Mathilde von Österreich-Teschen

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Erzherzogin Mathilde, 1867
Foto: Atelier Adèle, Wien

Erzherzogin Mathilde Marie Adelgunde Alexandra von Österreich (* 25. Jänner 1849 in Wien; † 6. Juni 1867 in Schloss Hetzendorf bei Wien) war ein Mitglied des österreichischen Herrscherhauses Habsburg-Lothringen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mathilde wurde als zweite Tochter von Erzherzog Albrecht (1817–1895) und der Prinzessin Hildegard Luise von Bayern (1825–1864) geboren. Mütterlicherseits war sie eine Enkelin von König Ludwig I. von Bayern. Ihre Vornamen gehen auf die Schwestern ihrer Mutter, die Prinzessinnen Mathilde (1813–1862), Adelgunde (1823–1914) und Alexandra (1826–1875) von Bayern, zurück, zu denen Erzherzogin Hildegard ein sehr enges Verhältnis hatte.

Mathilde hatte zwei ältere Geschwister. Maria Theresia (1845–1927) wurde 1865 die Gemahlin von Herzog Philipp von Württemberg (1838–1917). Ihr einziger Bruder Karl Albrecht (1847–1848) starb im Alter von 18 Monaten an den Pocken.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzherzog Albrecht erbte nach dem Tod seines Vaters Erzherzog Karl 1847 die Weilburg in Baden bei Wien, die Karl einst für seine Gemahlin Henriette von Nassau (1727–1829) erbauen ließ. Albrecht und seine Familie verbrachten hier meist den Sommer. Besonders Erzherzogin Hildegard erfreute sich in Baden größter Beliebtheit. Wegen ihrer Wohltätigkeit wurde sie im Volksmund Engelsherz genannt. Im Winter lebte die Familie in Wien. Der Kontakt zur kaiserlichen Familie war eng, auch, weil sich Kaiserin Elisabeth gerne mit ihrer Cousine Erzherzogin Hildegard umgab.

Ein entfernter Cousin, Erzherzog Ludwig Salvator (1847–1915) aus der italienischen Nebenlinie der Habsburger, soll sich in Mathilde verliebt und sie als seine Braut angesehen haben, sie waren jedoch nicht verlobt. Mathilde sollte jedoch an der Seite des Prinzen Umberto von Savoyen (1844–1900) Königin von Italien werden, um die gespannten Beziehungen zwischen Österreich und Italien zu verbessern.

Zu Mathildes Freundeskreis zählte unter anderem die gleichaltrige Erzherzogin Marie Therese (1849–1919), die spätere Königin von Bayern, deren Mutter Elisabeth (1831–1903) in zweiter Ehe Erzherzog Karl Ferdinand (1818–1874), einen Onkel Mathildes, geheiratet hatte.

Im Alter von 15 Jahren verlor Mathilde ihre Mutter, die während ihres Aufenthalts in München zum Begräbnis ihres Bruders Maximilian II. (1811–1864) im März 1864 an Lungen- und Rippenfellentzündung erkrankte.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort des fatalen Unglücksfalls, das ehemalige erzherzögliches Palais (heute Albertina), Augustinerbastei
Schloss Hetzendorf
Neue Gruft, Teil der Kaisergruft unter dem Kapuzinerkloster Wien
Die Herzgruft der Loretokapelle, Augustinerkirche Wien

Erzherzogin Mathilde von Österreich-Teschen starb am 6. Juni 1867 um 6 Uhr früh in Schloss Hetzendorf im Alter von 18 Jahren infolge erlittener Brandwunden an "Erschöpfung". Der Leichnam wurde am 10. Juni 1867 nachts bei Fackelschein in Begleitung des gesamten Hofstaats der Verstorbenen und einer großen schweigenden Menschenmenge zur Aufbahrung in die k.k. Hofburgkapelle übertragen[1] und am 11. Juni 1867 nachmittags in der Kaisergruft unter dem Wiener Kapuzinerkloster beigesetzt.[2] Der feierlichen Leichenbestattung vorausgegangen war am selben Tag die getrennte Bestattung einerseit des Herzens in der Herzgruft der Habsburger in der Loretokapelle der Wiener Augustinerkirche, andererseits der Eingeweide im Stephansdom. Der Sarkophag der Erzherzogin wurde in der Kaisergruft neben dem ihrer Mutter aufgestellt.[3] Heute ruhen Erzherzogin Mathilde, ihre Mutter Erzherzogin Hildegard und ihr Bruder Erzherzog Karl Albrecht nebeneinander in dem 1908/1909 erweiterten Teil dieser auch als Kapuzinergruft bekannten Begräbnisstätte, der sogenannten „Neuen Gruft“.

Hergang des zum Tode führenden Unglücksfalls[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schweren Verbrennungen, die zum Tod führten, hatte die junge Erzherzogin sich 2 Wochen zuvor, genauer am 22. Mai 1867 im erzherzöglichen Palais Albrecht auf der Augustinerbastei (heute Albertina) durch ein aus letztlich ungeklärter Ursache in Brand geratenes Kleid zugezogen.

Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg erwähnt das Ereignis in ihren Erinnerungen "Entscheidende Jahre": Am 25. Mai 1867 schreibt sie in ihrem Tagebuch Etwas sehr Trauriges ist in Wien geschehen: Die achtzehnjährige Erzherzogin Mathilde, Tochter des Erzherzogs Albrecht, ist halb verbrannt. Am 22. Juni stand sie abends halb sechs Uhr an ihrem Schlafzimmerfenster und sah auf die Straße hinunter, als sie plötzlich eine entsetzliche Hitze verspürte. Sie drehte sich um und sah, daß ihr Kleid in Flammen stand....Man kann gar nicht begreifen, wie das Unglück geschah, denn es war weder Feuer, noch Licht im Zimmer. Wahrscheinlich lag ein Zündhölzchen am Boden, auf das sie getreten sein muß.[4] In ihrem Tagebuch am 7. Juni 1867 erwähnt sie dann den Tod der unglücklichen Erzherzogin Mathilde, die ihren Brandwunden erlag.[5]

Laut einer anderen Version hatte die Erzherzogin für einen Theaterbesuch ein Kleid aus indischem Musselin angezogen. Diese Art von Stoff wurde in der damaligen Zeit mit Glycerin imprägniert, um dem Stoff mehr Fülle zu geben. Vor der Abfahrt ins Theater wollte sie noch eine Zigarette rauchen. Als plötzlich ihr Vater, der ihr das Rauchen streng verboten hatte, eintrat, versteckte sie die Zigarette hinter ihrem bauschigen Kleid. Der leicht brennbare, glycerinimprägnierte Stoff ging sofort in Flammen auf. Die Erzherzogin erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Rettungsversuche blieben erfolglos, sie verstarb ungefähr zwei Wochen nach dem tragischen Unglücksfall.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mathilde von Österreich-Teschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Übertragung des Leichnams der Erzherzogin Mathilde vom Schloss Hetzendorf bei Wien in die Hofburgkapelle in Zweite Beilage zu Nr. 24 des "Teschen-Bodenbacher Anzeigers" vom 15. Juni 1867, S. 237
  2. Vgl. Kirchenbuch (oder Matrikel) der Pfarre Hetzendorf, Sterbebuch Sign. 03-02 (1860-1886), Eintrag 1867/19
  3. Das Leichenbegräbniß der Erzherzogin Mathilde in Gmundner Wochenblatt XXVII. Jahrgang, Nro. 25 vom 18. Juni 1867, S. 306. Das Wochenblatt datiert das Begräbnis fehlerhaft auf den 12. Juni. Es fand am 11. Juni statt.
  4. Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg, Prinzessin von Battenberg: Entscheidende Jahre. Verlag der "Litera" A.G., Darmstadt 1923, S. 142.
  5. Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg, Prinzessin von Battenberg: Entscheidende Jahre. Verlag der "Litera" A.G., Darmstadt 1923, S. 143.