Akademie der Künste der DDR

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Akademie der Künste, 1955

Die Akademie der Künste der DDR war die zentrale Kunstakademie der DDR. Sie existierte von 1950 bis 1993 unter verschiedenen Namen. Dann fusionierte sie mit der Akademie der Künste Berlin (West) zur Akademie der Künste von Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Akademie der Künste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Akademie der Künste wurde am 24. März 1950 gegründet. Der Gründungsakt wurde durch den Ministerpräsidenten der DDR Otto Grotewohl vollzogen. Sie betrachtete sich als Nachfolgerin der Preußischen Akademie der Künste. Der vorläufige Standort war das Haus für ärztliche Fortbildung am Robert-Koch-Platz 7 in Berlin-Mitte.

Am alten Standort im Ernst von Ihne-Erweiterungsbau des Palais Arnim am Pariser Platz 4 vor dem Brandenburger Tor, (an dem sich der Neubau der jetzigen Akademie der Künste befindet), waren ab 1952 Archiv-, Büro-, Magazin- und Veranstaltungsräume untergebracht.

Akademie der Künste der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 erhielt sie die Bezeichnung Akademie der Künste der Deutschen Demokratischen Republik. 1976 bezog sie das Langenbeck-Virchow-Haus in der Luisenstraße 58/59 nahe der Charité. Dieses war nach dem Umzug der Volkskammer der DDR in den Palast der Republik frei geworden. 1987 wurde nach über zehnjährigen Restaurierungsarbeiten wieder das Haus am Robert-Koch-Platz bezogen.

Akademie der Künste zu Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1990 trug sie den Namen Akademie der Künste zu Berlin.

Mit der Akademie der Künste Berlin (West) ging sie 1993 in die gemeinsame Akademie der Künste Berlin über.

Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nachlass befindet sich heute größtenteils im Archiv der Akademie der Künste.

Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akademie war gegliedert in verschiedene Sektionen

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den umfangreichen Tätigkeiten gehörten neben Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Tagungen, Symposien und Archivierung ebenso die Betreuung zahlreicher Künstler.

Meisterklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoch angesehen waren Meisterklassen bei so prominenten Lehrern wie Hanns Eisler, Paul Dessau, Günter Kochan und Dieter Zechlin (Musik), sowie Fritz Cremer, Gustav Seitz und Werner Klemke (Bildende Kunst).

Otto Nagel gratuliert Willi Bredel zu dessen 60. Geburtstag im Namen der Akademie, 1961
Visitenkarte Manfred Wekwerth

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vizepräsidenten waren u.a. Paul Dessau (1957-62), Ernst Herrmann Meyer (1965-69), Dieter Zechlin (1970-78), Fritz Cremer (1974-83), Wieland Förster (1979-90), Werner Stötzer (1990-93), Ruth Zechlin (1990-93)

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Mann wird von Tochter Erika während der Schiller-Ehrung in Weimar nach Ernennung zum Ehrenmitglied der Deutschen Akademie der Künste umarmt.
Links davon (2. und 3. v.l.): Hadwig und Victor Klemperer. (14. Mai 1955)
Otto Dix wird zum Korrespondierenden Mitglied ernannt (1957)

Die Mitgliedschaft in der Akademie war eine Auszeichnung, sie wurde verliehen für besondere künstlerische Leistungen.
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u. a. Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Otto Nagel, Anna Seghers, Helene Weigel und Friedrich Wolf.
Weitere Ordentliche Mitglieder waren u.a. Fritz Cremer, und Paul Dessau.

Zum Ehrenmitglied wurde ernannt: Thomas Mann (1955)

Zu den Korrespondierenden Mitgliedern zählten u.a. Benjamin Britten, Charles Chaplin, Aram Chatschaturjan, Otto Dix, Hans Erni, Gabriel García Marquez, Pablo Neruda, Laurence Olivier und Pablo Picasso.

Weitere Mitglieder siehe die unvollständige Auflistung.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Akademie wurden verliehen:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anke Scharnhorst, Helmut Müller-Enbergs: Wer war wer in der DDR? Band 1, Christoph Links Verlag Berlin, 2010
  • Bernd - Rainer Barth: Wer war wer in der DDR? Band 2, Christoph Links Verlag Berlin, 2010
  • Hans Gerhard Hannesen: Die Akademie der Künste in Berlin. Facetten einer 300jährigen Geschichte. Berlin 2005
  • Andreas Herbst, Winfried Ranke, Jürgen Winkler (Hg.):So funktionierte die DDR. Lexikon der Organisationen und Institutionen, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]