Peter Strohschneider

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Peter Strohschneider (* 3. Oktober 1955 in Stuttgart) ist ein deutscher Mediävist. Er war von 2006 bis 2011 Vorsitzender des Wissenschaftsrats und ist seit 1. Januar 2013 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strohschneider studierte von 1975 bis 1982 Germanistik und Geschichte sowie Rechtswissenschaften, Soziologie und Politologie an der Ludwig-Maximilians-Universität, wobei er von 1977 bis 1982 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes war. Dort wurde er 1984 mit einer Arbeit unter dem Titel Über Gespräche und Gefährlichkeiten promoviert, die er 1986 überarbeitet als Ritterromantische Versepik im ausgehenden Mittelalter herausgab.

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In München habilitierte er sich 1991 für das Fach Germanistische Mediävistik mit Unterstützung durch ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Habilitationsschrift Alternatives Erzählen. Interpretationen zu ‚Tristan‘- und ‚Willehalm‘-Fortsetzungen als Untersuchungen zur Geschichte und Theorie des höfischen Romans[1] wurde 1992 mit dem Jahrespreis der Ludwig-Maximilians-Universität ausgezeichnet.

Von 1993 bis 2002 war er Professor für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung an der Technischen Universität Dresden. Als Dekan (1997–2000) richtete er den ersten geisteswissenschaftlichen Sonderforschungsbereich in den neuen Bundesländern ein (SFB 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit"). 2001 nahm er eine Gastprofessur an der École pratique des hautes études in Paris an. Den Ruf an die Eberhard-Karls-Universität Tübingen lehnte er 2001 ab. 2002 wurde er auf den Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik an der Universität München berufen, den er seitdem innehat. Einen Ruf an die Freie Universität Berlin lehnte er 2008 ab. 2011/12 war er Senior Research Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies, 2012 nahm er als Gastprofessor die erste Dagmar-Westberg-Stiftungsprofessur für Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main wahr.[2][3]

2004 gründete er das Internationale Doktorandenkolleg „Textualität in der Vormoderne“ im Elitenetzwerk Bayern und leitete es bis 2006. Seit 2005 ist Peter Strohschneider Mitglied des Wissenschaftsrats. 2006 bis 2011 war er dessen Vorsitzender. In dieser Funktion leitete er den Aufbau und die erste Phase der Exzellenzinitiative zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften wählte Peter Strohschneider 2010 zu ihrem Ordentlichen Mitglied.[4] Im selben Jahr erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Anfang Juli 2012 wählte die DFG Strohschneider zu ihrem nächsten Präsidenten und Nachfolger von Matthias Kleiner. Er trat das Amt zum 1. Januar 2013 an.[5] Am 2. Juli 2015 wurde er von der Mitgliederversammlung der DFG für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. 2014 wurde er in die Leopoldina gewählt.[6]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In satirischer Weise befasste sich Strohschneider mit der Theorie der Fußnote, wie sie in wissenschaftlichen Publikationen häufig vorkommt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ritterromantische Versepik im ausgehenden Mittelalter. Frankfurt am Main u. a. 1986 (überarbeitete Fassung der Dissertation von 1984), ISBN 978-3-8204-8550-9 (überarbeitete Fassung der Dissertation von 1984)
  • Alternatives Erzählen. Interpretationen zu Tristan- und Willehalm - Fortsetzungen als Untersuchungen zur Geschichte und Theorie des höfischen Romans. Habilitationsschrift, masch., unveröffentlicht, München 1991.
  • Peter Rieß, Stefan Fisch und Peter Strohschneider: Prolegomena zu einer Theorie der Fußnote. Münster u. a. 1995, ISBN 3-88660-552-3
  • Vita & Verzeichnis seiner Publikationen (PDF; 140 kB) auf der Website der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uni München: elektronische Fassung
  2. Chinas wirtschaftliche Hochblüte im ersten Jahrtausend vor Christus, 5. Dezember 2014, www.archaeologie-online.de
  3. Dagmar Westberg-Stiftungsprofessur, Internetseite der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  4. Bayerische Akademie der Wissenschaften: Mitgliederverzeichnis
  5. Deutschlandfunk: "Balance zwischen grundfinanzierter und drittmittelfinanzierter Wissenschaft", 5. Juli 2012
  6. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Peter Strohschneider (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 7. Juni 2016.