Martha Brautzsch

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Martha Brautzsch, geborene Ganzer (* 17. Juli 1907 in Halle (Saale); † 8. März 1946 in Kospa, Landkreis Delitzsch) war eine Funktionärin der KPD in Mitteldeutschland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines Steinsetzers wurde 1924 Mitglied der KPD. Während der Zeit des Nationalsozialismus war sie im kommunistischen Widerstand aktiv. Wegen dieser Tätigkeiten war sie zwischen 1933 und 1945 mehrfach inhaftiert. Ihr Mann Max Brautzsch war drei Jahre in Gefängnissen und im KZ Lichtenburg inhaftiert. Er wurde im Februar 1943 in das Strafbataillon 999 eingezogen, geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst im Juli 1947 nach Halle zurück.

Nach Kriegsende engagierte sie sich besonders in der antifaschistischen Frauenbewegung und kämpfte für die Gleichberechtigung der Frauen. Bereits am 23. April 1945 wurde sie in die KPD-Leitung für Halle und Umgebung berufen. Nach Bildung der KPD-Bezirksleitung Halle-Merseburg im Juni 1945 war sie als Mitglied der Bezirksleitung für die Frauenarbeit zuständig. Im September 1945 wurde sie zur ersten Vorsitzenden des antifaschistischen Frauenausschusses der Provinz Sachsen gewählt. Seit Februar 1946 gehörte sie als KPD-Vertreterin zum Organisationskomitee der einheitlichen Arbeiterpartei für die Provinz Sachsen an, die die Vereinigung der beiden Parteien KPD und SPD zur SED vorbereiteten.

Sie und ihr Fahrer wurden nach einer Veranstaltung zum Frauentag in der Nähe von Kospa ermordet. In der offiziellen Geschichtsschreibung der DDR wurden als Urheber dieser Bluttat „faschistische Banden“ angegeben. Jüngere Forschungen haben ergeben, dass Martha Brautzsch und ihr Fahrer einem marodierenden sowjetischen Soldaten zum Opfer fielen. Ihr Grab befindet sich auf dem Südfriedhof von Halle.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Ehren Brautzschs wurde eine Straße in Halle (Saale) sowie in Kahlwinkel und ein Kinderheim nach ihr benannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Hirschinger: Fälschung und Instrumentalisierung antifaschistischer Biographien: Das Beispiel Halle/Saale 1945-2005, V&R unipress GmbH, Göttingen, 2007, ISBN 3-89971-354-0.
  • Vereint auf dem Weg zum Sozialismus – Geschichte der Landesparteiorganisation Sachsen-Anhalt der SED 1945 bis 1952, herausgegeben von den Bezirksleitungen Halle und Magdeburg der SED, Halle – Magdeburg, 1986