Molina de Aragón

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Gemeinde Molina de Aragón
Molina de Aragón – Stadtansicht
Molina de Aragón – Stadtansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Molina de Aragón
Molina de Aragón (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-La Mancha
Provinz: Guadalajara
Comarca: Señorío de Molina-Alto Tajo
Koordinaten 40° 51′ N, 1° 53′ WKoordinaten: 40° 51′ N, 1° 53′ W
Höhe: 1065 msnm
Fläche: 168,33 km²
Einwohner: 3.295 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 19,57 Einw./km²
Postleitzahl: 19300
Gemeindenummer (INE): 19190 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Molina de Aragón

Molina de Aragón ist eine zentralspanische Kleinstadt und eine Gemeinde mit 3.295 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der Provinz Guadalajara der Autonomomen Region Kastilien-La Mancha. Das Gemeindegebiet umfasst auch die beiden Weiler (pedanías) Cubillejo del Sitio und Cubillejo de la Sierra und gehört zur bevölkerungsarmen Serranía Celtibérica. Das historische Ortszentrum ist als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Molina de Aragón liegt in der Sierra de Molina an den Ufern des Río Gallo etwa 200 km nordöstlich von Madrid bzw. knapp 140 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Guadalajara in einer Höhe von ca. 1050 bis 1090 m. Das Klima ist vom Frühjahr bis in den Herbst gemäßigt bis warm; Regen (ca. 490 mm/Jahr) fällt mit Ausnahme der eher trockenen Sommermonate übers Jahr verteilt.[2] Im Winter ist Molina de Aragón eine der kältesten Städte der Iberischen Halbinsel.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2017
Einwohner 3.171 2.907 3.060 3.304 3.365[3]
Aragonit aus dem Rio Gallo bei Molina de Aragón

Die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und der damit verbundene Verlust von Arbeitsplätzen führten im 20. Jahrhundert zu einer Abwanderung vieler Landbewohner in die größeren Städte (Landflucht).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Mittelalter sorgte die Burg für die allmähliche Herausbildung städtischer Strukturen mit Handel, Dienstleistungen und Gewerbe. Das agrarisch geprägte Umland versorgte den Ort mit Lebensmitteln, wenngleich auch in der Stadt Tiere gehalten wurden. Molina de Aragón ist heute noch ein Handels- und Dienstleistungszentrum. Am Rio Gallo gibt es Aragonit-Vorkommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der wohl schon von den antiken Keltiberern errichtete Burg (castillo) finden sich weder römische noch westgotische Spuren. Erst die im 8. Jahrhundert bis weit in den Norden der Iberischen Halbinsel vorgedrungenen Mauren errichteten auf dem markanten Burgfelsen eine neue Festung (hisn), die um das Jahr 1129 im Zuge der Reconquista von Alfons I. (reg. 1104–1134) den Mauren abgenommen und kurz darauf in vergrößerter Form neuerrichtet wurde. Ort und Burg waren lange zwischen den Königreichen Kastilien und Aragón umstritten, ehe sie im 14. Jahrhundert endgültig an Kastilien fielen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch erwähnenswert sind neben den 1931 zum Nationaldenkmal erklärten Burgresten die romanische Brücke (Puente Viejo), die romanischen Kirchen Santa María del Conde, San Gil und San Felipe y Santo Tomás, das romanische Kloster der heiligen Klara von Assisi (Convento de Santa Clara), das Kloster des heiligen Franziskus (Convento de San Francisco), einige Paläste und Villen sowie das jüdische Viertel (Judería).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Molina de Aragón – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Molina de Aragón – Klimatabellen
  3. Molina de Aragón – Bevölkerungsentwicklung