Robert Mueller

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Robert Mueller (2011)

Robert Swan Mueller III (* 7. August 1944 in New York) ist ein hoher Regierungsbeamter der Vereinigten Staaten. Seit dem 17. Mai 2017 ist er Sonderermittler zu den möglichen Verbindungen von Donald Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen. Von 2001 bis 2013 war er Direktor des Federal Bureau of Investigation (FBI).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und erste Stationen in Militär und Justiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Mueller studierte an der Princeton University und erhielt dort 1966 seinen Abschluss (Bachelor of Arts). Einen weiteren Abschluss (Master of Arts (International Relations)) bekam er ein Jahr später von der New York University verliehen. Er schloss 1973 an der University of Virginia das Studium der Rechtswissenschaften mit dem Berufsdoktorat ab (Juris Doctor).

Im August 1967 begann er eine militärische Ausbildung an der Marine Corps Officer Candidates School der Marine Corps Base Quantico. Nach deren Abschluss diente er im Vietnamkrieg als Offizier, zunächst als Platoonführer beim 4. Regiment der 3. US-Marineinfanteriedivision des United States Marine Corps. Nach einer Verwundung im April 1969 wurde er Adjutant von General William K. Jones. Mueller wurde mit dem Bronze Star, zwei Navy Commendation Medals, dem Purple Heart und dem südvietnamesischen Cross of Gallantry ausgezeichnet. Im August 1970 schied er im Rang eines Captain aus dem aktiven Dienst aus.[1]

Mueller diente später als Assistent des Justizministers (Attorney General) Dick Thornburgh und war unter anderem an der Strafverfolgung Manuel Noriegas, den Lockerbie-Attentätern und John Gottis beteiligt. Von 1999 bis 2001 fungierte er als Bundesstaatsanwalt für den nördlichen Distrikt von Kalifornien; sein Nachfolger war Kevin V. Ryan.

FBI-Direktor 2001 bis 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident George W. Bush berief ihn zum Direktor des FBI, der Senat der Vereinigten Staaten bestätigte ihn einstimmig mit 98 Stimmen ohne Gegenstimme (zwei Senatoren, Pete Domenici und Daniel Inouye, waren nicht anwesend[2]). Mueller war vom 4. September 2001 bis zum 4. September 2013 FBI-Direktor. Mit 12 Jahren Amtszeit ist er der am zweitlängsten amtierende FBI-Direktor nach J. Edgar Hoover, der das Amt 48 Jahre innehatte. Er wurde am 4. September 2013, während der zweiten Amtszeit von US-Präsident Obama, von James B. Comey abgelöst.

Sonderermittler seit 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernennungsurkunde zum Sonderermittler

Am 17. Mai 2017 wurde Mueller zum Sonderermittler zur Aufklärung potentieller Verwicklungen von US-Präsident Donald Trump mit Russland ernannt. Mueller wurde vom stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein ernannt, nachdem sich Justizminister Jeff Sessions wegen möglicher Befangenheit aus den Ermittlungen herausgehalten hatte („recusal“).[3] Die Washington Post berichtete am 15. Juni 2017, dass Mueller seine Ermittlungen auf Präsident Trump ausgeweitet habe. Es gehe um den Vorwurf der Behinderung der Justiz („obstruction of justice“). Diese Ermittlungen hätten demnach nach der Entlassung des FBI-Direktors James B. Comey am 9. Mai 2017 begonnen.[4] Nach einem Bericht der New York Times vom 25. Januar 2018 wollte Trump Mueller im Juni 2017 entlassen. Eine Rücktrittsdrohung des Rechtsberaters Don McGahn des Weißen Hauses habe dies abgewendet.[5]

Im Februar 2018 ließ Mueller bzw. die Grand Jury eine Anklageschrift gegen 13 Russen, darunter Jewgeni Prigoschin,[6] wegen Verschwörung zur Störung demokratischer Prozesse in der Vereinigten Staaten erstellen, darunter der Präsidentschaftswahl von 2016.[7] Ebenfalls genannt werden darin der von Prigoschin gegründete russische Konzern „Konkord“ und mehrere Tarnfirmen, die der sogenannten „Agentur für Internet-Forschung“ zugerechnet werden.[8][9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Mueller ist mit Ann Mueller verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robert Mueller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dan Lamothe: Robert Mueller’s military career, detailed in documents, was brief but remarkable, Washington Post, 23. Februar 2018
  2. Congressional Record: August 2, 2001 (Senate) auf der Website der Federation of American Scientists, abgerufen am 3. Juni 2017.
  3. Deputy attorney general appoints special counsel to oversee probe of Russian interference in election. In: The Washington Post, 17. Mai 2017.
  4. Russland-Affäre: Mueller ermittelt gegen Trump. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Juni 2017 (englisch).
  5. Michael Schmidt, Maggie Haberman: Trump Ordered Mueller Fired, but Backed Off When White House Counsel Threatened to Quit. In: The New York Times, 25. Januar 2018 (englisch).
  6. Die Antwort, die Trump allergrößte Probleme bereiten könnte. In: sueddeutsche.de. 17. Februar 2018, abgerufen am 15. Mai 2018.
  7. FAZ.net 16. Februar 2018: Sonderermittler Mueller klagt 13 Russen wegen Wahleinmischung an
  8. FBI/NYT: "Read the Special Counsel’s Indictment Against the Internet Research Agency and Others" New York Times vom 16. Februar 2018
  9. siehe auch www.justice.gov: Grand Jury Indicts Thirteen Russian Individuals and Three Russian Companies for Scheme to Interfere in the United States Political System
  10. Attorney General Eric Holder Delivers Remarks at the Farewell Ceremony for FBI Director Robert S. Mueller (2013)