Normative Orders

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Der Exzellenzcluster 243 Die Herausbildung normativer Ordnungen (engl. „The Formation of Normative Orders“), kurz Normative Orders, ist ein Forschungsnetzwerk, das von Ende 2007 bis 2019 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wird.[1][2]

Organisation und Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Exzellenzcluster an der Goethe-Universität beteiligen sich folgende Partnerinstitutionen: Frobenius-Institut (Frankfurt am Main), Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (Frankfurt am Main), Institut für Sozialforschung (Frankfurt am Main), Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg), Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt am Main), Point Sud, Centre for Research on Local Knowledge (Bamako, Mali) und Technische Universität Darmstadt.[3]

Die im Exzellenzcluster versammelten Geistes- und Sozialwissenschaftler machen es sich zur Aufgabe, die gegenwärtigen sozialen Auseinandersetzungen – etwa um eine gerechte Ordnung der Gesellschaft in Zeiten der „Globalisierung“ – zu analysieren. Der Blick wird dabei vor allem auf die normativen Vorstellungen gerichtet, die bei derartigen Prozessen und Konflikten eine Rolle spielen.[4]

Am Exzellenzcluster beteiligen sich Forscher aus den Bereichen Philosophie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Religionswissenschaft und Ökonomie. Die Forschung ist in drei miteinander vernetzten Forschungsfeldern organisiert, die sich mit den konzeptuellen Grundlagen (insbesondere den Begriffen der Normativität und des Rechtfertigungsnarrativs) sowie der Dynamik und der Pluralität normativer Ordnungen befassen.[5]

Sprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprecher des Clusters sind Klaus Günther (Professur für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht) und Rainer Forst (Professur für Politische Theorie und Philosophie).

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Cluster organisiert eine Vielzahl wissenschaftlicher Veranstaltungen. Dazu gehörten unter anderem die Jahreskonferenzen, die Ringvorlesungen und die Frankfurt Lectures[6] sowie die Nachwuchskonferenzen.[7]

Daneben richtet sich der Cluster mit einigen Veranstaltungsreihen, vor allem mit dem Frankfurter Stadtgespräch, an die interessierte Öffentlichkeit. Dieses wird an verschiedenen Orten, die in Frankfurt am Main außerhalb der Universität gelegen sind, durchgeführt, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein. Gäste waren bisher (in zeitlicher Folge) Tom Koenigs, Feridun Zaimoglu, Juliane Rebentisch, Thea Dorn, Erhard Eppler, Hans Christoph Binswanger und Toni Föllmi, Sebastian Schipper, Joachim Gauck, Carl Hegemann und Markus Beckedahl.[8]

Weitere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Antrag an die DFG zur Fortführung des Clusters Ende September 2017 überraschend nicht angenommen worden war,[9] hatten zahlreiche Sozial- und Geisteswissenschaftler ihre Unterstützung für den Cluster bekundet, insbesondere auch in einem offenen Brief, der im November 2017 veröffentlicht wurde.[10] Das Land Hessen hatte daraufhin zugesagt, den Fortbestand des Projekts sicherzustellen.[2] Der Cluster diskutiert seitdem, wie man sich organisatorisch und inhaltlich weiterentwickeln wolle. Die Zeit resümierte im Dezember 2017 in einer hintergründigen Reportage über die Bewerbung um weitere Leistungen den Ausgang des gescheiterten Förderverfahrens mit den Worten, die Universität Frankfurt habe „alles richtig gemacht und ist trotzdem gescheitert.“ Die Versagung der weiteren Förderung habe jedenfalls Zweifel an der Exzellenzinitiative als Fördermodell für die Wissenschaft genährt: diese habe sich als „grundfalsch und goldrichtig zugleich“ erwiesen.[2]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurt Lectures werden bei Suhrkamp publiziert. Bisher erschienen ist:

Darüber hinaus gibt der Cluster eine Working-Paper-Reihe heraus.[11]

Im Campus Verlag erscheint die Cluster-Schriftenreihe Normative Orders. Bisher erschienen sind:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Forschungsgemeinschaft: [1]. Abgerufen am 2. Januar 2013.
  2. a b c Anna-Lena Scholz: Goethe-Universität Frankfurt: Exzellent gescheitert. In: Die Zeit. Nr. 53, 20. Dezember 2017, ISSN 0044-2070, S. 75–76 (zeit.de [abgerufen am 25. Dezember 2017]).
  3. Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen [2]. Abgerufen am 2. Januar 2013.
  4. Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen [3]. Abgerufen am 2. Januar 2013.
  5. Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen [4]. Abgerufen am 2. Januar 2013.
  6. Frankfurt Lectures. Website der Veranstaltungsreihe. Abgerufen am 21. November 2013.
  7. Nachwuchskonferenzen. Website der Veranstaltungsreihe. Abgerufen am 21. November 2013.
  8. Frankfurter Stadtgespräch. Website der Veranstaltungsreihe. Abgerufen am 21. November 2013.
  9. Ludger Fittkau: Hessens Wissenschaftspolitik: Enttäuschung über Goethe-Uni beim Exzellenzwettbewerb. In: Deutschlandfunk (Hrsg.): Campus und Karriere. 25. Oktober 2017 (deutschlandfunk.de [abgerufen am 25. Dezember 2017]).
  10. Yale Department of Political Science: Letter of Concern and Support Regarding the Cluster of Excellence “Normative Ordnungen” of the University of Frankfurt. 14. November 2017. Abgerufen am 25. Dezember 2017 (englisch).
  11. Normative Orders Working Paper Series. auf: normativeorders.netAbgerufen am 2. Januar 2013.