Nermsdorf

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51.08361111111111.371388888889236Koordinaten: 51° 5′ 1″ N, 11° 22′ 17″ O

Nermsdorf
Höhe: 230–240 m ü. NN
Einwohner: 143
Eingemeindung: 30. Juni 1994
Postleitzahl: 99439
Vorwahl: 036451
Blick auf Nermsdorf

Blick auf Nermsdorf

Nermsdorf ist ein Stadtteil von Buttelstedt im Landkreis Weimarer Land in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nermsdorf befindet sich im östlichen Teil des Thüringer Beckens. Sie liegt halbwegs zwischen Ettersberg und Finne, zwei Kilometer nordöstlich von Buttelstedt und etwa 12 Kilometer (Luftlinie) nordwestlich der Kreisstadt Apolda.

Berge[Bearbeiten]

Als höchste Erhebung gilt der Steinberg, er liegt etwa einen Kilometer östlich der Ortslage (255,4 m ü. NN).[1]

Flüsse[Bearbeiten]

Die Gemarkung gehört orographisch zum Einzugsbereich der Elbe. Ein in der Ortslage entspringender Bach fließt nach Westen, er mündet bei Buttelstedt in die Scherkonde, einem Zufluss der Unstrut.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde am 18. Mai 786 als Nemannesthorp in einem Verzeichnis der Einkünfte des Klosters Fulda erstmals erwähnt, 1368 Nemisdorff. Der Ort gehörte da noch als Lehen zur Herrschaft der Grafen von Orlamünde, später der Landgrafen von Thüringen. Das Domstift Heilig Kreuz der Reichsstadt Nordhausen übte das Patronatsrecht über die Pfarrkirche im Dorf aus. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Vogtei Großbrembach. Als Gerichtsort war Buttelstedt zuständig. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des Landes Thüringen gehörte Nermsdorf zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Amtsgericht Buttstädt.[2]

Die erste Dorfkirche soll im 12. Jahrhundert entstanden sein. Zu dieser Zeit bestanden auch die drei Wüstungen am Steinberg - Krellwitz, Stiebsdorf und Hohendorf - noch als Siedlungen. Nermsdorf lag an einem Seitenweg der via regia, der heutige Flurname dieser Altstraße lautet Weinstraße. Der Ort Nermsdorf ist landwirtschaftlich geprägt.

Der Maler Lyonel Feininger fand 1921 in das Dorf und schuf ein Bild der Dorfkirche Nermsdorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 konnte die Gemeinde Nermsdorf ihre 1125-Jahr-Feier der Ersterwähnung begehen. Wahrzeichen des Ortes ist die Dorfkirche. Turm und Inneres wurden 1988 durch einen Brand beschädigt. Der Zwiebelturm ist (noch) nicht in seiner überlieferten Ansicht aufgebaut worden. Die Kirche ist vom alten Friedhof umgeben, hier findet sich auch ein historisches Steinkreuz in der Umfassungsmauer. Im Dorf befinden sich auch ein Anger und der Dorfteich. 1994 brannte es auch in der Nermsdorfer Windmühle, sie galt bis zu diesem Zeitpunkt als eine der ältesten erhaltenen Mühlen der Region. Der Ort wurde mit Mitteln der Dorferneuerung während der Vorbereitung des Ortsjubiläums neu gestaltet.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

  • Karl Weichardt (1846–1906), deutscher Architekt und Architekturmaler

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Thüringer Landesvermessungsamt TK25 - Blatt 4934Buttelstedt
  2.  Martin: Nermsdorf. In: Georg Voss (Hrsg.): Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Amtsgerichtsbezirk Buttstädt. Heft 14, Verlag Gustav Fischer, Jena 1892, S. 455.
  3.  Anette Powelske: Kalender „Weimarer Land“. Gutenberg-Druckerei, Weimar 2001, Nermsdorf.