Messerschmitt M23

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Messerschmitt (BFW) M 23
Messerschmitt M23
BFW M 23b
Typ: Sport- und Schulflugzeug
Entwurfsland:

Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller:

Messerschmitt

Erstflug:

Dezember 1928

Produktionszeit:

1928–1931[1]

Stückzahl:

etwa 80

Messerschmitt M 23c

Die Messerschmitt M 23 war ein Sport- und Schulflugzeug, das 1928 von dem deutschen Flugzeugkonstrukteur Willy Messerschmitt entworfen und von den Bayerischen Flugzeugwerken hergestellt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die M 23 entstand als vergrößerte Version der M 19. Ursprünglich als Wettbewerbsflugzeug entworfen, fand die Maschine schnell weite Verbreitung und errang eine Reihe bemerkenswerter Leistungen, wie etwa den Sieg beim Europarundflug 1929 und 1930. Es überstand kein Flugzeug den Zweiten Weltkrieg.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebaut wurde die M 23 in drei Versionen mit einer Vielzahl an Motorisierungen:

  • Die M 23a diente vorrangig zu Testzwecken; es wurde nur eine geringe Stückzahl verkauft. Die ersten beiden Maschinen waren mit Zweizylinder-Boxermotoren ABC Scorpion mit 38 PS untermotorisiert. Die dritte Maschine (D-1571) war mit dem Fünfzylinder-Sternmotor Armstrong Siddeley Genet ausgerüstet, dessen 80 PS für ausreichende Leistungen sorgten. Theodor Croneiß 1929 gewann damit den „Ostpreußenflug“. Danach folgten noch sechs Maschinen mit anderen Motoren wie dem Neunzylinder Salmson 9 AD mit 45 PS.
  • Von der M 23b, die Ende März 1929 das erste Mal abhob, wurden bis Ende 1931 mehr als 70 Maschinen verkauft. Ausgerüstet mit stärkeren Motoren wie dem Fünfzylinder-Sternmotor Siemens & Halske Sh 13 mit 81 PS war sie an gerundeten Rumpfrücken und Tragflächenenden zu erkennen. Neben aerodynamischen Verbesserungen wurde für die stärkeren Motoren auch die Struktur verstärkt. Fritz Morzik gewann mit einer M 23b (D-1673) den Europarundflug 1929.[2]
  • Von der M 23c, speziell für den Europarundflug 1930 entwickelt, wurden elf Maschinen gebaut. Sie hatten, im Gegensatz zu den Vorversionen, ein Cockpit mit Glaskanzel sowie einen neuen Rumpf, der vorn aus Leichtmetall bestand, und wurden von einem Sternmotor Siemens & Halske Sh 13 mit 81 PS oder einem Argus As 8 mit 100 PS angetrieben. Mit der D-1883 gewann Fritz Morzik abermals den Europarundflug.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelte sich um einen freitragenden Tiefdecker in Holzbauweise mit anklappbaren Tragflächen und starrem Fahrwerk.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiseitenansicht
Kenngröße Daten (M 23b)
Besatzung 2
Länge 6,43–6,66 m
Spannweite 11,80 m
Höhe 2,30 m
Flügelfläche 14,40 m²
Flügelstreckung 9,7
Nutzlast 240–300 kg
Leermasse 285–370 kg
Startmasse 535–670 kg
Höchstgeschwindigkeit 162–185 km/h
Dienstgipfelhöhe 4800–6000 m
Reichweite 700–1000 km
Triebwerke verschiedene Motoren mit 60–85 kW (81–115 PS)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans J. Ebert, Johann B. Kaiser, Klaus Peters: Willy Messerschmitt – Pionier der Luftfahrt und des Leichtbaues. (= Die deutsche Luftfahrt) Band 17, Bernard & Graefe, Bonn 1992, ISBN 3-7637-6103-9, S. 64–70.
  • Manfred Griehl: Messerschmitt. Flugzeuge seit 1925. (= Typenkompass) Motorbuch, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02980-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Messerschmitt M23 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Brinkmann, Kyrill von Gersdorff, Werner Schwipps: Sport- und Reiseflugzeuge – Leitlinien einer vielfältigen Entwicklung. (= Die deutsche Luftfahrt) Band 23, Bernard & Graefe, Bonn 1995, ISBN 3-7637-6110-1, S. 121.
  2. FliegerRevue, August 2010, S. 56–59, Messerschmitt steigt auf