Weissach im Tal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Weissach im Tal
Weissach im Tal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weissach im Tal hervorgehoben
48.92759.4944444444444311Koordinaten: 48° 56′ N, 9° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 14,14 km²
Einwohner: 6947 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 491 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71554
Vorwahl: 07191
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 083
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchberg 2–4
71554 Weissach im Tal
Webpräsenz: www.weissach-im-tal.de
Bürgermeister: Ian Schölzel
Lage der Gemeinde Weissach im Tal im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Weissach im Tal ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Metropolregion Stuttgart. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Unterweissach.

Ende August 2015 gelangte Weissach im Tal durch das Inbrandsetzen einer geplanten Flüchtlingsunterkunft bundesweit in den Blickpunkt der Medien.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Weissach im Tal liegt in 255 bis 460 Meter Höhe am Rand des Schwäbischen Waldes in der Backnanger Bucht nordöstlich von Stuttgart. Das von der Weißach durchflossene Gemeindegebiet hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Neckarbecken sowie Schurwald und Welzheimer Wald.[2]

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Weissach im Tal entstand durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Bruch, Cottenweiler, Unterweissach und Oberweissach. Auf dem Gebiet der Gemeinde liegen elf Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Cottenweiler gehört das Dorf Cottenweiler und der Weiler Viehhaus. Zur ehemaligen Gemeinde Unterweissach gehören neben dem gleichnamigen Dorf die Weiler Aichholzhof, Mitteldresselhof, Oberdresselhof und Unterdresselhof und der Wohnplatz Seemühle. Zur ehemaligen Gemeinde Oberweissach gehören neben dem Dorf die Weiler Kammerhof und Wattenweiler.[3] Viehhaus und Aichholzhof bilden eine bauliche Einheit.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Weissach im Tal entstand am 1. Juli 1971 im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg durch den freiwilligen Zusammenschluss der vier zuvor selbstständigen Gemeinden Bruch, Cottenweiler, Unterweissach und Oberweissach.[4] Die Gründergemeinden gehörten sämtlich zum Landkreis Backnang und kamen mit dessen Auflösung 1973 zum neuen Rems-Murr-Kreis.

Das Weissacher Tal wurde vermutlich im 8. Jahrhundert besiedelt. In einer Schenkungsurkunde von 1027, mit der Konrad II. dem Würzburger Bischof Wald um Murrhardt überließ, wurde Weissach erstmals als Wizzaha erwähnt. Unterweissach und Oberweissach wurden anlässlich einer Schenkung Papst Innozenz' IV. an das Stift Backnang 1245 erstmals erwähnt.[5]

Wappen der Ortsteile

Politik[Bearbeiten]

Politische Ereignisse von bundesweiter Bedeutung[Bearbeiten]

In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft kam es in der Nacht vom 23. auf den 24. August 2015 zu einem Brand; dabei wurde das Gebäude weitgehend zerstört. Von Seiten der Polizei wird nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Anschlag handelt.[6]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Weissach im Tal hat 18 Mitglieder. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem, der ebenfalls stimmberechtigt ist. Die letzte Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
37,88 %
21,79 %
21,53 %
18,80 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,03 %p
-1,12 %p
+1,61 %p
-0,52 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU/FWV Christlich Demokratische Union Deutschlands/Freie Wählervereinigung 37,88 7 37,85 7
UBL Unabhängige Bürgerliste Weissach im Tal 21,79 4 22,91 4
LWB Liste Weissacher Bürger 21,53 4 19,92 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,80 3 19,32 3
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 52,6 % 57,1 %

Partnerschaften[Bearbeiten]

Weissach im Tal unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Das Bildungszentrum Weissacher Tal im Ortsteil Cottenweiler besteht aus Werkrealschule, Realschule und Gymnasium. In den Ortsteilen Unterweissach und Oberweissach gibt es jeweils eine Grundschule.

Sport[Bearbeiten]

Die Fußballmannschaft des SV Unterweissach stieg nach der Bezirksliga-Meisterschaft in der Saison 2008/2009 in die Landesliga auf. Die Klasse konnte allerdings nicht gehalten werden, es folgte der sofortige Wiederabstieg in die Bezirksliga. Seit der Saison 2014/2015 spielt die Mannschaft in der Kreisliga A. Seine Heimspiele bestreitet der SV Unterweissach im Stadion "Auf der Hart". Bekanntester ehemaliger Spieler des Vereins ist Julian Schieber, der hier als Jugendspieler spielte. Weitere bekannte ehemalige Akteure und Mitglieder sind Fabian Aupperle, Ralf Rangnick und Markus Sailer. Der nach Mitgliederzahl größte Sportverein in Weissach ist die Sportgemeinschaft Weissach im Tal mit den Abteilungen Handball, Schützen, Tanzsport, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Sonstiges[Bearbeiten]

Weissach im Tal war Sieger des bundesweiten Wettbewerbs „Zukunftsfähige Kommune“ in den Jahren 2002 und 2004.

Im April 2008 wurde die Gemeinde vom Verband „Mehr Demokratie“ für ihren positiven Umgang mit Bürgerbegehren anhand des Konflikts um die Bebauung des so genannten „Ochsen-Areals“ in der Ortsmitte von Unterweissach mit der „Demokratie-Rose“ ausgezeichnet.[7]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 516–517
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 446.
  5. Zürn 1980, S. 342/343
  6. Baden-Württemberg: Brand in geplanter Asylunterkunft, Der Spiegel, 24. August 2015
  7. Erste Demokratie-Rose geht 2008 an Weissach im Tal, Zugriff am 26. Januar 2014

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Zürn: Weissach im Tal – Geschichte und Geschichten, Auenwald 1980

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weissach im Tal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien