New Order

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New Order
New Order live (2005)
New Order live (2005)
Allgemeine Informationen
Genre(s) New Wave, Post-Punk, Elektro-Pop, Synthrock
Gründung 1980
Auflösung 2007[1]
Neugründung 2011
Website www.neworderonline.com
Gründungsmitglieder
Bernard Sumner
Bass, Gesang
Peter Hook (bis 2007)
Schlagzeug, Keyboard
Stephen Morris
Keyboard, Gitarre, Gesang
Gillian Gilbert (bis 2004, seit 2011)
Aktuelle Besetzung
Bernard Sumner
Keyboard, Gitarre
Gillian Gilbert (bis 2004, seit 2011)
Schlagzeug, Keyboard
Stephen Morris
Gitarre, Keyboard, E-Percussion
Phil Cunningham (seit 2001)
Bass
Tom Chapman (seit 2011)

New Order ist eine englische New-Wave- und Post-Punk-Band aus Manchester. Bekannt wurde sie 1983 durch Blue Monday, die bis heute als weltweit meistverkaufte Maxi-Single auf Vinyl gilt.

Die Band trat die Nachfolge von Joy Division an, deren Mitglieder damals vereinbart hatten, nicht mehr unter diesem Namen aufzutreten, falls ein Mitglied die Band verlassen sollte. Als sich im Mai 1980 der damalige Frontsänger Ian Curtis das Leben nahm, lösten die drei verbliebenen Bandmitglieder aus Respekt ihr Versprechen ein und formierten sich unter dem Namen New Order neu.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei New Order übernahm Gitarrist Bernard Sumner (früher: Bernard Albrecht, bzw. Bernard Dicken) die Rolle des Frontsängers. Komplettiert wurde die Bandbesetzung durch Peter Hook (Bass), Stephen Morris (Schlagzeug) und Gillian Gilbert (Keyboards). Im Rahmen der Tour 2001 wurde erstmals Phil Cunningham (Keyboards, Gitarre) eingesetzt, der seit 2004 permanent Gillian Gilbert ersetzt, die wegen einer schweren Krankheit ihrer Tochter die Band verließ. Seit 2011 ist Gilbert jedoch wieder mit dabei. In der aktuellen Besetzung übernimmt zudem Tom Chapman den Basspart Peter Hooks, der im Jahr 2007 die Band verließ.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Veröffentlichungen von New Order waren stark mit der Musik von Joy Division verbunden, zwei der Kompositionen stammten noch von Ian Curtis, dem verstorbenen Sänger. Später verbanden New Order die Wurzeln des New Wave mit der Anfang der 1980er Jahre immer relevanter werdenden elektronischen Dance-Musik. Der New Musical Express schrieb damals, dass New Order „elektronische Sound-Formeln mit mehr Intelligenz und Feingefühl“ als alle anderen Pop-Rock-Bands vereinen konnte.

Der größte Erfolg von New Order war die Veröffentlichung der Maxi-Single Blue Monday im Jahr 1983. Diese Platte, die bei dem Independent-Label Factory Records erschien, ist bis heute die weltweit meistverkaufte Vinyl-Maxisingle. Allerdings blieb, laut Factory-Chef Tony Wilson, der finanzielle Erfolg wegen des aufwändig gestalteten Covers in Form einer Floppy-Disk aus. Erst später wurden mit dem Song durch mehrere Neuauflagen schwarze Zahlen geschrieben.

Im Jahr 1986 wurden beim Album Brotherhood die beiden musikalischen Ansätze, Rock und Dance, auf die beiden Albenseiten getrennt, darauf zu finden war unter anderem die Single Bizarre Love Triangle. Sehr erfolgreich war die 1987 erschienene Single True Faith. Der Song erreichte Platz 4 in den britischen und Platz 7 in den deutschen Single-Charts und wurde wiederholt als Remix veröffentlicht. Zeitgleich erschien mit Substance eine Kompilation der bis dahin veröffentlichten 12 Maxi-Singles, die deshalb besonders interessant war, da keine der ersten New Order-Singles auch auf einem Album erschienen war.

Die Band begleitete und unterstützte in den 1980er Jahren den legendären Club Fac 51 Haçienda in Manchester, der zu einem Zentrum der entstehenden Rave- und später auch elektronischen Musik wurde, und gestalteten so den Madchester mit.

1990 hatten sie ihren einzigen No.1 Single Hit (in GB), als sie mit den englischen Fußball-Nationalspielern Peter Beardsley, John Barnes, Paul Gascoigne, Steve McMahon, Chris Waddle und Des Walker unter dem Namen „Englandneworder“ zur Weltmeisterschaft das Stück World in Motion produzierten.

In den 1990er Jahren gab es ein reguläres Album (Republic) und einige Kompilationen mit Singleversionen und Remixen.

Die Mitglieder der Band widmeten sich in der Folgezeit vermehrt ihren Nebenprojekten. So spielte Bernard Sumner zusammen mit Johnny Marr bei Electronic, Peter Hook zunächst bei Revenge und später Monaco und Stephen Morris/Gillian Gilbert formierten sich unter dem Namen The Other Two.

2001 meldete sich die Band mit dem vielbeachteten Studioalbum Get Ready und der Hitsingle Crystal auf vergleichsweise rockige Art zurück. Im April 2005 heimste die Band aus Manchester mit dem Album Waiting for the Sirens’ Call weltweit Kritikerlob ein: Die Süddeutsche Zeitung urteilte: „[…] und heute ist klar, dass es immer noch keine bessere Jungsband gibt als die hier. […] Touched by your presence, gentlemen!.“[2] Vom New Musical Express erhielten sie für ihr Lebenswerk den „Godlike-Genius“-Award.[3]

Am 4. Mai 2007 gab Peter Hook in einem Telefoninterview die Auflösung der Band bekannt, als er erklärte, er und Bernard Sumner würden nicht mehr zusammenarbeiten.[4] Wurde dies zunächst wegen Hooks leicht ironischen Tons teilweise ungläubig aufgenommen, so bestätigte er die Bandauflösung in der Folgezeit mehrfach in Beiträgen auf seiner Myspace-Seite. Nach einigen halboffiziellen Erklärungen gaben Sänger Bernard Sumner und Schlagzeuger Stephen Morris am 20. Juli 2007 offiziell bekannt, dass sich New Order nicht aufgelöst haben. Man sei enttäuscht, dass Hook die Trennung verkündet habe, ohne die anderen Bandmitglieder zuvor kontaktiert zu haben, schließe jedoch daraus, dass Hook kein Mitglied der Band mehr sein wolle. Davon unabhängig existiere New Order jedoch weiter. Ob darüber hinaus in naher Zukunft weitere Pläne für die Band bestehen, wurde nicht bekanntgegeben.[5] Sumner und Cunningham machen seit 2007 unter dem Namen Bad Lieutenant – in Anlehnung an den gleichnamigen Film – weiter. Am 12. Oktober 2009 wurde weltweit ihr Debüt, Never Cry Another Tear, veröffentlicht.

Im Juni 2011 erschien bei Warner Music mit Total eine Best-of-Kompilation, die den Übergang von Joy Division zu New Order nachzeichnen soll. Das Album enthält neben Remixen der bekanntesten Titel außerdem das bislang unveröffentlichte New-Order-Stück Hellbent aus dem Jahr 2005.

Am 10. Dezember 2011 fand in London ein Konzert der neuformierten Band (ohne Peter Hook) statt.[6] Seitdem hat New Order eine erfolgreiche Welttournee 2012 sowie mehrere gefeierte Einzelkonzerte im Jahr 2013 absolviert. Im Frühjahr 2013 erschien darüber hinaus mit Lost Sirens, eine lange zuvor angekündigte Zusammenstellung von Outtakes aus der Zeit der Aufnahmesessions zu Waiting for the Sirens’ Call. Auf allen Songs ist Peter Hook noch am Bass zu hören. Außerdem kündigte die Band im Zuge der Sommerkonzerte 2013 einen baldigen Gang ins Studio an, um an einem regulären Nachfolger für Waiting for the Sirens’ Call zu arbeiten.[7] Nachdem am 29. Juli 2015 die Single Restless in die Läden kam, folgte am 25. September das Album Music Complete.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik von New Order mischt Rock mit elektronischer Dance-Musik. Auf innovative Weise integrieren sie dabei Stile wie Post-Punk und House und werden deshalb manchmal als Alternative Dance Band bezeichnet. Eine Markenzeichen ist dabei der eigenwillige Bass von Peter Hook, der häufig als Hauptinstrument die Melodie spielt und die eigentliche "Basslinie" dem Keyboard überlässt. Eine weitere Besonderheit ist, dass bei vielen Liedern der Titel nicht im Text vorkommt, in den ersten 4 Jahren war dies bei keinem einzigen Lied der Fall. Eine große Bedeutung kommt der Gestaltung der Schallplattencover zu, die seit Beginn von Peter Saville in meist minimalistischer Art gestaltet werden.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: New Order/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[8][9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1981 Movement 30
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1981
Produzent: Martin Hannett
1983 Power, Corruption & Lies 18
(15 Wo.)
4
(29 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1983
Produzenten: New Order
1985 Low–Life 7
(10 Wo.)
94
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
Produzenten: New Order
1986 Brotherhood 9
(5 Wo.)
117
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1986
Produzenten: New Order
1989 Technique 25
(9 Wo.)
15
(3 Wo.)
1
(14 Wo.)
32
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1989
UK, US: Gold, Produzenten: New Order
1993 Republic 54
(9 Wo.)
1
(19 Wo.)
11
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Mai 1993
UK, US: Gold, Produzenten: New Order, Stephen Hague
2001 Get Ready 7
(7 Wo.)
15
(5 Wo.)
24
(7 Wo.)
6
(6 Wo.)
41
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. September 2001
UK: Gold, Produzenten: Steve Osborne, New Order
2005 Waiting for the Sirens’ Call 14
(5 Wo.)
38
(3 Wo.)
44
(5 Wo.)
5
(8 Wo.)
46
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Mai 2005
UK: Silber, Produzenten: Jim Spencer, John Leckie,
New Order, Stephen Street, Stuart Price
2013 Lost Sirens 68
(1 Wo.)
74
(1 Wo.)
23
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Januar 2013
Produzenten: New Order, Stephen Street
2015 Music Complete 14
(4 Wo.)
26
(2 Wo.)
19
(3 Wo.)
2
(… Wo.)
34
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. September 2015
UK: Silber, Produzenten: New Order, Stuart Price, Tom Rowlands

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WELT ONLINE: „New Order: So schmerzhaft kann Trennung sein“
  2. Süddeutsche Zeitung: Neue New-Order-CD: „Waiting For The Sirens' Call“
  3. 22 glorious years of NME's Godlike Genius Award
  4. XFM - Peter Hook: "New Order Have Split"
  5. New Order split - Update in: xfm.co.uk, 20. Juli 2007
  6. Reformed band will play the UK capital in December in: NME, 1. November 2011
  7. New Order plan to release EP before the end of the year in: NME, 27. Juni 2013
  8. Chartquellen: Singles Alben DE UK1 UK2 US1 US2
  9. Gold-/Platin-Datenbanken: UK US

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernard Sumner: New Order, Joy Division und ich - Die Autobiografie. Hannibal Verlag, Höfen 2015, ISBN 978-3-85445-471-7 (Originalausgabe: Chapter And Verse: New Order, Joy Division And Me)
  • Mick Middles: From Joy Division to New Order: The True Story of Anthony H. Wilson and Factory Records. Virgin Books, 2002, ISBN 0-7535-0638-6 (englisch)
  • David Nolan: Bernard Sumner: Confusion – Joy Division, Electronic and New Order Versus the World. Independent Music Press, 2007, ISBN 0-9552822-6-8 (englisch)
  • Auftritte im Dokumentarfilm B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979-1989 (2015), eine Dokumentation mit Mark Reeder, Regie von Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck, Heiko Lange und Alexander von Sturmfeder

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: New Order (band) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien