Mary Landrieu

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Mary Landrieu (2009)

Mary Loretta Landrieu (* 23. November 1955 in Arlington, Virginia) ist eine US-amerikanische Politikerin (Demokratische Partei). Von 1997 bis 2015 gehörte sie für den Staat Louisiana dem US-Senat an. Im November 2014 scheiterte sie beim Versuch einer dritten Wiederwahl und schied deshalb zum 3. Januar 2015 aus dem Senat aus.

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Mary Landrieu wuchs in einer bekannten Politikerfamilie auf. Sie ist das älteste von neun Kindern des ehemaligen US-Bauministers und Bürgermeisters von New Orleans, Maurice Edwin „Moon“ Landrieu, und seiner Frau Verna. Einer ihrer Brüder, Mitch Landrieu, ist seit 2010 ebenfalls Bürgermeister von New Orleans und war zuvor Vizegouverneur von Louisiana. Mary Landrieu wuchs in New Orleans auf und studierte an der Louisiana State University in Baton Rouge (Abschluss Bachelor of Arts 1977). Sie arbeitete als Maklerin in der Immobilienbranche.[1]

Landrieu, die der römisch-katholischen Kirche angehört, ist mit dem Anwalt Frank Snellings verheiratet. Das Ehepaar hat zwei adoptierte Kinder.[2]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Mary Landrieu gehörte nach ihrer Wahl 1979 von 1980 bis 1988 als Vertreterin des 90. Wahlbezirks für New Orleans dem Repräsentantenhaus von Louisiana an.[1] Von 1988 bis 1996 war sie Finanzministerin (state treasurer) von Louisiana. 1995 kandidierte sie erfolglos für das Gouverneursamt von Louisiana. Im November 1996 wurde sie erstmals in den US-Senat gewählt. Ihr Vorsprung bei der Wahl war mit 5.788 Stimmen äußerst gering, was zu einer erfolglosen Anfechtung des Ergebnisses durch ihren republikanischen Kontrahenten Woody Jenkins führte. Das Senate Rules Committee führte eine Untersuchung über mögliche Unregelmäßigkeiten durch, die am 1. Oktober 1998 einstimmig eingestellt wurde.[2] 2002 und 2008 wurde sie wiedergewählt. Von 2014 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Senat war sie dort Vorsitzende des Energieausschusses.

Landrieu gilt – wie schon ihre Vorgänger als Senatoren von Louisiana, John Breaux und Bennett Johnston – als eines der konservativeren Mitglieder der Demokratischen Partei und bezeichnet sich selbst als „Moderate“ bzw. als „New Democrat“, die sich für Steuersenkungen und Bürokratieabbau einsetzt.[2] Neben ihrer Arbeit in Energie- und Umweltbelangen setzte sich Landrieu für Frauen- und Familienthemen, insbesondere Adoptionen, ein, und engagierte sich in der Bildungspolitik.[1]

Bei der Stichwahl am 6. Dezember 2014 verlor sie mit 44,1 % der gültigen Stimmen gegen ihren republikanischen Herausforderer Bill Cassidy, einen Arzt und Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses, der mit 55,9 % der Stimmen gewann. Während Landrieu über 90 Prozent der Stimmen der Afroamerikaner erhielt, erreichte Cassidy über 80 Prozent der Stimmen der Weißen des Bundesstaates. Nachdem ihr Vorhaben, den Kongress für eine Unterstützung des Pipeline-Neubaus Keystone XL zu versammeln, gescheitert war, wurde ihre Kampagne vor der Stichwahl mit Bundesmitteln der republikanischen Partei deutlich übertrumpft, während die Bundes-Demokraten – da der Verlust ihrer Senatsmehrheit bereits feststand – sich aus dem Wahlkampf zurückzogen.[3] Mit dieser Wahl gelang es den Republikanern, ihre gerade erworbene Mehrheit auf 54 Sitze auszubauen und ihre Dominanz bei den Senatssitzen der lange Zeit von den Demokraten beherrschten Südstaaten („Southern Democrats“) auszubauen. Mit Landrieus Niederlage eroberten die Republikaner erstmals nach 132 Jahren wieder diesen Senatssitz.[4]

Nach der Politik[Bearbeiten]

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Senat berät Landrieu seit 2015 in Bildungsfragen die Walton Family Foundation, die der Walmart-Gründer Sam Walton ins Leben gerufen hatte.[5] Außerdem arbeitet sie als Lobbyistin in Energie- und Umweltfragen für die 50 Jahre alte Firma Van Ness Feldman. Auch wenn Landrieu eine Rückkehr in die Politik nicht ausschließt, sehen es Experten als unwahrscheinlich an, dass sie nochmals für ihren Bundesstaat antritt, da die Entwicklung der dortigen politischen Landschaft Demokraten kaum Chancen lässt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Landrieu, Mary (b. 1955). In: Suzanne O’Dea Schenken: From Suffrage to the Senate. An Encyclopedia of American Women in Politics. Mit einem Vorwort von Ann W. Richards. Bd. 1: A–M. ABC-Clio, Santa Barbara CA u. a. 1999, S. 390 f.
  • Mary Landrieu (D-La.). In: Karen Foerstel: Biographical Dictionary of Congressional Women. Greenwood Press, Westport CT / London 1999, S. 154 f.
  • Mary L. Landrieu. In: Joint Committee on Printing (Hrsg.): 2013–2014: Official Congressional Directory. 113th Congress. United States Government Printing Office, Washington, D. C. 2013, S. 114.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mary Landrieu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c Mary L. Landrieu. In: Joint Committee on Printing (Hrsg.): 2013–2014: Official Congressional Directory. 113th Congress. United States Government Printing Office, Washington, D. C. 2013, S. 114.
  2. a b c Mary Landrieu (D-La.). In: Karen Foerstel: Biographical Dictionary of Congressional Women. Greenwood Press, Westport CT / London 1999, S. 154 f., hier S. 154.
  3. Jonathan Easley: Five Reasons Mary Landrieu Lost. In: The Hill, 6. Dezember 2014 (englisch).
  4. Philip Bump: Mary Landrieu’s Seat Will be Held by a Republican for the First Time in 132 Years. In: The Washington Post, 7. Dezember 2014 (englisch).
  5. Bruce Alpert: Former Sen. Mary Landrieu Is Now a ‘Strategic Adviser’ to Walton Family Foundation. In: The Times-Picayune, 30. April 2015 (englisch).
  6. Deborah Barfield Berry: Life After the Senate: What’s Mary Landrieu Doing? In: The Times, USA Today, 14. August 2015 (englisch).