Maximilian von Hessen (1894–1914)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Maximilian Friedrich Wilhelm Georg von Hessen (* 20. Oktober 1894 in Schloss Rumpenheim bei Offenbach; † 13. Oktober 1914 in Chapelle-Saint-Jean bei Bailleul, Flandern) war ein Enkel von Kaiser Friedrich III. und ein Prinz aus der Linie Hessen-Kassel des Hauses Hessen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maximilian von Hessen war der zweite Sohn Landgraf Friedrich Karls von Hessen-Kassel (1918 kurzzeitig König von Finnland) und seiner Frau Margarethe von Preußen, einer jüngeren Schwester Kaiser Wilhelms II., also ein Neffe des Kaisers. Der älteste Sohn des Landgrafenpaares, Prinz Friedrich Wilhelm (1893–1916), fiel 1916 in Rumänien. Seine Geschwister waren Philipp von Hessen (1896–1980), Wolfgang von Hessen (1896–1989), Christoph von Hessen (1901–1943) und sein Zwillingsbruder Richard von Hessen (1901–1969).

Die Eltern Friedrich Karl von Hessen und Margarethe von Preußen

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er besuchte zunächst das Goethe-Gymnasium in Frankfurt am Main und anschließend das Helmholtz-Gymnasium Potsdam. Anschließend besuchte er gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm 1909 bis 1912 die Hauptkadettenschule in Berlin-Lichterfelde. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg[1] als Leutnant im Großherzoglichen Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24.

Prinz Max fiel in Belgien.[2]

Die Frankfurter Zeitung meldete, dass Prinz Max von Hessen, der im 24. Dragoner-Regiment in Belgien eingesetzt ist, in britische Gefangenschaft geraten sei. Er sei durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt und in ein Trappistenkloster bei Bailleul an der belgischen Grenze gebracht worden, von wo aus ihn britische Truppen mitgenommen hätten.[3]

Aus der britischen Überlieferung geht allerdings hervor, dass der Prinz von Hessen sich in dem Kloster aufgehalten hatte und in britisches Gefechtsfeuer geraten war. Bei Erreichen seines Pferdes wurde er tödlich verwundet. Als die Briten das Feuer einstellten, fanden sie den Verwundeten am Boden liegend vor und ein Arzt konnte ihm nur noch mitteilen, dass er noch etwa eine Stunde leben werde. Darauf überreichte der sterbende Prinz dem Arzt ein Medaillon seiner Mutter, das er um den Hals trug und bat ihn, es seiner Mutter zu senden. Der Arzt fiel aber selbst am nächsten Tag und seine Witwe schickte das Medaillon an Queen Mary, die es an die Kronprinzessin Margarethe von Schweden sandte. Diese ließ es schließlich Maximilians Mutter Margarethe zukommen.

Als die Bewohner des belgischen Ortes erfuhren, dass es sich bei dem Toten um den Neffen Kaiser Wilhelms handelte, bestatteten sie ihn heimlich. Der Priester weigerte sich später aber, das Grab zu identifizieren, bevor die Deutschen den Ort nicht verlassen hatten und noch keine Abgeltung gezahlt wurde. Maximilians Bruder Prinz Wolfgang von Hessen konnte erst mit Hilfe der britischen Behörden eine Überführung des Leichnams nach Hessen erreichen.

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm von Hessen (1787–1867)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Wilhelm von Hessen (1820–1884)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Louise Charlotte von Dänemark (1789–1864)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich Karl von Hessen (1868–1940)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Carl von Preußen (1801–1883)
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Preußen (1836–1918)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach (1808–1877)
 
 
 
 
 
 
 
Maximilian von Hessen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kaiser Wilhelm I. (1797–1888)
 
 
 
 
 
 
 
Kaiser Friedrich III. (1831–1888)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890)
 
 
 
 
 
 
 
Margarethe von Preußen (1872–1954)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (1819–1861)
 
 
 
 
 
 
 
Victoria von Großbritannien (1840–1901)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Victoria Königin von Großbritannien (1819–1901)
 
 
 
 
 
 

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jonathan Petropoulos: Royals and the Reich. The Princes von Hessen in Nazi Germany. Oxford University Press 2006, S. 43.
  2. Jonathan Petropoulos, op. cit., S. 43.
  3. Frankfurter Zeitung vom 22. Oktober 1914.