Mittlerer Pfauenteich

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Mittlerer Pfauenteich
Blick vom Staudamm
Blick vom Staudamm
Lage: Niedersachsen, Deutschland
Zuflüsse: Zellbach
Abflüsse: Unterer Pfauenteich
Größere Städte in der Nähe: Clausthal-Zellerfeld
Mittlerer Pfauenteich (Niedersachsen)
Mittlerer Pfauenteich
Koordinaten 51° 48′ 3″ N, 10° 21′ 55″ OKoordinaten: 51° 48′ 3″ N, 10° 21′ 55″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: vor 1551
Höhe über Talsohle: 9,53 m
Höhe über Gründungssohle: 10 m
Höhe der Bauwerkskrone: 574,09 m
Bauwerksvolumen: 23.000 m³
Kronenlänge: 200 m
Kronenbreite: 5 m
Basisbreite: 40,1 m
Böschungsneigung luftseitig: 1 : 1,6
Böschungsneigung wasserseitig: 1 : 1,8
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 573,06 m
Wasseroberfläche 8,5 ha
Stauseelänge 450 m
Speicherraum 0,309 Mio. m³
Gesamtstauraum: 0,310 Mio. m³
Einzugsgebiet 2,21 km²
Bemessungshochwasser: 3,85 m³/s
Infotafel Kaskaden Pfauenteiche

Der Mittlere Pfauenteich (auch Großer Pfauenteich) am Zellbach bei Clausthal-Zellerfeld im Oberharz (Niedersachsen) ist eine kleine Talsperre des Oberharzer Wasserregales und gehört zu den Oberharzer Teichen. Er ist - wie vielen Anlagen des Oberharzer Wasserregals Bestandteil einer Kaskade im oberen Zellbachtal. An tiefster Position befindet sich der Untere Pfauenteich, gefolgt vom Mittleren und Oberen Pfauenteich. Darüber befindet sich der wesentlich größere Hirschler Teich.

Staudamm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mit einem Staudamm aus Erde mit einer Außendichtung aus Rasensoden gebaute Speicher (Stauinhalt 310.000 m³) wurde mindestens zweimal erhöht und im 18. Jahrhundert zur sogenannten „Neuen Bauform“ umgebaut. Er diente zur Wasserversorgung der Bergwerke in Clausthal, speziell auf dem Burgstätter Gangzug. Der Betreiber der ursprünglich vom Oberharzer Bergbau gebauten Stauanlage ist heute die Harzwasserwerke GmbH.

Auf der Dammkrone befinden sich zwei Striegelhäuschen. Die höher und weiter südlich gelegene Striegeleinrichtung bildete den sogenannten „oberen Fall“ und konnte früher der Staulamelle der obersten 4,5 m Wasser entnehmen, wohingegen das zweite Striegelhäuschen den Grundablass steuert (Grundstriegel). Über die Berme des Mittleren Pfauenteiches läuft der Elisabether Graben vom Oberen Haus Herzberger Teich heran, der praktisch die Verlängerung des Dammgrabens darstellt. Das Wasser des oberen Falls speist einen weiteren Graben, trifft auf den Elisabether Graben und führt dann um den Unteren Pfauenteich herum. An der Vereinigungsstelle befindet sich ein Fehlschlag, der überschüssiges Wasser in den Unteren Pfauenteich leitet. Im Gegensatz dazu wird das Wasser des Grundstriegels nur in den Unteren Pfauenteich eingespeist. Die Möglichkeit zur Wasserentnahme aus dem „Oberen Fall“ ermöglichte den Bergleuten, Wasser auf einem höheren Niveau dem Teich zu entnehmen und es auf entsprechend höherem Niveau weiterzuleiten, um es einem höher gelegenen Wasserrad zuführen zu können.

Blick von der Dammkrone des Hirschler Teiches auf den Oberen Pfauenteich

An einem Ende des Staudamms wurde nachträglich für eine Stangenkunst ein ca. 100 m langer Zwischendamm quer durch den Stausee gebaut, der ein kleines „Dreieck“ der Staufläche abtrennt. Ein Wasserrad befand sich am Fuße des Mittleren Pfauenteiches, dass über ein Gerinne auf dessen Dammkrone mit dem Wasser des Jägersbleeker und Langer Teiches beaufschlagt wurde. Über das 310 m lange Kunstgestänge wurden die „Kräfte“, über den neuen Damm zur Grube Dorothea übertragen. Nachdem der oberhalb liegende Hirschler Teich mehr Wasser speichern konnte, wurde das Dorotheer Kehrrad direkt von dort mit Wasser versorgt und der Damm wurde nicht mehr benötigt. Bei diesem Umbau wurde das Kehrrad dicht an den Schacht in eine Untertägigen Radstube verlegt. Zur Entwässerung dieser Radstube wurde um 1750 die ca. 350 m lange Dorotheer Rösche aufgefahren.

Umweltbelastung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mittlere Pfauenteich war zusammen mit dem sich unterhalb anschließenden Unteren Pfauenteich mit über 16.000 m³ schädlicher Neutralisationsschlämme aus der Sprengstoffproduktion des Werks Tanne im Zweiten Weltkrieg belastet. Diese Schlämme sind in den Jahren 2011 und 2012 entfernt und entsorgt worden.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Franke, Wolfgang Frey: Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland. Systemdruck, Berlin 1987, ISBN 3-926520-00-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mittlerer Pfauenteich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Justus Teicke, Die Pfauenteiche sind saniert - Beseitigung einer Rüstungsaltlast In: Unser Harz, Heft 11/2012, Oberharzer Druckerei und Verlag GmbH, Clausthal-Zellerfeld, 2012 online
  2. Der Mittlere Pfauenteich (Großer Pfauenteich)