Könnern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Könnern
Könnern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Könnern hervorgehoben
51.66972222222211.770833333333121Koordinaten: 51° 40′ N, 11° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Höhe: 121 m ü. NHN
Fläche: 125,15 km²
Einwohner: 8744 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06420
Vorwahlen: 034691, 034692 (Strenznaundorf), 034722 (Cörmigk)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 195
Stadtgliederung: 30 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06420 Könnern
Webpräsenz: www.stadt-koennern.de
Bürgermeister: Rainer Sempert (FDP)
Lage der Stadt Könnern im Salzlandkreis
Barby Seeland Seeland Bördeaue Seeland Börde-Hakel Börde-Hakel Ilberstedt Borne Seeland Seeland Wolmirsleben Giersleben Seeland Güsten Plötzkau Alsleben (Saale) Nienburg (Saale) Egeln Barby Bernburg Calbe (Saale) Schönebeck (Elbe) Bördeland Könnern Hecklingen Aschersleben StaßfurtKarte
Über dieses Bild
Rathaus Könnern

Könnern (bis 1911 Cönnern) ist eine Kleinstadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Saale fließt am westlichen Stadtrand vorbei. Dieser Flussabschnitt gehört zum Naturpark Unteres Saaletal. Der Osten der Stadt Könnern wird von der Fuhne durchflossen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in Ortschaften und Ortsteile :

Ortschaft Ortsteile
Beesenlaublingen Beesenlaublingen, Beesedau, Kustrena, Mukrena, Poplitz und Zweihausen
Belleben Belleben, Haus Zeitz und Piesdorf
Cörmigk Cörmigk
Edlau Hohenedlau, Kirchedlau, Mitteledlau und Sieglitz
Gerlebogk Gerlebogk und Berwitz
Golbitz Golbitz und Garsena
Könnern Könnern, Nelben und Trebnitz mit Altmödewitz
Lebendorf Lebendorf, Bebitz und Trebitz
Strenznaundorf Strenznaundorf
Wiendorf Wiendorf, Ilbersdorf und Pfitzdorf
Zickeritz Zickeritz, Brucke und Zellewitz

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind: Aschersleben, Alsleben (Saale), Plötzkau und Bernburg im Norden, Köthen und Südliches Anhalt (beide ABI) im Osten, Wettin-Löbejün (SK) sowie Gerbstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Süden, und Arnstein (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Westen.

Eingemeindungen, Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Die Eingemeindungen nach Könnern fanden in den Jahren 1997 (Trebnitz)[2], 2003 (drei Gemeinden)[3], 2005 (drei Gemeinden)[4] und 2010 (vier Gemeinden)[5] statt.

Eingemeindungen in jetzige Ortsteile (ehemals selbständige Gemeinden) fanden 1950 (elf Gemeinden)[6], 1957 (Kustrina)[6] und 1961 (Piesdorf)[6] statt. Im Jahr 1993 wurde ein Ortsteil umgegliedert.[6]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bebitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Lebendorf
Beesedau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Beesenlaublingen
Beesenlaublingen 1. Januar 2005
Belleben 1. Januar 2005
Brucke 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zickeritz
Cörmigk 1. Januar 2010
Edlau 1. Januar 2010
Garsena 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Golbitz
Gerlebogk 1. Januar 2010
Golbitz 1. Januar 2003
Hohenedlau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Kirchedlau zu Edlau
Ilbersdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Wiendorf
Kirchedlau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Hohenedlau zu Edlau
Kustrena 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Beesenlaublingen
Lebendorf 1. Januar 2003
Mukrena 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Beesenlaublingen
Nelben 2. Januar 1993 Umgliederung von Gnölbzig
Pfitzdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Wiendorf
Piesdorf 14. Juli 1961 Eingemeindung nach Belleben
Strenznaundorf 1. Januar 2005
Trebitz bei Könnern 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Lebendorf
Trebnitz 1. Mai 1997
Wiendorf 1. Januar 2010
Zellewitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zickeritz
Zickeritz 1. Januar 2003

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Könnern gehörte als Mediatstadt zum Erzstift Magdeburg,[7] ab 1680 das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg, und lag im Saalkreis, dessen Grenzen 1816 mit Einrichtung der Provinz Sachsen verändert wurden. Während der französischen Besetzung (1807 bis 1813) wurde Könnern dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Die Stadt war der Hauptort des Kantons Cönnern.[8] Von 1952 bis 2007 gehörte Könnern zum Kreis Bernburg. Einen verbogenen, 45,2 Gramm schweren goldenen Eidring fand man 2009 im Bereich der Biogasanlage.[9]

Der Ortsteil Trebnitz wurde 961 erstmals erwähnt, als Markgraf Gero hier eine Burg errichten ließ. Die Burg wurde nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg als Wasserschloss neu aufgebaut. Das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft genutzte Schloss wurde im Jahr 2001 von Uwe Meenen für 100.000 DM erworben; dieser wollte aus dem Schloss ein so genanntes „nationales Schulungszentrum“ machen; als Betreiber war Steffen Hupka eingesetzt. Nach internen Streitigkeiten und Finanzproblemen wurde das Projekt aufgegeben. Im Jahr 2010 wurde das gut erhaltene Schloss mit 2.000 Quadratmetern Wohnfläche bei einer Versteigerung des Amtsgerichts Bernburg von den NPD-Politikern Thomas Wulff und Axel Schunk für 80.000 Euro erworben[10].

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 31. Dezember):

  • 1840: 2.510
  • 1990: 9.200 1
  • 1995: 8.964
  • 2000: 8.797
  • 2001: 8.650
  • 2002: 8.608
  • 2003: 8.456
  • 2004: 8.349
  • 2008: 9.546 2
  • 2011: 9.114 2
Datenquelle ab 1990: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

1 3. Oktober 2 einschl. aller Ortsteile

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurden 20 Stadträte gewählt. Die Wahl führte zu folgendem Ergebnis:[11]

Rathaus Könnern
Partei / Liste Stimmenantei Sitze
CDU 27,2 % 5
LINKE 18,6 % 4
SPD 10,3 % 2
FDP 14,3 % 3
Wählergruppen 29,6 % 6
Gesamt 100 % 20

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau unter goldenem Baldachin stehend der heilige Wenzeslaus im hermelingefütterten roten Mantel, mit dem Herzogshut auf dem Haupte, in der Rechten ein gesenktes Schwert mit goldenem Griff, in der Linken einen grünen Palmwedel haltend; zu seinen Füßen ein geteilter Schild mit 2 : 1 Kugeln, die oberen silbern in Rot, die untere rot in Silber; zu beiden Seiten des Baldachins schließt sich je ein goldenes Kirchenschiff an.“

Das Wappen bezieht sich auf ein bereits 1364 nachweisliches Bild. Später wurde aus dem Heiligen ein Kavalier mit Degen an der Seite, dann ein Ritter. Das Wappen wurde 1993 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch nach einer Vorlage von Otto Hupp gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Blau - Weiß längsgestreift. Das Stadtwappen ist mittig auf die Flagge aufgelegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Piesdorf, 1479 Lehen derer von Krosigk, ab 1754 der von Wedell, im Stil der Neorenaissance 1868 erbaut von Wilhelm von Wedell
  • Gutshaus Beesedau, errichtet 1707 von Vollrath Leberecht von Krosigk-Sandersleben
  • Gutshaus und Park Beesenlaublingen, ab dem 12. Jh. im Besitz derer von Krosigk
  • Schloss Poplitz, erbaut ab 1671 für Bernhard Friedrich von Krosigk

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Grabstätten auf den Friedhöfen der Ortsteile Belleben, Golbitz und Piesdorf von acht KZ-Häftlingen, die bei einem Todesmarsch vom KZ Langenstein-Zwieberge, einem Außenlager des KZ Buchenwald, in Richtung Köthen im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für drei (nach anderen Angaben 15) unbekannte KZ-Häftlinge sowie für 20 während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppte Frauen und Männer, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Grabstätten auf dem Friedhof des Ortsteiles Strenznaundorf für vier erschossene KZ-Häftlinge
  • Grabstätten auf dem Friedhof des Ortsteiles Brucke für zwei KZ-Häftlinge

Religionen[Bearbeiten]

St.-Wenzels-Kirche

In Könnern gibt es eine Evangelische Kirche und eine Neuapostolische Kirche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bereits vor 1990 bestehende bedeutende Unternehmen:

  • Flanschenwerk Bebitz (Ortsteil Bebitz)
  • Deutsche Tiernahrung Cremer GmbH & Co. KG (deuka Futtermittelwerk)
  • Betonwerk HTB Hoch- und Tiefbaustoffe
  • Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Könnern ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.
  • In Könnern befindet sich eine der drei Zuckerfabriken Sachsen-Anhalts.
  • Bauerngut (Fleischwerke der Edeka Minden-Hannover, Zulieferbetrieb für Fleischprodukte der Edeka Gruppe)
  • Vebiro GmbH (Fachunternehmen für Gewässersanierung)

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Könnern

Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 6. Könnern besitzt daneben einen Anschluss an der A 14 von Halle (Saale) nach Magdeburg.

Das vorhandene Schienennetz auf der Bahnstrecke Halle–Halberstadt wurde in den vergangenen Jahren erneuert. Der Bahnhof Könnern ist als ÖPNV-Knotenpunkt für Regional-Express-Züge (Zweistundentakt in Richtung Halle (Saale) und Halberstadt-Hannover) Haltepunkt. Auf der Strecke verkehrt zusätzlich der Harz-Elbe-Express zwischen Halle (Saale) und Vienenburg über Aschersleben und Halberstadt mit Halt an allen Unterwegsbahnhöfen.

Könnern ist über die Bahnstrecke Könnern–Baalberge mit der Kreisstadt Bernburg verbunden. Diese Strecke wird von Zügen des HarzElbeExpress bedient. An dieser Strecke liegen auch die Haltepunkte Trebitz (b Könnern) und Bebitz (beides Ortsteile von Könnern), die im Zuge des Ausbaus der Strecke eventuell entfallen sollen.[12] Die frühere Bahnstrecke Könnern–Rothenburg nach Rothenburg (Saale) wird ausschließlich im Güterverkehr genutzt.

Des Weiteren ist in der Nähe ein Flughafen für Kleinflugzeuge Halle-Oppin und in einer halben Stunde ist der interkontinentale Flughafen Leipzig-Halle zu erreichen.

Bildung[Bearbeiten]

  • Sekundarschule (in Trägerschaft der Stadt Könnern)
  • zwei Grundschulen
  • eine Privatschule (Ersatzschule)
  • fünf Kindertagesstätten und ein Schulhort in städtischer Trägerschaft
  • zwei Kindertagesstätten und ein Schulhort in freier Trägerschaft

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Im heute zu Könnern gehörigen Gebiet geboren:

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. a b c d Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  7. Erwähnung des Orts im Buch "Geographie für alle Stände", S.122
  8. Beschreibung des Saale-Departements
  9. http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/6150924.html 2.800 Jahre alter Goldring in Könnern gefunden.
  10. Neonazis kaufen Schloss. „Die Lage ist ideal“. die tageszeitung, 16. Februar 2010, abgerufen am 4. September 2011
  11. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
  12. Entwurf für den Jahresfahrplan 2009 für den Nahverkehr in Sachsen-Anhalt: http://www.nasa.de/fileadmin/media/oepnv/pdf/KBS330_Gesamtfahrplan_Halle-Vienenburg.pdf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Könnern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien