Mauer-Gipskraut

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Mauer-Gipskraut
Mauer-Gipskraut (Gypsophila muralis)

Mauer-Gipskraut (Gypsophila muralis)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Gattung: Gipskräuter (Gypsophila)
Art: Mauer-Gipskraut
Wissenschaftlicher Name
Gypsophila muralis
L.

Das Mauer-Gipskraut (Gypsophila muralis), auch Acker-Gipskraut genannt, ist ein Angehöriger der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Es blüht von Juli bis Oktober.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 5 bis 20 cm. Der Stängel ist meist aufrecht und gabelästig und besitzt keine nichtblühenden Triebe. Er ist am Grund kurzhaarig, ansonsten kahl. Die Laubblätter sind mehr oder weniger linealisch geformt. Die Kronblätter sind meist gekerbt oder ausgerandet und hellpurpurn gefärbt. Sie besitzen dunklere Adern und sind etwa doppelt so lang wie die Kelchblätter. Diese sind durch trockenhäutige Streifen miteinander verbunden. Die Samen sind von nierenförmiger Gestalt.

Die Blütezeit ist Juni bis Oktober.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.[1]

Verwechslungsmöglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der ähnlichen Steinbrech-Felsennelke (Petrorhagia saxifraga) unterscheidet sich das Acker-Gipskraut durch das Fehlen der schuppenförmigen Hochblätter am Grunde des Kelchs.[1] Auf diesen Unterschied hat schon Carl von Linné 1753 in der Erstbeschreibung der Art in seinem Werk Species plantarum, Band 1, Seite 408 hingewiesen.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standortansprüche und Vergesellschaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mauer-Gipskraut wächst in Ackerrinnen, auf Brachen, an Ufern, Gräben oder nassen Wegen. Es bevorzugt feuchte oder zeitweise vernässte, mehr oder weniger nährstoffreiche, meist kalkfreie, meist sandige Lehm- und Tonböden. Es ist ein Vernässungszeiger und etwas wärmeliebend. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Cyperetalia fusci und kommt besonders in Gesellschaften des Unterverbands Juncenion bufonii vor.[1]

Allgemeine Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gypsophila muralis kommt von Südskandinavien bis Südeuropa vor. Östlich bis Kleinasien, den Kaukasus und Sibirien. Es ist ein eurasisches Florenelement. In Österreich kommt das Mauer-Gipskraut im collinen Gebiet zerstreut bis selten vor, in der Schweiz ist es nur stellenweise zu finden.

Verbreitung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

G. muralis (Blüte)

Das Mauer-Gipskraut ist im nördlichen Teil Deutschlands sehr selten und über große Strecken fehlend. Im mittleren und südlichen Teil kommt es zerstreut bis relativ häufig vor.

Artenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefährdung in Deutschland: Kategorie 3: gefährdet !

Die Art sollte wegen ihrer Gefährdung und Seltenheit nicht gesammelt werden !

Gypsophila muralis (Herbarbeleg)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 366.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mauer-Gipskraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien