Markus Vogt (Sozialethiker)

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Markus Vogt (* 26. Oktober 1962 in Freiburg i.Br.) ist ein deutscher katholischer Theologe und Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Vogt studierte Theologie und Philosophie in München, Jerusalem und Luzern. Markus Vogt promovierte bei Wilhelm Korff zum Thema „Sozialdarwinismus“ in München. Die Dissertation erschien 1997 unter dem Titel „Sozialdarwinismus. Wissenschaftstheorie, politische und theologisch-ethische Aspekte der Evolutionstheorie“ im Herder-Verlag. Seine Habilitationsschrift (eingereicht bei Hans Münk in Luzern) veröffentlichte er 2009 im Oekom-Verlag, München: „Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive.“

1992 bis 1995 war er Mitarbeiter im Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung. Seit 1995 ist er Berater der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission VI der DBK (Deutsche Bischofskonferenz). Von 1998 bis 2007 war Vogt Professor für Christliche Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern und Leiter der dort von ihm begründeten Clearingstelle „Kirche und Umwelt“.

Seit April 2007 ist Vogt Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Für das Sommersemester 2011 und Wintersemester 2011/12 hatte Vogt eine Forschungsprofessur am Rachel Carson Center for Environment and Society an der Ludwig-Maximilians-Universität in München inne und dort Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Christliche Sozialethik im deutschsprachigen Raum.

Vogt ist verheiratet und hat drei Kinder.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsschwerpunkte von Vogt sind die philosophische Grundlegung der Sozialprinzipien sowie Umwelt- und Wirtschaftsethik. Er war maßgeblich daran beteiligt, die Christliche Sozialethik und die Katholische Soziallehre an das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit heranzuführen und das Sozialprinzip Nachhaltigkeit zu formulieren.

2017 erhielt er im Vatikan durch den Juryvorsitzenden Reinhard Kardinal Marx und Stiftungspräsident Domingo Sugranyes Bickel für seine 2013 erschienene Arbeit ‪„‪Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive“ den Internationalen Preis der Päpstlichen Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice.[1][2]

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen, politischen und kirchlichen Gremien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Sozialethikerinnen und Sozialethiker des deutschsprachigen Raums
  • Senior Associate des Rachel Carson Center für Internationale Umweltgeschichte (seit 2010)
  • Mitherausgeber der Zeitschrift Amos International. Gesellschaft gerecht gestalten (seit 2009)
  • Mitglied des Münchner Kompetenzzentrums Ethik der LMU München (seit 2007)
  • Diözesanrat München und Freising
  • Justitia et Pax Deutschland (Arbeitsgruppe „Weltwirtschaft und Agrarhandel“)
  • Leitung des Fachbereichs Umwelt beim Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (1999–2008)
  • Arbeitskreis „Wirtschaft und Kirche“ beim Bund Katholischer Unternehmer
  • Arbeitskreis „Naturwissenschaft und Theologie“ der Katholischen Akademie in Bayern

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive (Hochschulschriften zur Nachhaltigkeit 39), München: oekom, 2009 [3. Aufl. München 2013].
  • Wo steht die Umweltethik? Argumentationsmuster im Wandel (Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung, Band 5), Marburg: Metropolis 2013 (Herausgeber).
  • Die Moral der Energiewende. Risikowahrnehmung im Wandel am Beispiel der Kernenergie, Stuttgart: Kohlhammer, 2014 (Herausgeber).
  • Theologie der Sozialethik (Quaestiones Disputatae), Freiburg: Herder, 2013 (Herausgeber).
  • Naturverständnis in der Moderne: Zwischen Wertvorstellungen und Weltbildern Politische Ökologie 99
  • Soziale Marktwirtschaft im Anspruch des Aristotelischen Gerechtigkeitsmodells (Kirche und Gesellschaft, hrsg. von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach; Nr. 391), J. P. Bachem Medien, Köln 2012, ISBN 978-3-7616-2585-9.
  • Werden Tschernobyl und Fukushima Wendepunkte für die Bewertung der Kernenergie? (Mai 2011, pdf, 13 Seiten; 151 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Internationaler Preis der Stiftung „Centesimus Annus“ geht an Markus Vogt“, Zenit, 15. Februar 2017, abgerufen am 17. Mai 2017.
  2. „Zwei Deutsche von Papst-Stiftung ausgezeichnet“, Deutschlandfunk, 19. Mai 2017.