Natriumperborat

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Strukturformel
2.svg Na+.svg Perborat dimer.svg
Allgemeines
Name Natriumborat-Tetrahydrat
Andere Namen
  • Dinatriumtetrahydroxidodi-µ-peroxidodiborat-Hexahydrat (IUPAC)
  • Natriumperoxoborat-Trihydrat
Summenformel Na2B2(O2)2(OH)4·6 H2O
CAS-Nummer
  • 15120-21-5 (Natriumperborat)
  • 7632-04-4 (Natriumperoxometaborat)
  • 10332-33-9 / 12040-72-1 (Monohydrat)
  • 10486-00-7 (Tetrahydrat)
PubChem 5460514
ATC-Code

A01AB19

Kurzbeschreibung

weißer, geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 153,81 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,73 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 60 °C[3]

Löslichkeit

23 g·l−1 in Wasser bei 20 °C)[4] (parallel beginnende Zersetzung)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[6], ggf. erweitert[5]
05 – Ätzend 08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360Df​‐​335​‐​318
P: 201​‐​210​‐​220​‐​280​‐​305+351+338​‐​310​‐​308+313 [3]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Natriumperborat wird oft Natriumborat-Tetrahydrat genannt und als Formel NaBO3·4 H2O angegeben. Im festen Zustand liegen jedoch keine Natriumboroxide mit Kristallwasser, sondern ringförmige Peroxoborate vor, mit der Formel Na2B2(O2)2(OH)4·6 H2O.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumperborat wird in einem zweistufigen Prozess ausgehend von Borax und Natriumhydroxid hergestellt:[7]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Verbindungen mit Peroxogruppen (siehe Peroxide, Perborate), so ist auch das Natriumperborat ein starkes Oxidationsmittel und setzt sehr leicht Sauerstoff frei.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumperborat wird als Bleichmittel in vielen Waschmitteln verwendet. In Wasser zerfällt es zu Wasserstoffperoxid und Natriumhydrogenborat, wobei das Wasserstoffperoxid zur Oxidation von Farbstoffen beiträgt. Es wird in dieser Rolle mehr und mehr von Natriumpercarbonat ersetzt, da das in der Waschlauge zurückbleibende Natriumhydrogenborat schlecht in Klärwerken ausgefiltert wird, und so in Gewässer gelangen kann. Eine weitere Anwendung ist das Bleichen von Zähnen.

1904 wurde für Natriumperborat unabhängig voneinander ein Syntheseverfahren von George François Jaubert und Otto Liebknecht (dem Bruder von Karl Liebknecht) entwickelt. 1907 kam Natriumperborat als ein Bestandteil von Persil (Perborat-Silikat) auf den Markt.

In durch Organophosphorverbindungen stabilisierter Form wird Natriumperborat als Konservierungsmittel in ophthalmologischen Präparaten eingesetzt.[8] Die gute Verträglichkeit dieses Konservierungsmittels liegt daran, dass es im Auge in Sauerstoff und Wasser zerfällt.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumperborat gilt als fruchtschädigend.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Datenblatt Natriumperborat bei Acros, abgerufen am 21. Februar 2010.
  2. a b Franz v Bruchhausen, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis: Folgeband 5: Stoffe L-Z. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-58388-9 (books.google.com).
  3. a b Datenblatt Sodium perborate tetrahydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 21. Oktober 2016 (PDF).
  4. Narayan S. Hosmane: Boron Science: New Technologies and Applications. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4398-2663-8, S. 422 (books.google.de).
  5. a b Eintrag zu Natriumperborat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  6. Eintrag zu Sodium perborate im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  7. Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I. Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 810.
  8. www.dryeyezone.com: Eintrag zu GenAqua