Michael Rom

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Michael Rom (geboren 7. Juli 1957 in Wittenberge; gestorben 29. April 1991 in Berlin) war ein deutscher Dichter. Er gehörte zu der in den frühen achtziger Jahren in Dresden ansässigen Künstler- und Literaturszene. Er war ab 1980 auch Sänger der DDR-Punk-Band Zwitschermaschine.

Nach einer Lehre als Instandhaltungsmechaniker und dem Armeedienst arbeitete Rom seit 1978 im Schloss Moritzburg und im Radeburger Heimatmuseum. Bei der Arbeit an einer Kunstausstellung im Radeburger Heimatmuseum lernte Rom Anfang der 80er Jahre die Kunststudenten Cornelia Schleime und Ralf Kerbach kennen, die an der Dresdner Hochschule für bildende Künste studierten. Aus der Zusammenarbeit ging auch ein Musikprojekt hervor mit Ralf Kerbach (Gitarre) und Rom als zweiten Vokalisten, der die Sängerin Cornelia Schleime unterstützte. Später stießen Matthias Zeidler (Bass) und Wolfgang Grossmann (Schlagzeug) hinzu. Zunächst unter den Bandnamen Ende und Schwarz/Weiß agierend, nannte man sich Vierte Wurzel aus Zwitschermaschine, zuletzt Zwitschermaschine verkürzt wurde. Darüber hinaus gehörte Rom mit Volker Palma und Christine Schlegel zu den Gründern des Experimentaltheaters SUM. 1980/81 beteiligte sich Rom an der von Franz Fühmann für die Akademie der Künste der DDR initiierten, aber unveröffentlicht gebliebenen Akademie-Anthologie, einer Sammlung von 30 Autoren, die in der DDR nicht erscheinen konnten. 1982 stellte Michael Rom einen Ausreiseantrag und siedelte im Februar 1984 in die Bundesrepublik über, zuerst nach Frankfurt/M. und Ende der 80er Jahre nach Westberlin, wo er als Autor arbeitete. Laut Sächsischer Zeitung wurde Rom 1991 in Berlin bei einem Raubüberfall auf ein Hotel erschossen. Sein Nachlass wurde - lange verschollen - wiederentdeckt und 2018 herausgegeben.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Michael Rom erschienen Beiträge in Künstlerbüchern und den nicht offiziellen Zeitschriften LIANE (Ostberlin) und UND (Dresden), in KultUhr, Rossbreiten, Sprache im technischen Zeitalter und in Anthologien, u. a. in:

Ferner Katalogtexte u. a. zu Ausstellungen von Ohui Cha, Ralf Kerbach, Christine Schlegel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Glocken, Videos, Audiocassetten. Sommerfestival der experimentellen Musik in der Münchner TU. Süddeutsche Zeitung, 10. Juli 1987
  • Grammatik einer Landschaft. Literatur aus der DDR in den 80er Jahren. Lukas Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-931836-03-7
  • Christine Schlegel: Mein Freund - der Rom. In Christine Schlegel: Hautlos - Eingeschweißte Überwachung. Collagen - Zeichnungen - Erinnerungen. Mit Beiträgen von Matthias Flügge, Hannelore Offner und Christoph Tannert, Gerhard Wolf Janus press Berlin 2001, ISBN 3-928942-70-0
  • Uwe Salzbrenner: " Überall Umwege, Abwege, Sprünge " Sächsische Zeit, 21./22. April 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]