Methyltestosteron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Strukturformel von Methyltestosteron
Allgemeines
Freiname Methyltestosteron
Andere Namen
  • 17α-Methyltestosteron
  • Mesteron
  • 17α-Methyl-4-androsten-17β-ol-3-on
Summenformel C20H30O2
Kurzbeschreibung

hellgelbes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 58-18-4
EG-Nummer 200-366-3
ECHA-InfoCard 100.000.333
PubChem 6010
Wikidata Q421768
Arzneistoffangaben
ATC-Code

G03BA02

Eigenschaften
Molare Masse 302,45 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

162–168 °C[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350​‐​361
P: 201​‐​281​‐​308+313 [1]
Toxikologische Daten

2500 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Methyltestosteron ist ein synthetisch hergestellter Arzneistoff aus der Gruppe der anabolen Steroide (Xenoandrogen) und ist ein Abkömmling (Derivat) des physiologisch vorkommenden Sexualhormons Testosteron.

Das 17α-alkylierte Steroid gehört zu den ersten oral einnehmbaren Steroiden überhaupt und hat wie Oxymetholon und Metandienon eine stark anabole und androgene Wirkung. Nach der Einnahme vermag es in 17-Methylestradiol zu konvertieren, wobei die Aromatisierungsrate etwa 13–16 mal so hoch ist wie die des Testosterons. 17-Methylestradiol weist eine besonders stark östrogene Wirkung auf.

Zu den nennenswerten Nebenwirkungen zählen: Kopfhaarausfall, starke Akne, starke Belastung der Leber, starke Gewichtszunahme (in der Regel 90 % hiervon Wasser und Fett). Bei längerer Einnahme besteht zunehmend das Risiko einer Gynäkomastie. Eine weitere schwere Nebenwirkung ist die starke Wirkung auf die Psyche (Depressionen, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Veränderung der Libido,[2] gesteigerte Aggressivität und Gewaltbereitschaft).

Medizinisch ist Methyltestosteron in injizierbarer Darreichung angezeigt zur Behandlung der Unterfunktion der Keimdrüsen beim Mann (Hypogonadismus),[2] hat aber aufgrund starker Nebenwirkungen keine große medizinische Bedeutung mehr.

Missbrauch im Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Methyltestosteron gilt als Dopingmittel und wird besonders von Boxern, Kraftsportlern und Ringern eingesetzt. Die Wirkung setzt rasch ein.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Datenblatt 17α-Methyltestosterone bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 18. Juni 2011 (PDF).
  2. a b Fachinformation Sustanon 100 mg/ml. N.V. Organon, Mai 2011.
  3. D. Sinner: Das Schwarze Buch - Anabole Steroide. BMS-Verlag, Gronau 2007, ISBN 978-3-00-020944-4, S. 333–334.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!