Migros-Kulturprozent

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gottlieb und Adele Duttweiler (1913)
Das Philharmonieorchester Tokio auf Besuch in der Schweiz auf Einladung des Migros-Kulturprozents (1960)

Das Migros-Kulturprozent ist eine Einrichtung des Schweizer Einzelhandel-Unternehmens Migros, die Gottlieb Duttweiler 1957 in die Statuten der Migros aufnahm. In seinem Sinne verpflichten sich der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) und die Migros-Genossenschaften zu einem jährlichen Beitrag an das Migros-Kulturprozent. Dieser wird auf Grundlage des Umsatzes berechnet und auch bei rückläufigem Geschäftsgang im Detailhandel ausgerichtet.

Das Migros-Kulturprozent basiert auf 15 Thesen[1] von Adele und Gottlieb Duttweiler sowie den Statuten des MGB und ermöglicht der Bevölkerung einen breiten Zugang zu Kultur und Bildung. Tragende Säulen des Migros-Kulturprozents sind Institutionen in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. Das Migros-Kulturprozent setzt sich aus einem Prozent des Großhandelsumsatzes des MGB und einem halben Prozent des Detailhandelsumsatzes der Genossenschaften zusammen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Delegiertenversammlung vom 11. Mai 1957 wurden die revidierten Statuten des MGB und das neue Vertragswerk zwischen MGB und den Genossenschaften einstimmig genehmigt. Dadurch wurde eine neue Grundlage geschaffen, in der die ideellen, sozialen und kulturellen Vorstellungen von Gottlieb Duttweiler in der Migros-Gemeinschaft verankert sind. Das Vertragswerk umfasst neu die Verpflichtung auf das Ideengut der Migros, die Thesen der Stifter und das Kulturprozent. Hans Munz wurde zum Präsident der Verwaltung ernannt.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einrichtungen des Migros-Kulturprozents umfassen die Klubschule Migros, die weltweit Sprachunterricht anbietenden Eurocentres[3], das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon, die vier Parks im Grünen, die Monte-Generoso-Bahn und das Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich.[4]

Aktivitäten und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Engagement des Migros-Kulturprozents umfasst Aktivitäten und Projekte in den folgenden Bereichen:

  • Kultur: Darunter fallen Bildende Kunst, wie das Migros Museum für Gegenwartskunst; Kleinkunst, die Kleinkunstbühne im 4. Stock des Migros-Hochhauses; Arc, die internationale Künstler-Residenz; Musik, wie M4Music, Migros-Kulturprozent-Classics (ehemals Klubhaus-Konzerte), bandX, regionale Festivals für Nachwuchsbands; Neue Medien, wie Digitalbrainstorming, die Bücherreihe Edition Digital Culture, der Schweizer Medien- und Robotterwettbewerb bugnplay.ch; Tanz, wie das Tanzfestival Steps, IntegrArt, für die Integration von Künstlern mit Behinderung in Kunst und Gesellschaft, der Sommernachtsball im Zürcher Hauptbahnhof; Theater, wie der Nachwuchspreis Premio für Theater und Tanz, Projekt Try outs zur Förderung von Kinder- und Jugendtheater, das Residenz-Projekt watch & talk, für den Austausch zwischen Schweizer und internationalen Künstlern, Prairie, ein Koproduktionsmodell mit Theater- und Tanzcompagnien.
  • Gesellschaft: u. a. conTAKT, für Unterstützung und Projekte in den Bereichen Migration, Integration, Interkulturalität; freiwillig.engagiert, ein Zusammenschluss von national tätigen Organisationen im Bereich Freiwilligenarbeit; Freiwilligenmonitor, eine repräsentative quantitative Erhebung über das freiwillige und ehrenamtliche Engagement der Schweizer Bevölkerung; Generationenakademie, ein Netzwerk für Generationenprojekte; GiM – Generationen im Museum, eine Initiative zur Förderung von Generationenbegegnungen im Museum; Innovage, eine Plattform für pensionierte Führungs- und Fachkräfte, die ihr Wissen zur Verfügung stellen und weitere Projekte und Programme für ältere Menschen; meingleichgewicht, ein Gesundheitsförderungsprogramm für Menschen mit Behinderung; vitamin B, eine Fachstelle für Vereins- und Vorstandsarbeit; Work and Care Balance, für die Vereinbarkeit von Arbeit und Kinderbetreuung; x-hoch-herz, ein nationaler Schulwettbewerb für Klassen und Schulen, die sich für eine gute Sache einsetzten.
  • Bildung: Darunter fallen Sprachreisen, wie die Eurocenters in 35 Destinationen, auf fünf Kontinenten und in 17 Ländern; Weiterbildung, wie die Klubschule Migros und der Gottlieb Duttweiler Lehrstuhl für Internationales Handelsmanagement; Zukunftsforschung, wie das GDI Gottlieb Duttweiler Institute; Kulturvermittlung, als Bestandteil der Kunstproduktion.
  • Freizeit: u. a. WWF-Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche; NahReisen, Ausflüge in die Natur der Stadt; Ferrovia Monte Generoso; Parks im Grünen; Gartenkind, ein Projekt für Kinder im Primarschulalter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Migros-Kulturprozent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die 15 Thesen von Gottlieb und Adele Duttweiler. Abgerufen am 14. April 2018.
  2. MGB-Statuten 2016. Abgerufen am 14. April 2018.
  3. Eurocentres Sprachreisen. Sprachschulen weltweit seit 60 Jahren.
  4. Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Chronik der Migros. Die Entwicklung der M-Gemeinschaft seit 1925. 3. Auflage. 2013, S. 128.