Milton Berle

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Milton Berle (1989)
Milton Berle und seine Frau bei der Premiere von Bette Midlers The Rose 1979 (Foto: Alan Ligh≤≤t)

Milton Berle (bürgerlich: Mendel Berlinger; * 12. Juli 1908 in New York City, New York; † 27. März 2002 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Entertainer und Komiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milton Berle stand schon im Alter von fünf Jahren auf der Bühne. Erste Filmerfahrungen machte er 1914 im Alter von sechs Jahren im Film The Perils of Pauline. Sein Spitzname in dieser Zeit war The Boy Wonder. Er spielte unter anderem kleine Rollen in zwei Filmen mit Mary Pickford. In der Folgezeit machte er Karriere in Nachtclubs und Theatern, darunter in New York am Broadway. Außerdem trat er als Nebendarsteller in einigen Filmen auf, beispielsweise als nervöser Bandmanager von Glenn Miller in Adoptiertes Glück (1941). In den 1940er-Jahren erhielt Berle seine eigene Radioshow, die seine Popularität erheblich vergrößerte. Berles Komik zeichnete sich vor allem durch Sketche und Gags aus, mit denen Berle zuvor bereits teilweise in Vaudeville-Shows aufgetreten war.

Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte Berle ab Ende der 1940er-Jahre, als er sich dem neuen Medium Fernsehen zuwandte, welches gerade ein breites Publikum zu erreichen begann. Oft wird Berle auch als erster großer Fernsehstar in der amerikanischen Unterhaltungsgeschichte gesehen. Von 1948 bis 1955 war Berle in der Sendung des Senders NBC Texaco Star Theater (umbenannt in Buick-Berle Show nach einem Wechsel des Sponsors im Jahr 1953) zu sehen. Dort lauteten einer seiner Spitznamen Mr. Television, The Thief of Bad Gags oder Uncle Miltie. Für seine Show gewann Berle 1950 einen Emmy Award, 1984 wurde er als eine der ersten Personen in die Television Academy Hall of Fame aufgenommen. Musikgeschichte schrieb „Uncle Miltie“ am 3. April 1956, als Elvis Presley in der Milton Berle Show einen seiner ersten Fernsehauftritte hatte. Zu diesem Zeitpunkt, Mitte der 1950er-Jahre, hatte er den Zenit seiner Popularität bereits überschritten und die Moderationsangebote ließen nach.

Ab den 1960er-Jahren wandte sich Berle wieder zunehmend Schauspielrollen in Film und Fernsehen zu. Seine in Deutschland bekannteste Rolle ist wohl die des J. Russell Finch in Eine total, total verrückte Welt. Einen weiteren Auftritt hatte Berle in dem Jerry-Lewis-Film The Bellboy, in dem er und Jerry Lewis ein doppeltes Déjà-vu-Erlebnis als sie selbst und als Pagen haben. In späteren Jahren hatte Berle zahlreiche Shows in Las Vegas und übernahm auch viele Auftritte zu karitativen Zwecken. Er blieb bis ins hohe Alter schauspielerisch tätig und trat zuletzt 2000, mit über 90 Jahren, in der Fernsehserie Kenan & Kel auf.

Milton Berle starb 2002 im Alter von 93 Jahren an Darmkrebs. Er war dreimal verheiratet und hatte drei Kinder. Sein Neffe Warren Berlinger ist ein vielbeschäftigter Schauspieler, ebenso sein Schwiegersohn Richard Moll.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • David Quinlan: Quinlan's illustrated directory of film comedy stars. Batsford, London 1992, ISBN 0-7134-6149-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Milton Berle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien