Matthias Kleiner

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Matthias Kleiner im Juli 2014

Matthias Kleiner (* 24. Mai 1955 in Recklinghausen) ist seit 1. Juli 2014 Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und (beurlaubter) Professor für Umformtechnik an der Technischen Universität Dortmund. Von 2007 bis 2012 war er Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleiner wuchs in Dortmund auf, wo er im Jahr 1974 am dortigen Geschwister-Scholl-Gymnasium sein Abitur erwarb. An der Universität seiner Heimatstadt studierte er im Anschluss von 1976 bis 1982 Maschinenbau. Danach arbeitete er bis 1987 als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Umformende Fertigungsverfahren und wurde in dieser Zeit mit der Arbeit Mehrprozessor Steuerungen in der Umformtechnik zum Dr.-Ing. promoviert. Im Anschluss wurde er zum Oberingenieur ernannt und habilitierte sich 1991 im Fach Umformtechnik mit dem Thema Prozesssimulation in der Umformtechnik.

Von 1994 bis 1998 war Kleiner C4-Professor an der neu gegründeten Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und Mitglied im Gründungsrektorat. Seit 1998 ist er Professor für Umformtechnik an der TU Dortmund sowie seit 2004 Leiter des neu gegründeten Instituts für Umformtechnik und Leichtbau. Von 2000 bis 2002 war er dort Dekan der Fakultät Maschinenbau.

Kleiner war von Juli 2005 bis Dezember 2006 Vizepräsident sowie von Januar 2007 bis Dezember 2012 in Nachfolge von Ernst-Ludwig Winnacker Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit Juli 2014 ist er in Nachfolge von Karl Ulrich Mayer Präsident der Leibniz-Gemeinschaft.[1]

Kleiner ist Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Seit 2006 ist er weiterhin Mitglied der Leopoldina[2] sowie der Academia Europaea.[3] Daneben ist er Mitglied in zahlreichen Sonderforschungsbereichen. Seit 2015 ist er Vorsitzender des Hochschulrats der Goethe-Universität Frankfurt am Main.[4]

Kleiner wurde mit mehreren Forschungspreisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 1997 den Leibniz-Preis. 2010 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Im März 2011 berief Bundeskanzlerin Merkel Kleiner in die Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung. Kleiner leitet diese Kommission zusammen mit Klaus Töpfer. In einem Interview sagte er:

„Auch mich haben die Katastrophen in Japan als Ingenieurwissenschaftler sehr nachdenklich gemacht und Zweifel an der Kernenergie genährt. Jede Technologie, die für Menschen heute unkalkulierbar und nicht beherrschbar ist, ist eine Hypothek, die wir unseren Kindern nicht hinterlassen dürfen.[5]

Kleiner ist verheiratet und hat drei Kinder.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autor
  • Dynamisches Beulverhalten neuartiger Feinblechwerkstoffe. EFB, Hannover 1998.
  • Der Einsatz von Mehrprozessor-Steuerungen in der Umformtechnik am Beispiel des Walzrundens. VDI-Verlag, Düsseldorf 1987, ISBN 3-18-142902-3 (Dissertation).
als Herausgeber
  • Flexible manufacture of lightweight frame structures. Trans Tech, Zürich 2006, ISBN 978-0-87849-403-3 (zusammen mit Jürgen Fleischer, Marco Schickorra und Michael Zäh).
  • Umformtechnik. Ideen, Konzepte, Entwicklungen; Festschrift zum 60. Geburtstag für Prof. Dr.-Ing. Eberhard von Finckenstein. Teubner, Stuttgart 1992, ISBN 3-519-06345-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/organisation/der-praesident.html
  2. Mitgliedseintrag von Kommentar=mit Bild und CV bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 15. Juli 2016.
  3. Mitgliederverzeichnis: Matthias Kleiner. Academia Europaea, abgerufen am 1. Juli 2017 (englisch).
  4. https://www.uni-frankfurt.de/hochschulrat
  5. Zweifel an Kernkraft auch bei mir genährt. Seite A7. rp-online.de / Rheinische Post, 4. April 2011, archiviert vom Original am 26. Mai 2013; abgerufen am 26. September 2014 (nur Zitat ist archiviert).