Museum Industriekultur (Nürnberg)

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Museumsbau im Mai 2015

Das Museum Industriekultur in Nürnberg ist ein Museum für Technik, Kultur und Sozialgeschichte, das die Geschichte der Industrialisierung am Beispiel Nürnbergs dokumentiert. Es entstand 1988 in einer Halle des ehemaligen Eisenwerks Julius Tafel (Tafelwerk) und umfasst rund 6.000 m² Ausstellungsfläche. Dem Museum ist ein Schulmuseum sowie ein Motorradmuseum angegliedert, das sich insbesondere mit der Firmengeschichte der Firma Zündapp auseinandersetzt. Das benachbarte Kulturzentrum Tafelhalle ist ebenfalls in Gebäuden des ehemaligen Tafelwerks untergebracht. Das Museum ist Teil der Nordbayerischen Industriestraße.

Das Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum zeigt entlang einer straßenähnlichen Erschließungsachse historische Ensembles wie Gewerbe- und Wohnräume, ein Arbeiter-Vereinslokal, einen Kolonialwarenladen und eine Zahnarztpraxis aus den 1930er Jahren. Weitere Ausstellungseinheiten beherbergen eine Druckwerkstatt, eine Bleistiftwerkstatt, eine Gipsmühle und eine Dampfmaschine der Maschinenbauanstalt Johann Wilhelm Spaeth, die einst das komplette Tafelwerk mit Strom versorgte. Auch die Entwicklung der Kino- und Filmgeschichte, der Technisierung des Haushalts, der Energienutzung und der Telekommunikation wird thematisiert. Ergänzt durch historische Fahrzeuge und Maschinen sollen die einzelnen Museumseinheiten den langsamen Übergang von der Handwerks- hin zur Industriegesellschaft illustrieren. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Entwicklung der Nürnberger Industrie und ihrem strukturellen Wandel, sondern auch auf dem Einfluss der Industrialisierung auf das Leben der Menschen – unter anderem auf den Alltag, auf Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie auf Kunst und Kultur.

Thematische Wechselausstellungen ergänzen das Veranstaltungsprogramm ebenso wie ein umfangreiches museumspädagogisches Angebot für Schüler aller Altersgruppen. Einen festen Anteil am Ausstellungsprogramm nimmt das Thema Fotografie ein.

Das Museum gehört seit 1994 zu den Museen der Stadt Nürnberg und ist Teil der Nordbayerischen Industriestraße.

Vor der Liquidation des Versandhauses Quelle 2009 konnten Kataloge, Werbefilme und ähnliche Zeugnisse seiner Geschichte für das Museum gesichert werden.[1]

Virtuelle Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2019 ist das Museum Industriekultur auch auf Google Arts & Culture vertreten und zeigt dort verschiedene Ausstellungen zur Nürnberger Zweiradgeschichte:

  • Die Pionierzeit der Motorräder aus Nürnberg
  • Legenden in Chrom und Stahl
  • Der Grüne Elefant
  • Nürnberg – Die Fahrradhochburg

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jahrzehntelange Leiter Matthias Murko ging im April 2017 in den Ruhestand, behielt seine Funktion jedoch übergangsweise bei, bis seine Nachfolgerin, die aus Fürth stammende Journalistin und Historikerin Monika Dreykorn, ihr Amt im Oktober 2018 antreten konnte.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Museum Industriekultur Nürnberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Tscharnke: SOS-Aktion rettet Quelle-Nachlass. dpa, 30. Dezember 2009.
  2. nn: Neue Chefin für das Museum Industriekultur. In: Nürnberger Nachrichten vom 14. August 2018, Printausgabe, S. 6

Koordinaten: 49° 27′ 40″ N, 11° 6′ 39″ O