Meinolf Dierkes

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Meinolf Dierkes (* 24. September 1941 in Hagen) ist ein deutscher Soziologe, emeritierter Professor der TU Berlin und ehemaliger Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meinolf Dierkes studierte von 1962 bis 1965 Betriebswirtschaft in Köln und Würzburg und promovierte 1970 in Volkswirtschaft am Lehrstuhl von Günter Schmölders in Köln. 1970 ging er als Research Fellow an das Batelle Seattle Research Center und lehrte als Associate Adjunct Professor an der Fakultät für Business, Government & Society an der University of Washington. Von 1973 bis 1976 war er Leiter der Abteilung „Angewandte Sozial- und Verhaltensforschung“ im Battelle-Institut in Frankfurt. 1976 kam er als Direktor des Internationalen Instituts für Umwelt und Gesellschaft (IIUG) zum WZB, wo er 1980 bis 1987 als dessen erster Präsident und von 1988 bis 2006 als Leiter der Abteilung Innovation und Organisation tätig war.

Weitere Lehraufträge hatte Dierkes von 1973 bis 1975 an der School of Urban and Public Affairs der Carnegie-Mellon University, von 1975 bis 1978 an der INSEAD Business School und von 1987 bis 2005 an der UC Berkeley. Er war 1996 bis 1997 Gründungsdekan der Tel Aviv International School of Management und von 1999 bis zu seiner Emeritierung 2006 Forschungsprofessor an der Akademie der Sozialwissenschaften Shanghai. Daneben war Meinolf Dierkes Mitglied zweier Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestages („Einschätzung und Bewertung von Technikfolgen“, Beirat der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung und der Schweisfurth-Stiftung) sowie Mitbegründer des Zentrums Technik und Gesellschaft an der TU Berlin, wo er 1989 bis 2006 als Professor für Technik- und Wissenschaftssoziologie lehrte.

Meinolf Dierkes hat Themenbereiche der interdisziplinären Sozialforschung mitentwickelt und durch Veröffentlichungen mit etabliert. Dierkes war so in den 1970er Jahren mit seinem Thema Sozial- und Ökobilanzen ein Vorreiter späterer Corporate Social Responsibility- und Nachhaltigkeitsdiskussionen. In den 1970er und 1980er Jahren war Dierkes in die Debatten zur Technikfolgenabschätzung involviert,[1] und er war Mitglied verschiedener Kommissionen in den USA zu diesem Thema, so z. B. an der National Academy of Sciences. Ebenfalls in den 1980er Jahren arbeitete Dierkes zu Unternehmensleitbildern. In den 1990er Jahren und danach leistete er Beiträge zur wissenschaftlichen Verständnis von Innovationsprozessen und -kulturen. Unter anderem befasste er sich mit Leitbildern in der Technik.[2]

Das Handbook of Organizational Learning,[3] an dem er beteiligt war, ist ein Standardwerk der Organisationslehre und des Organisationslernens.

Neben seinen inhaltlichen Beiträgen zur sozialwissenschaftlichen Forschung in Deutschland und international, war Dierkes an organisationellen Neuaufbrüchen beteiligt. Als erster Präsident des WZB führte er fünf relativ disparate Forschungsinstituten zur größten außeruniversitären sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtung in Deutschland zusammen. Über seine Tätigkeit in der Wissenschaft hinaus brachte Dierkes seine Erkenntnisse beispielsweise auch in Beratungsprojekten bei der Migros und der Ruhrkohle AG ein.

Seit 1976 leben Meinolf Dierkes und seine Frau Sigrun in Berlin und in Bergkvara, Schweden. Die beiden haben zwei Söhne.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Dierkes: Technik und Parlament: Technikfolgen-Abschätzung. Konzepte, Erfahrungen, Chancen. Edition Sigma, Berlin 1986, ISBN 3-924859-18-3.
  2. M. Dierkes, U. Hoffmann, L. Marz: Leitbild und Technik – Zur Entstehung und Steuerung technischer Innovationen. Edition Sigma, Berlin 1992, ISBN 3-89404-109-9.
  3. M. Dierkes, A. B. Antal, J. Child, I. Nonaka: Handbook of Organizational Learning and Knowledge. Oxford University Press, New York 2001.