die Nachdichtung wurde 1885 von Pater Lorenzo Felicetti aus Predazzo verfasst und trägt den Namen Inno di Andrea Hofer.[4] Das Lied war bis 1918 sehr bekannt in Welschtirol.

Inno di Andrea Hofer

1. A Mantova in catene
L’Hofer fedele sta,
Schiera nemica viene,
A morte il condurrà.
Il duol suoi Fidi piange,
piange tutta Germania.
|: Con essa il suo Tirol,
Con essa il suo Tirol.:|

2. Con man legate ei forte
Tranquillo se ne va,
L’ormai vicina morte,
Amara non gli sa.
La morte onde sovente,
Percosse il prepotente,
|: Nel caro (sacro) suo Tirol,
Nel caro (sacro) suo Tirol.:|

3. Quando dalle progioni
di Mantova fatal
Vidi i commilitoni
A lui fare signal,
Gridò: «Sia vosco Iddio,
col gramo Impero mio,
|: Col fido mio Tirol,
Col fido mio Tirol.»:|

4. Stenta fin del tamburo
il ruolo a risuonar,
Quando sul triste muro
il condannato appar’,
Andrea, anche presso a morte,
Sta ritto, fiero, forte.
|: Il Capo del Tirol,
Il Capo del Tirol.:|

5. Da esser fucilato,
Dovrebbe inginocchiar,
«Giammai non ho tremmato,
Nemmen qui vo’ tremmar!
In piedi vo’ morire,
Viva Francesco il Sire
|: Con esso il suo Tirol!
Con esso il suo Tirol!»:|

6. La benda ei gitta via
ed alza gli occhi al ciel,
Mormora prece pia
Il servo ognor fedel
Poi grida: «Orsù, sparate,
Oh come mal tirate!
|: Addio mio bel Tirol!
Addio mio bel Tirol!»:|

Inoffizielle Hymnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich wird der Marsch Dem Land Tirol die Treue von Florian Pedarnig als „heimliche Tiroler Hymne“ bezeichnet,[5] das vom Reimmichl getextete Volkslied Tirol isch lei oans („Tirol ist einzigartig“) als „zweite Landeshymne“[6] oder heimliche „Volkshymne“.[7] Als inoffizielle Südtiroler Hymne gilt das Bozner Bergsteigerlied von Karl Felderer.

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die Melodie des Andreas-Hofer-Liedes werden unter anderem die Arbeiterlieder Dem Morgenrot entgegen (Text von Heinrich Eildermann, 1907) und Wer schafft das Gold zutage (Text von Johann Most) gesungen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz vom 17. November 2004 über die Tiroler Landeshymne (LGBl. Nr. 3/2005)
  2. Gesetz vom 17. November 2004 über die Tiroler Landeshymne (PDF) Landesgesetzblatt für Tirol, Stück 2 / Jahrgang 2005, S. 21–22.
  3. Hofer-Lied weiter nur inoffizielle Landeshymne Südtirols. tt.com, 2. März 2010, abgerufen am 6. März 2010.
  4. EmScuola (PDF) S. 9 (italienisch)
  5. Dem Land Tirol die Treue (Memento vom 30. Dezember 2012 im Webarchiv archive.is) auf www.tirol.at, archiviert vom Original am 30. Dezember 2012.
  6. Martin Reiter, Reimmichl, Mei Liab ist Tirol – Ist mei Weh und mei Wohl. Reimmichl – der Tag- und Nachtschreiber Gottes, Berenkamp, Schwaz 1992, S. 158
  7. Hans Karl Peterlini: Das Hohelied der Einheit. Mythos Identität am Beispiel Tirol/Südtirol – eine psychoanalytisch orientierte Dekonstruktion. In: Claus Oberhauser, Wolfgang Knapp (Hrsg.): Hinter den Kulissen. Beiträge zur historischen Mythenforschung. Innsbruck University Press, Innsbruck 2012, S. 214, kreidekreis.com (PDF).