Museum im Koffer

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Das Museum im Koffer in Nürnberg wurde als erstes mobiles Kindermuseum Deutschlands 1980 gegründet. Es betreibt zusätzlich seit 2001 das Kinder- und Jugendmuseum Nürnberg.

Das Museum im Koffer ist ein Vorreiter der Kindermuseumsbewegung in Deutschland. In Kindermuseen darf (fast) alles angefasst und ausprobiert werden. Die natürliche Neugier der Kinder fördert die Lust und den Spaß bei der Arbeit und sie lernen gerne und freiwillig. Themen stammen aus der Geschichte, Natur, Technik oder dem Leben in anderen Ländern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nürnberger Museum im Koffer e. V. wurde 1980 von der Kunstpädagogin Kristine Popp gegründet, die von Anfang an eine Sammlung, zum größten Teil aus privaten Mitteln finanziert, anlegte. Frau Popp verknüpfte ihre Sammelleidenschaft mit ihren pädagogischen Interessen. Unter den Aspekten der „Learning by Doing“ Prinzipien der angloamerikanischen Vorbilder strukturierte sie die Inhalte und Themen und begann mit „Urgroßmutters Waschtag“ auf Tour zu gehen. Seitdem kam Jahr für Jahr ein weiteres Thema dazu. Bis heute ist das Museum im Koffer mit zwei Bussen unterwegs. Als dem Museum im Koffer 2001 gelang, ein festes Haus einzurichten, kamen zu den historischen und interkulturellen Themen noch die Naturwissenschaften hinzu. Der zweite Stock des Kinder- und Jugendmuseums wurde unter dem Ausstellungstitel: „Schatzkammer Erde“ zu einer Umweltlernstation ausgebaut.

Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wanderausstellungen:

  • Ur- und Frühgeschichte: Reise in die Steinzeit
  • Antike: Das Leben der Kelten, Auf nach Rom!
  • Mittelalter: Schreibwerkstatt, Papierwerkstatt, Gutenbergs Druckwerkstatt
  • Technik: Raumfahrt
  • Andere Länder und Kulturen: Reise in ein anatolisches Dorf, Reise in ein Dorf im Senegal, Ein Tag im Leben der Plains-Indianer, Indonesien, Esskulturen
  • Kulturgeschichte: Kakao und Schokolade
  • Naturwissen: Subtropia, Seifenblasen

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alltag der Urgroßeltern

Der Waschtag wurde mit „Urgroßmutters Küche“, „Uropas Kaufladen“ und „Uropas Bäckerei“ komplettiert. Der ganze Themenkomplex wurde zu „Alltag der Urgroßeltern“ als Dauerausstellung im Kinder- und Jugendmuseum eingerichtet. Der Grund für diese Auswahl lag nicht nur in der problemlosen Beschaffbarkeit der Objekte, sondern vor allem darin, dass die Zeitzeugen für die Kinder noch erreichbar sind und damit ein direkter und lebendiger Zugang zur jüngeren Geschichte ermöglicht wird. Dabei spielt eine ebenso große Rolle, dass verloren gegangene Fertigkeiten erprobt werden können und der Vergleich von gestern zu heute gezogen werden kann.

Schatzkammer Erde

Ein weiterer Anziehungspunkt im Kinder- und Jugendmuseum ist die Dauerausstellung „Schatzkammer Erde“, die naturwissenschaftliche und technische Inhalte komprimiert und miteinander verknüpft. Ökologisches Basiswissen soll Kindern und Erwachsenen dazu dienen, eine Hilfestellung für umweltfreundliches Handeln im Alltag zu erhalten. Komplexe ökologische Grundprinzipien wie Vielfalt, Vernetzung und Kreislauf werden in überschaubaren Schritten vermittelt. Ein kindgerechtes Forscherlabor zum Beobachten und Experimentieren, Terrarien und Gewächshäuser mit Tieren und Pflanzen, große, begehbare Modelle und mannigfaltiges Anschauungsmaterial bieten eine Fülle an Erfahrungen zu verschiedenen Naturphänomenen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum im Koffer/Kinder- und Jugendmuseum Nürnberg bekam etliche regionale und überregionale Auszeichnungen, z. B. 1999 den Kinderkulturpreis des Kinderhilfswerks, wurde mit dem Projekt Subtropia als Dekadeprojekt der Unesco ausgezeichnet und ist seit 2012 vom Freistaat Bayern geförderte Umweltstation.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Popp: „hands on“. Kindermuseen in den USA, Einrichtungen und Initiativen in Deutschland. Verlag Popp & Partner, Nürnberg 1993, S. 80.
  • Marie-Luise Braun, Ulrike Peters, Thomas Pyhel (Hrsg.): Faszination Ausstellung, Praxisbuch für Umweltausstellungen. Edition Leipzig, Leipzig 2003, ISBN 3-361-00565-5, S. 141–156.
  • Klaus Bergmann, Rita Rohrbach (Hrsg.): Kinder entdecken Geschichte: Theorie und Praxis historischen Lernens in der Grundschule und im frühen Unterricht. Wochenschau-Verlag, Schwalbach / Ts. 2001, ISBN 3-87920-748-8, S. 145–147.
  • Nel Worm: Hands on! Kinder- und Jugendmuseum – Kulturort mit Zukunft. LKD-Verlag, Unna 1994, ISBN 3-925426-70-1.
  • Dagmar von Kathen, Wolfgang Zacharias (Hrsg.): Initiative Kinder- und Jugendmuseum – ein neuer Ort kultureller Bildung in der Stadt. LKD-Verlag, Unna 1993, ISBN 3-925426-44-2.
  • Susanne Gesser, Heike Kraft: Anschauen-Vergleichen-Ausprobieren. Historisches Lernen in Kinder und Jugendmuseen. Wochenschau-Verlag, Schwalbach 2006, ISBN 3-89974-223-0.
  • Hans Joachim Gach: Geschichte auf Reisen. Historisches Lernen mit Museumskoffern. Wochenschau-Verlag, Schwalbach 2005, ISBN 3-89974-141-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]