Max Emanuel Herzog in Bayern

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Max Emanuel Ludwig Maria Herzog in Bayern (* 21. Januar 1937 in München, Geburtsname Max Emanuel Ludwig Maria Prinz von Bayern) ist ein deutscher Unternehmer und Familienmitglied des Hauses Wittelsbach, der früheren Herrscherfamilie des Königreichs Bayern.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Kloster Tegernsee mit Basilika

Max Emanuel ist der zweite und jüngste Sohn Albrecht von Bayerns (1905–1996) und dessen erster Ehefrau, Maria Gräfin Drašković von Trakošćan (1904–1969). Er ist ein Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III. Zusammen mit seinen Schwestern, den Zwillingen Marie Gabriele und Marie Charlotte (* 1931), und seinem Bruder Franz (* 1933), wuchs er in München, Kroatien und Ungarn auf. Im Oktober 1944 wurde sein Vater von der Gestapo verhaftet und zusammen mit seiner Familie in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau gefangen gehalten. Nach dem Krieg besuchte er das Humanistische Gymnasium in Ettal und studierte, wie sein älterer Bruder, Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten München und Zürich. In der Schweiz absolvierte er eine Banklehre, bevor er in der Verwaltung der Hofkammer bzw. Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) des Hauses Wittelsbach arbeitete. Max Emanuel ist Mitglied des Kuratoriums der Ludwig-Maximilians-Universität München und Landesbeirat des Malteser Hilfsdienstes. Gemeinsam mit Catherine Demeter ist Max Emanuel Stiftungsvorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Er bewohnt mit seiner Familie das Schloss Tegernsee und Schloss Wildenwart.

Am 18. März 1965 wurde Max Emanuel Prinz von Bayern zum Erhalt der Linie der Herzöge in Bayern von seinem Großonkel Ludwig Wilhelm Herzog in Bayern (1884–1968) adoptiert, der aus der Ehe mit der Eleonore zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg keine Nachfahren hatte. Seitdem trägt Max Emanuel wie sein Adoptivvater den Familiennamen Herzog in Bayern. Er übernahm den herzoglichen Besitz in Tegernsee, einschließlich des ehemaligen Klosters mit dem Brauhaus Tegernsee, das Wildbad Kreuth sowie auch die Ländereien des ehemaligen Klosters Banz.

Da Max Emanuels älterer Bruder, der derzeitige Chef des Hauses Wittelsbach, Franz Herzog von Bayern kinderlos ist, und er selbst keine männlichen Nachkommen hat, geht die Nachfolge auf Luitpold Prinz von Bayern über, den Enkel des dritten Sohnes von König Ludwig III.; danach auf dessen erstgeborenen Sohn Ludwig Heinrich Prinz von Bayern. Hausrechtlich ebenbürtig ist die Ehe von Luitpold gemäß Urkunde seit dem 3. März 1999.

Thronfolge der Jakobiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Emanuel ist ein Nachfahre des schottischen und englischen König Jakob II. Stuart mit seiner zweiten Gattin und Katholikin Maria Beatrice d’Este. Er wird deshalb von den Jakobiten nach dem Tode seines Bruders Franz als Nachfolger des britischen Thrones angesehen und würde von ihnen als Max I., König von England, Schottland, Irland und Frankreich bezeichnet werden. Von den Jakobiten wird er als Herzog von Albany bezeichnet. Die Position als Erbe des Hauses Stuart wird seiner ältesten Tochter, Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein, zufallen.

Heirat und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Januar 1967 heiratete Max Emanuel Prinz von Bayern in Wildbad Kreuth Elizabeth Christina Gräfin Douglas (* 31. Dezember 1940 in Stockholm), Tochter von Graf Carl Ludwig Douglas und Ottora Haas-Heye sowie Schwester des schwedischen Industriellen Graf Gustaf Douglas. Aus der gemeinsamen Ehe gingen fünf Töchter hervor:[1]

  • Sophie Elisabeth Marie Gabrielle (* 1967) ⚭ 1993 Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein
  • Marie Caroline Hedwig Eleanore (* 1969) ⚭ 1991 Philipp Herzog von Württemberg
  • Helene Eugenie Maria Donata Mechtilde (* 1972)
  • Elisabeth Marie Charlotte Franziska (* 1973) ⚭ 2004 Daniel Terberger
  • Maria Anna Henriette Gabriele Julie (* 1975) ⚭ 2015 Andreas von Maltzan

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel Franz Herzog von Bayern
Ururgroßeltern

Prinzregent
Luitpold von Bayern
(1821–1912)
⚭ 1844
Auguste Ferdinande von Österreich
(1825–1864)

Erzherzog
Ferdinand Karl von Österreich-Este
(1821–1849)
⚭ 1847
Elisabeth Franziska Maria von Österreich (1831–1903)

Herzog
Maximilian Joseph in Bayern
(1808–1888)
⚭ 1828
Ludovika Wilhelmine von Bayern
(1808–1892)

König
Michael von Portugal (1802–1866)
⚭ 1851
Adelheid von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1831–1909)

Graf
Karl Draskovich von Trakostjan (1807–1855)
⚭ 1841
Elisabeth Batthyány-Strattmann von Németújvár (1820–1882)

Graf
Dionys Festetics von Tolna (1813–1891)
⚭ 1842
Karolina Zichy von Zich und Vásonykeö (1820–1906)

Fürst
Wilhelm Albrecht von Montenuovo (1821–1895)
⚭ 1850
Juliane Batthyány-Strattmann von Némétujvár (1827–1871)

Fürst
Ferdinand Bonaventura Kinsky von Wchinitz und Tettau (1834–1904)
⚭ 1856
Maria von und zu Liechtenstein (1835–1905)

Urgroßeltern

Bayerische Königskrone
König Ludwig III. (1845–1921)
⚭ 1868
Marie Therese von Österreich-Este
(1849–1919)

Herzog
Carl Theodor in Bayern (1839–1909)
⚭ 1874
Maria Josepha von Portugal (1857–1943)

Graf
Paul Draskovich von Trakostjan (1846–1889)
⚭ 1874
Maria Festetics von Tolna (1850–1946)

Fürst
Alfred von Montenuovo (1854–1927)
⚭ 1879
Franziska Kinsky von Wchinitz und Tettau (1861–1935)

Großeltern

Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869–1955)
⚭ 1900
Marie Gabriele in Bayern (1878–1912)

Graf Dionys Draskovich von Trakostjan (1875–1909)
⚭ 1903
Juliana von Montenuovo (1880–1961)

Eltern

Albrecht Herzog von Bayern (1905–1996)
⚭ 1930
Maria Drašković von Trakošćan (1904–1969)

Max Emanuel Herzog in Bayern, geb. Max Emanuel Prinz von Bayern (* 1937)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verwaltung des Herzogs von Bayern (Hrsg.): Genealogie des Hauses Wittelsbach. München 1996
  • Hans und Marga Rall: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I. Tosa, Wien 1996, ISBN 3-85001-485-1

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Max Emanuel Ludwig Maria Prinz von Bayern auf thepeerage.com, abgerufen am 11. September 2016.