NFON

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NFON AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0N4N52
Gründung 2007[1]
Sitz München,[2] DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl Mehr als 400 (April 2021)[3]
Umsatz 67,6 Mio. Euro (2020)[4]
Branche Telekommunikation
Website www.nfon.com

Die NFON AG ist ein in München ansässiger Anbieter von cloudbasierten Telefonanlagen für Unternehmen. NFON wurde 2007 gegründet[1] und ist in 15 europäischen Ländern[3] mit eigenen Tochtergesellschaften und einem Partnernetzwerk vertreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcus Otto, Mathias Edelmann und Fabian Hoppe[5] gründeten das Unternehmen im März 2007.[6] Vor dem Hintergrund der sich zunehmend durchsetzenden Internettelefonie entwickelten die Gründer eine Telefonanlage als reines Softwareprodukt auf der Basis der freien Software Asterisk. Auch kleinere Unternehmen konnten sich damit Funktionen leisten, die bis dahin nur Telefonanlagen von Großunternehmen zur Verfügung gestellt hatten. Neben Festnetztelefonen ließen sich auch Notebooks und Mobiltelefone einbinden.[7] Die Zahl der Kunden stieg von Mitte 2008 bis Mitte 2009 von 1.000 auf rund 12.000.[1] Neben kleinen und mittlerem Unternehmen gewann NFON auch eine Reihe von Großkunden wie den ADAC, den LVM Landwirtschaftlichen Versicherungsverein Münster oder E.ON Ruhrgas.[8]

Ende 2009 expandierte das Unternehmen nach Österreich und gründete zu diesem Zweck die Nfon GmbH, ein Joint Venture mit der ipefon (Sitz: St. Pölten).[9][10] Über mehrere Finanzierungsrunden gewann NFON Wagniskapital-Geber, wie beispielsweise den High-Tech Gründerfonds, Earlybird Venture Capital und die Bayerische Beteiligungsgesellschaft.[11] Die Mittel trugen auch zur weiteren Expansion ins europäische Ausland bei, Anfang 2015 war NFON in zwölf Ländern vertreten.[12] Die Deutsche Telekom und NFON vereinbarten 2016 eine Kooperation, um den Umstieg mittelständischer Unternehmen von ISDN auf Internettelefonie und virtuelle Telefonanlagen zu beschleunigen.[13][14] Am 11. Mai 2018 erfolgte der Börsengang des Unternehmens an der Börse Frankfurt. Zum damaligen Zeitpunkt zählten 150 Mitarbeiter zum Unternehmen, die mehr als 15.000 Firmenkunden in 13 europäischen Ländern betreuten.[15] Italien[16] und Frankreich[17] kamen 2019 als weitere Länder hinzu. Im Frühjahr 2019 erwarb NFON zudem die Deutsche Telefon Standard AG,[18] ein Jahr später die Onwerk GmbH.[19]

Service, Geschäftsmodell und Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NFON bietet seinen Kunden, in der Regel Unternehmen, seltener Kunden aus der Öffentlichen Verwaltung, Leistungen einer Telefonanlage als Software as a Service. Das heißt die Software, die IT-Infrastruktur und die Cloud-Dienste werden von NFON angeboten und von den Kunden gegen ein Entgelt genutzt.[20] Updates, Nutzereinrichtungen, Umschaltvorgänge und Ähnliches werden direkt über die Cloud-Technologie abgewickelt, nicht über Servicetechniker beim Kunden. Große Teile des Umsatzes von NFON sind wiederkehrend, vor allem durch die Nutzung von Cloud-Leistungen und durch Gesprächsgebühren.[21]

NFON setzt seit mehr als zehn Jahren auf Wachstum und Expansion in Europa, nicht auf sofortige Profitabilität (Stand: 2021). Global gelten Großanbieter wie Microsoft, Google oder Cisco, aber auch Spezialisten wie RingCentral oder 8x8 als Wettbewerber.[21]

Umsatz und Kunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 57,1 Mio. Euro. Im Jahr darauf lag dieser Wert bei 67,6 Mio. Euro.[4] Die Zahl der Kunden lag 2020 bei rund 40.000.[22]

Organisation, Leitung und Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NFON ist in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Portugal mit eigenen Gesellschaften vertreten. Darüber hinaus arbeitet es mit rund 2.700 Partnern zusammen (Stand: Ende 2020).[4]

Seit Dezember 2020 leitet Klaus von Rottkay das Unternehmen als CEO.[23] Jan-Peter Koopmann ist seit 2012 CTO.[24] Im April 2021 beschäftigte das Unternehmen mehr als 400 Personen.[3]

Aktie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktie zählt zum Prime Standard. Die größten Anteilseigner waren am Jahresende 2020:

Aktionärsstruktur der NFON AG
(Stand: Ende 2020)[4]
Unternehmen Anteil in %
Milestone Venture Capital GmbH 32,12
Active Ownership Capital 25,90
Teslin Capital Management B.V. 5,00
Universal-Investment 4,94
Swedbank Robur Fonder AB 3,18
Sonstige 28,86

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Jens Tönnesmann: Willkommene Wolken. In: Wirtschaftswoche, 27. Juli 2009.
  2. a b NFON AG: Impressum. In: nfon.com. Abgerufen am 15. April 2021 (Website des Unternehmens).
  3. a b c NFON AG: Wir bieten Kommunikationsfreiheit. In: corporate.nfon.com. Abgerufen am 15. April 2021 (Angaben des Unternehmens).
  4. a b c d NFON AG Finanzbericht 2020. In: corporate.nfon.com. 14. April 2021, abgerufen am 15. April 2021.
  5. NFON AG. In: The Wall Street Journal. Abgerufen am 15. April 2021 (englisch, Angaben zur NFON AG).
  6. Firmenprofil NFON AG in der Datenbank Worldbox, Update-Datum 26. Januar 2021.
  7. Hans Schürmann: Firmen lagern ihre Telefonanlage aus. In: Handelsblatt, 12. Mai 2009.
  8. Klassische TK-Anlagen sind out. In: Computerwoche, 2. November 2009.
  9. Webbasierte Telefonanlagen für den Mittelstand. In: it&t-business, 26. Februar 2010.
  10. PBX aus der Cloud. In: ComputerPartner. Band 03/2015 (pdfdokument.com [abgerufen am 16. April 2021]).
  11. Olaf Wittrock: Her mit der Kohle! In: Impulse, 25. August 2011.
  12. Telefonie aus der Cloud. In: it&t, 24. Februar 2015.
  13. Thomas Kuhn: Das Internet wird zur Telefonzentrale. In: Wirtschaftswoche, 14. März 2016.
  14. TK-Anlagen sollen aus dem Netz kommen – Telekom und Nfon schließen eine Cloud-Partnerschaft. In: Computerwoche, 14. März 2016.
  15. Nfon-Aktien haben guten Start auf dem Parkett. In: Wirtschaftswoche online. 15. Mai 2018, abgerufen am 19. April 2021.
  16. Waltraud Ritzer: Nfon startet Vertrieb in Italien. In: telecom-handel.de. 27. März 2019, abgerufen am 20. April 2021.
  17. Christof Baumgartner: NFON startet Vertrieb in Frankreich. In: Computerwelt. 27. Juni 2019, abgerufen am 20. April 2021.
  18. Sylvia Lösel: Nfon kauft Deutsche Telefon Standard AG. In: it-business.de. 7. Februar 2019, abgerufen am 16. April 2021.
  19. Ann-Marie Struck: Auf dem Weg zur europäischen Nummer eins in der Cloud-Telefonie. In: it-business.de. 28. Januar 2020, abgerufen am 16. April 2021.
  20. Zum Angebot und zum Geschäftsmodell siehe insbesondere Gereon Kruse: NFON: “Unglaublich stabiles Geschäftsmodell”. In: boersengefluester.de. 4. September 2020, abgerufen am 16. April 2021. Ferner das dort eingebundene einstündige Interview von Tobias Kramer und Christian W. Röhl mit Peter Koopmann.
  21. a b Gereon Kruse: NFON: “Unglaublich stabiles Geschäftsmodell”. In: boersengefluester.de. 4. September 2020, abgerufen am 16. April 2021.
  22. Christoph Scherbaum: Cloud-Telefonie vom Profi. In: Focus Money, 3. Juni 2020.
  23. Ann-Marie Struck: Nfon hat einen neuen Vorstand. In: it-business.de. 21. Oktober 2020, abgerufen am 16. April 2021.
  24. Jan-Peter Koopmann. In: Bloomberg. Abgerufen am 16. April 2021 (englisch, Angaben zur Person).