Maurice-Jean-Magdalène de Broglie

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Maurice-Jean-Magdalène de Broglie

Maurice-Jean-Magdalène de Broglie [moˈʀis ˌʒɑ̃ magdaˈlɛn də ˈbrɔj] (* 5. September 1766; † 20. Juli 1821 in Paris) war ein französischer Bischof.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Maurice de Broglie war ein jüngerer Sohn des Marschalls Victor-François de Broglie. Er trat in den geistlichen Stand, emigrierte während der Französischen Revolution nach Trier, wo er am 11. März 1792 die Priesterweihe empfing. 1797 erhielt er vom König von Preußen eine Pfründe als Dompropst in Posen.

1803 nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er von Napoleon I. zum kaiserlichen Almosenier und am 17. November 1805 zum Bischof von Acqui. Die Bischofsweihe spendete ihm am 17. November 1805 der Erzbischof von Mailand, Kardinal Giovanni Battista Caprara Montecuccoli; Mitkonsekratoren waren René des Monstiers de Mérinville, emeritierter Bischof von Chambéry, und Louis Charrier de La Roche, Bischof von Versailles. Am 3. März 1807 wurde Maurice-Jean-Magdalène de Broglie zum Bischof von Gent ernannt, die päpstliche Bestätigung erfolgte am 3. August desselben Jahres. Er fiel jedoch 1809 bei Napoleon in Ungnade, wurde verhaftet und auf die Insel Sainte-Marguerite gebracht, wo er 1811 seinem Bistum entsagen musste.[1]

Nach der Restauration erhielt er 1814 seine bischöfliche Würde zurück. Er widersetzte sich der Kirchenpolitik König Wilhelms I. und dem Eid auf die Verfassung der Vereinigten Niederlande, verlor deswegen abermals seine bischöfliche Würde und wurde wegen Ungehorsams von den niederländischen Gerichten in contumaciam zur Deportation verurteilt.[2] Dies erregte den Widerstand der Katholiken, was unter anderem ein Grund für die Trennung Belgiens von den Niederlanden (1830) wurde.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph von Görres, Heribert Raab (Hrsg.): Schriften der Strassburger Exilszeit, 1824-1827: Aufsätze und Beiträge im „Katholik“ Gesammelte Schriften, Band 14, F. Schöningh, Paderborn 1987, ISBN 978-3-50673514-0, S. 448
  2. a b Wolfgang Cortjaens, Jan de Maeyer, Tom Verschaffel: Historismus und kulturelle Identitat im Raum Rhein-Maas. Das 19. Jahrhundert im Spannungsfeld von Regionalismus und Nationalismus. Leuven University Press, Löwen 2008, ISBN 9789058676665, S. 71
Vorgänger Amt Nachfolger
Giacinto della Torre Bischof von Acqui
1805–1807
Luigi Antonio Arrighi de Casanova
Étienne André François de Paule Fallot de Beaumont de Beaupré Bischof von Gent
1807–1821
Jan-Frans van de Velde