Neumarkt (Osnabrück)

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Neumarkt
Osnabrück Wappen.svg
Platz in Osnabrück
Neumarkt
Der Neumarkt 2014: Abrissarbeiten des Tunnels
Basisdaten
Ort Osnabrück
Ortsteil Innenstadt
Einmündende Straßen Neuer Graben, Große Straße, Johannisstraße, Wittekindstraße
Bauwerke Landgericht Osnabrück, Wöhrl-Kaufhaus, Kachelhaus, Hasehaus
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr, ÖPNV
Platzgestaltung Verkehrsfläche, Busknotenpunkt

Der Neumarkt ist ein zentraler Platz in der niedersächsischen Stadt Osnabrück. Er befindet sich im Stadtteil Innenstadt im Grenzbereich der mittelalterlichen Altstadt zur ebenfalls im Mittelalter entstandenen Neustadt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neumarkt als zentraler Platz des Osnabrücker Stadtteils Innenstadt dehnt sich in Ost-West-Richtung zwischen der Altstadt im Norden und der Neustadt im Süden aus. In westlicher Richtung schließt die Straße Neuer Graben an, an der sich unter anderem das Schloss Osnabrück und der Ledenhof befinden. Aus der Nordrichtung verläuft die als Fußgängerzone genutzte Große Straße aus der Altstadt zum Platz. Als südliche Fortsetzung der Großen Straße befindet sich hier die in die Neustadt hineinlaufende Johannisstraße. An östlicher Seite verlässt die Wittekindstraße den Platz in Richtung Berliner Platz und überquert hier die Hase.

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bebauung des Platzes ist in den letzten Jahren einem starken Wandel unterworfen. Das einstmals an der Nordostseite des Platzes befindliche Café Coppenrath, welches in den 1960er Jahren errichtet wurde, musste 2013 dem Hasehaus weichen.[1] Hier wurde im Oktober 2014 das Hasehaus welches über schräge Augenfassaden verfügt eröffnet. Die zentral unter dem Neumarkt verlaufende Neumarktpassage, welche als Fußgängertunnel und Ladenpassage genutzt wurde, ist nach der Schließung komplett entfernt worden.

An der Nordwestseite im Übergang zur Wittekindstraße befindet sich das Galeria Kaufhaus, die die Hase überspannende Neumarkt-Apotheke sowie das Sportkaufhaus Sportarena, welches aktuell einem Hotelneubau weicht. Die Nordseite des Platzes ist kleinteilig bebaut und auch hier soll auf einer Freifläche in nächster Zeit ein neues Gebäude entstehen.

Die Südostseite wird durch das geschlossene Wöhrl-Kaufhaus (ehemals Hertie)[2] und das Kachelhaus gesäumt. Diese beiden Gebäude sollen in Kürze einem Einkaufszentrum weichen.

Südlich befindet sich das Landgericht Osnabrück.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früherer Zeit befand sich die Alte Pforte, ein Stadttor der Altstadt, am Neumarkt. Im Zuge der Eingliederung der Neustadt 1306 und deren Einwallung entfiel dieses Stadttor. Ab dem Jahr 1287 ließ sich am Neumarkt das Augustinerkloster Osnabrück nieder, welches sich schon vorher in Bissendorf befand. Nach der Reformation in Osnabrück verließen 1544 die letzten vier Mönche das Kloster.

1751 wurde die Klosterkapelle abgerissen, die Kreuzigungsgruppe der Klosterkapelle gelangte zur kleinen Kirche am Dom. Anstelle der Kapelle wurde durch Johann Conrad Schlaun im darauffolgenden Jahr ein Zuchthaus errichtet. Dieses musste 1875 wiederum dem Neubau des Landgerichtes weichen.

Am Abend der Landtagswahl in Preußen am 5. März 1933 wurden auf dem Platz durch Nationalsozialisten Flaggen verbrannt. Diese Flaggen, vorwiegend von Verbänden der demokratischen Linken, waren zuvor aus dem Schinkel und Sonnenhügel hergeholt worden und galten als Symbole der Weimarer Republik.[3]

Während der Zeit der Nationalsozialisten war der Platz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt.[4]

Neumarkttunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neumarkttunnel wurde am 14. Dezember 1964 eröffnet.[5] Durch den Tunnel sollte der Neumarkt autogerechter gestaltet werden, Fußgänger konnten ihn nur noch unterirdisch queren. Bei den Bauarbeiten am Neumarkttunnel wurde die Baustelle am 27. Mai 1964 durch ein Gewitterschauer mit Platzregen überflutet.[6] Am 26. November 1977 wurde der erweiterte Tunnel in Betrieb genommen.

Nachdem 2001 der Neumarkt wieder oberirdisch gequert werden durfte, geriet der Neumarkttunnel mit den ansässigen Geschäften in eine Existenzkrise, sodass er 2012 für Fußgänger gesperrt wurden. Per Ratsbeschluss am 19. Januar 2012 wurde der Abriss und die Verfüllung beschlossen.

Zwischenzeitliche Schließung des Neumarktes für den MIV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurde der Neumarkt dreimal für den motorisierten Individualverkehr geschlossen und wieder geöffnet.

Die erste Schließung des Neumarktes: Ab dem 2. Juni 2014 bis zum 17. Februar 2016 war der Neumarkt für Pkw und Lkw wegen Abriss des Neumarkttunnels gesperrt. Nach der Sperrzeit wurde der Platz wieder vom 17. Februar 2016 bis zum 18. Juli 2016 geöffnet. Grund für die Öffnung war eine Verwaltungsgerichtsklage eines Osnabrückers, da der Baustellenbetrieb in dieser Zeit ruhte und der Sperrgrund entfiel.

Die zweite Schließung: Diese war zwischen dem 18. Juli bis zum 18. Oktober 2016, welche aufgrund von Kanalbauarbeiten auf dem Neumarkt und der Wittekindstraße erfolgte. Nach dieser Sperrung war der Neumarkt vom 16. Oktober 2016 bis zum 13. Oktober 2017 wieder für Pkw und Lkw freigegeben.

Die dritte Schließung: Die dritte Schließung des Neumarktes erfolgte am 13. Oktober 2017 und bestand bis zum 2. Februar 2018. Im Stadtrat der Stadt Osnabrück sprach sich im Mai 2017 eine Mehrheit für die Entwidmung des Neumarktes für den öffentlichen Verkehr aus. Wegen mehrerer anhängiger Klagen gegen den Ratsbeschluss wurde dieser erst nach einem Verwaltungsbeschluss, welcher im September erfolgte umgesetzt.

Die dritte Schließung musste, nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg am 25. Januar 2018 entschied, dass die Schließung nicht erfolgen durfte, rückgängig gemacht werden. So wurde der Neumarkt wieder am 2. Februar 2018 für den normalen Verkehr geöffnet. Bis zur endgültigen Klärung der Rechtmäßigkeit muss der Neumarkt nun geöffnet bleiben.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knotenpunkt des Busverkehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neumarkt ist der Zentrale Busknoten der Stadt Osnabrück sowie der Umlandgemeinden. Neben den Stadtlinien, welche durch die Stadtwerke Osnabrück bedient werden, gibt es Linien in die Nachbarkommunen, welche durch diverse Anbieter unterhalten werden. In die westfälischen Nachbarkommunen stellt der Regionalverkehr Münsterland den Busverkehr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neumarkt (Osnabrück) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Kämmerer: Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Osnabrück 32. 1986, ISBN 978-3827182500.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/3937/osnabruck-bagger-knabbern-cafe-coppenrath-auf NOZ am 22. Juli 2013: "Osnabrück: Bagger knabbern Café Coppenrath auf"; abgerufen am 18. Juni 2018
  2. https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/897587/1986-kam-das-aus-fuer-das-kaufhaus-hertie-in-osnabrueck NOZ am 22. Mai 2017: "1986 kam das Aus für das Kaufhaus Hertie in Osnabrück"; abgerufen am 18. Juni 2018
  3. "Ludwig Hoffmeyer: Chronik der Stadt Osnabrück" 6. Auflage. S. 537
  4. https://www.untergrundosnabrueck.de/weblog/artikel.osnabruecker-platz-und-strassennamen-zur-zeit-des-nationalsozialismus.html Webseite Osnabrücker Untergrund zur Umbenennung Osnabrücker Straßen zwischen 1933 und 1945
  5. https://www.osnabrueck.de/start/leitartikel/news/videos-der-neumarkt-einst-und-heute.html Webseite der Stadt Osnabrück zum ehemaligen Neumarkttunnel; abgerufen am 14. Juni 2018
  6. NOZ vom 5. September 2010: "Als die Hühner im Stall ertranken"; abgerufen am 12. April 2019
  7. https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/1597708/wird-der-neumarkt-in-osnabrueck-ab-mitte-2019-fuer-zwei-jahre-gesperrt In Neuer Osnabrücker Zeitung am 29. November 2018: "Wird der Neumarkt ab Mitte 2019 für zwei Jahre gesperrt?"; abgerufen am 8. Dezember 2018

Koordinaten: 52° 16′ 22,1″ N, 8° 2′ 53,3″ O