Wohlsborn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Wohlsborn führt kein Wappen
Wohlsborn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wohlsborn hervorgehoben
Koordinaten: 51° 2′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs­gemeinschaft: Nordkreis Weimar
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 4,04 km2
Einwohner: 477 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99439
Vorwahl: 03643
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 097
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Breitenstr. 6a
99439 Wohlsborn
Webpräsenz: www.wohlsborn.de
Bürgermeister: Peter Thomas
Lage der Gemeinde Wohlsborn im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Ilmtal-Weinstraße Ilmtal-Weinstraße Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Bad Sulza Mechelroda Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Umpferstedt Buchfart Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Hopfgarten Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Schmiedehausen Kromsdorf Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
Über dieses Bild

Wohlsborn ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Nordkreis Weimar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Wohlsborn wurde erstmals im Jahre 1249 urkundlich erwähnt. Damals gehörte der Ort zu den Besitzungen der Grundherren von Wolfesborn, später zählte er zum Besitz der Burg in Weimar. 1410 erwarb die Kommende Liebstedt des Deutschen Ritterordens die Ansiedlung. Im Jahre 1525 erfolgte die Säkularisation des Ordensvermögens. Ab 1807 gehörte Wohlsborn zum Königreich Sachsen. Anfang 1815 gelangte der Ort kurzzeitig unter preußischen Einfluss. Durch den Wiener Kongress kam Wohlsborn schließlich nach Fürsprache des russischen Zaren Alexander I. zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Auf dem breiten Rücken des Kleinen Ettersberges liegt der mit Bäumen bestandene Bärenhügel ostsüdöstlich vom Ort. Er ist die letzte Anhöhe eines ehemals sehr mächtigen Grabhügels, der abgetragen wurde. Eine Ausgrabung führte Vulpius im Auftrage von Goethe durch. Der Platz wurde seit der Jungsteinzeit als Begräbnisstätte und Kultplatz genutzt.[2]

Gedenkstein für ermordete US-Soldaten, 2001 errichtet

Am 20. Juli 1944 wurde ein US-Bomber Boeing B-17 (Flying Fortress) über der Gemarkung Wohlsborn von Flakgranaten getroffen und abgeschossen. Die zehn Besatzungsmitglieder konnten zwar mit dem Fallschirm abspringen, aber drei von ihnen konnten ihr Leben damit nicht retten. Einer der Ergriffenen wurde von einem Landwirt erschlagen, der andere von NS-Kreisleiter Franz Hofmann erschossen, ein dritter war bereits tot, weil sich sein Schirm nicht geöffnet hatte. Im Jahre 2001 wurde unter Beteiligung von US-Kriegsveteranen in der Ortslage ein Gedenkstein zur Erinnerung an das Verbrechen errichtet.[3]

Die - etwas schwer lesbare - Inschrift auf dem Gedenkstein von 2001 lautet: Zum Gedenken an die Besatzungsmitglieder eines US Bombers B 17 / Navigator OLT Owen H. Jorgensen, Funker John S. Spirodex, Heckschütze Donald H. Schmidley / Die am 20. Juli 1944 in der Gemarkung Wohlsborn ihr Leben verloren / Die Gemeinde. (In der Beschreibung des gezeigten Fotos heißt es sinnentstellend: "Heckenschütze" statt Heckschütze)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Bauwerke des Ortes stehen unter Denkmalschutz:

  • Kirche mit Kirchhof

Im Jahre 1474 wurde erstmals eine Pfarrei im Ort erwähnt. Die heute vorhandene Kirche stammt gleichfalls aus dem 15. Jahrhundert. Bis zur Erschließung des Neubaugebietes lag die Kirche nicht, wie allgemein üblich, im Zentrum des Ortes, sondern am südwestlichen Rand von Wohlsborn. Nach dem Tod des letzten Pfarrers im Jahr 1928 wurde die Pfarrstelle nicht wieder besetzt. Die Betreuung der Kirchgemeinde erfolgt heute durch die Pfarrei Großobringen.

Hauptartikel: Dorfkirche Wohlsborn
  • Pfarrgehöft, Hauptstraße 4
  • Taubenturm, Herrengasse 35
  • Portal, Herrengasse 39

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler:Heidnische Heiligtümer. Vorchristliche Kultstätten und Kultverdachtsplätze in Thüringen. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 121.
  3. Thomas Gräser: "Er schlug ihm auf den Kopf, bis es mehrmals knackte", = Allgemeiner Anzeiger für Weimar und Apolda 28. September 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wohlsborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien