Morbidelli

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Dieser Artikel behandelt den ehemaligen italienischen Motorradhersteller. Zu weiteren Begriffen siehe Morbidelli (Begriffsklärung).
Morbidelli S.p.A.
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1952, 1994
Auflösung 1982, 1997
Sitz Pesaro, Italien
Leitung Giancarlo Morbidelli
Branche Motorradhersteller


Morbidelli war ein italienischer Motorradhersteller der in Pesaro ansässig war.

Geschichte[Bearbeiten]

50-cm³-Grand-Prix-Maschine von 1971

In dem 1952 für Maschinen zur Holzbearbeitung gegründeten Unternehmen kam Ende der 1960er beim Eigentümer Giancarlo Morbidelli, der selbst Rennen fuhr, die Idee auf eine Motorradsparte zu eröffnen. Ab 1969 nahmen die Motorräder von Morbidelli mit einer von Franco Ringhini entwickelten 50-cm³-Maschine an der Motorrad-Weltmeisterschaft teil. Später kamen Zweitakter bis 350 cm³ hinzu, die recht erfolgreich waren. Für Morbidelli fuhren Fahrer wie Eugenio Lazzarini, Toni Mang und Pier Paolo Bianchi. Neben Ringhini zeigte sich auch Jörg Möller, der Bereits den Basismotor für die Kreidler Van Veen entworfen hatte, für die Entwicklung der Modelle zuständig. Ab 1975 arbeitete man unter dem Kürzel MBA mit Benelli zusammen.

Neben den Erfolgen bei nationalen Läufen, darunter sieben italienische Meistertitel, konnten die Maschinen des Herstellers in der FIM -Motorrad-Weltmeisterschaft weit über 30 Siege einfahren.[1] 1979 fuhr Graziano Rossi – der Vater von Valentino Rossi – mit Morbidelle im Gesamtklassement der 250cm³ bis auf Platz drei vor. Die 125-cm² Maschine holten zwei Weltmeistertitel: 1976 und 1977. Die Motorräder fungierten auch als Werbeträger für die Sparte Maschinenbau. In Folge der Dominanz der japanischen Hersteller ging die Marke ab Ende der 1970er, wie viele europäische Hersteller, unter. 1982 wurde die Produktion von Zweirädern eingestellt. Im Jahr 1994 unternahm Giancarlo Morbidelli den Versuch einer Wiederbelebung der Marke mit einer spektakulären 850-cm³-V8-Maschine, der Morbidelli V8, scheiterte aber. [2] Der Firmensitz des Maschinenbauers, der heute CNC Maschinen für die Bearbeitung fast aller Materialien herstellt und unter dem Namen SCM Group firmiert, wurde 2010 nach Rimini verlegt.

Heute erinnert ein Museum am ehemaligen Firmensitz an die Geschichte der Marke. Es wird unter anderem die komplette Weltmeisterschaftsgeschichte durch die Exponate dargelegt. 2014 drehten Jeffrey Zani und Matthew Gonzales einen Dokumentarfilm mit zahlreichen Zeitzeugen über die Motorradmarke. Nach dem der Film bei einigen Filmfestivals lief, wird der Film auch auf DVD vertrieben.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Rennfahrer Franco Morbidelli in der Moto2 trägt zwar denselben Namen wie die Marke, hat jedoch keine verwandtschaftlichen Verhältnisse mit dem ehemaligen Hersteller.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Morbidelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alle Fahrer mit WM-Punkten der Marke Morbidelli. eggersdorfer.info, abgerufen am 4. Januar 2016.
  2. AVielzylinderbikes - Morbidelli 850 V8. motor-talk.de vom 19. Juni 2010, abgerufen am 4. Januar 2016.