Moncarapacho

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Moncarapacho
Wappen Karte
Wappen von Moncarapacho
Moncarapacho (Portugal)
Moncarapacho
Basisdaten
Region: Algarve
Unterregion: Algarve
Distrikt: Faro
Concelho: Olhão
Koordinaten: 37° 5′ N, 7° 47′ WKoordinaten: 37° 5′ N, 7° 47′ W
Einwohner: 7699 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 69,13 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner pro km²
Postleitzahl: 8700-087
Politik
Adresse der Gemeindeverwaltung: Junta de Freguesia de Moncarapacho
Praça Major João Xavier de Castanheda, 2
8700-087 Moncarapacho

Moncarapacho ist eine Kleinstadt (Vila) und ehemalige Gemeinde an der Algarveküste im Süden Portugals.

Zum Volksfest geschmückte Gasse im historischen Ortskern

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moncarapacho liegt südwestlich der Serra de Monte Figo. Es ist 6 km nördlich von der Kreisstadt Olhão, und etwa 16 km nordöstlich von der Distrikthauptstadt Faro entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde wie die Überreste einer Reihe von Wachtürmen und umgebende Befestigungsspuren belegen eine Besiedlung des Gebietes bereits vor Ankunft der Römer im 2. Jahrhundert v. Chr., die es zu einem Teil ihrer Provinz Lusitania machten. Nach Einfall germanischer Stämme im 5. Jahrhundert n. Chr. wurden diese ab dem frühen 8. Jahrhundert von den Mauren vertrieben, und das Gebiet wurde Bestandteil des al-Andalus. Im Zuge der Reconquista wurde das heutige Gemeindegebiet, zusammen mit der ganzen Algarve, um 1250 Teil des Königreich Portugals.

Die erste offizielle Erwähnung des heutigen Ortes ist in einem Brief des Königs D.Fernando I. aus dem Jahr 1368 dokumentiert. 1471 wurde der Ort zur Vila (Kleinstadt) erhoben[3] und ist seither Sitz einer eigenständigen Gemeinde.[4]

Straße im Ortskern von Moncarapacho (1992)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reihe von Überresten verschiedener Wachtürme und Befestigungen aus verschiedenen Epochen sind in der Gemeinde zu sehen.[5] Zu den hiesigen Baudenkmälern zählen des Weiteren historische öffentliche Gebäude, eine Windmühle, zwei Herrenhäuser und verschiedene Sakralbauten, darunter die im 15. Jahrhundert errichtete und seither mehrmals umgebaute Gemeindekirche Igreja Paroquial de Moncarapacho (auch Igreja de Nossa Senhora da Graça), die heute Merkmale von Gotik bis Barock zeigt.[6] Auch der historische Ortskern als Ganzes steht unter Denkmalschutz.[7]

Im Museu Paroquial de Moncarapacho finden sich lokale archäologische und ethnografische Exponate, aber auch Skulpturen und sakrale Kunst.

Der 1963 gegründete Volkstanz-Verein Rancho Folclórico de Moncarapacho vertrat auch international bereits häufig die Traditionen des Ortes und der Region.[8]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte des Conselho Olhão, Moncarapacho hervorgehoben
Die Kirche São Sebastião dos Matinhos im Ort Laranjeiro

Moncarapacho war Sitz einer gleichnamigen Gemeinde (Freguesia) im Kreis (Concelho) von Olhão im Distrikt Faro. In ihr lebten 7699 Einwohner auf einer Fläche von 69 km² (Stand 30. Juni 2011).[1]

Folgende Ortschaften liegen im Gebiet der ehemaligen Gemeinde:

  • Alfandanga
  • Areias
  • Bias do Norte
  • Bias do Sul
  • Fontes Santas
  • Foupana
  • Gião
  • Lagoão
  • Laranjeiro
  • Maragota
  • Murteira
  • Pereirinhas
  • Pereiro
  • Pés do Cerro
  • Quatrim do Sul

Im Zuge der Gebietsreform in Portugal am 29. September 2013 wurden die Gemeinden Moncarapacho und Fuseta zur neuen Gemeinde União das Freguesias de Moncarapacho e Fuseta zusammengeschlossen. Moncarapacho wurde Sitz der Gemeinde.[9]

Der gemeinsame Bahnhof von Fuseta und Moncarapacho

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Eisenbahnstrecke Linha do Algarve. Er ist mit eigener Anschlussstelle (Nr. 15) an die Autobahn A22 angebunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moncarapacho – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.monumentos.pt (unter Cronologia), abgerufen am 2. März 2013
  4. Geschichtsseite der weiterführenden Schule der Gemeinde, abgerufen am 2. März 2013
  5. www.monumentos.pt, abgerufen am 2. März 2013
  6. dito
  7. dito
  8. Website des Vereins, abgerufen am 2. März 2013
  9. Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 1. Oktober 2014