Omdurman

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أم درمان
Umm Durmān
Omdurman
Omdurman (Sudan)
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Koordinaten 15° 39′ N, 32° 29′ O15.6532.48Koordinaten: 15° 39′ N, 32° 29′ O
Basisdaten
Staat Sudan

Bundesstaat

al-Chartum
Distrikt al-Chartumkein Link
Höhe 388 m
Einwohner 2.395.159 (2008)
Metropolregion 8.363.915 (2007)
Das Grab des Mahdi Muhammad Ahmad
Das Grab des Mahdi Muhammad Ahmad
Omdurman im Bundesstaat al-Chartum
Satellitenbild. Links unten der Weiße Nil, rechts der Blaue Nil mit al-Chartum Bahri im Norden und Khartum im Süden. Im Westen Omdurman. Am Zusammenfluss in der Mitte die Tuti-Insel

Omdurman (arabisch ‏أم درمانUmm Durmān; Alternativschreibung Umm Durman) ist eine Stadt im sudanesischen Bundesstaat al-Chartum und zweitgrößte Stadt des Landes.

Mit der Hauptstadt Khartum und der Stadt al-Chartum Bahri bildet sie getrennt durch den Nil, der hier zusammenfließt, eine durch mehrere Brücken verbundene Dreistadt. Anders als das wirtschaftlich prosperierende Geschäftsviertel von Khartum liegen in Omdurman überwiegend Wohnquartiere.

Die Stadt hat seit ihrer Gründung durch den Mahdi Muhammad Ahmad ihre eigene Tradition. Sie fungiert als religiöses Zentrum des Landes. Unter anderem beherbergt sie die Islamische Universität Omdurman und verschiedene Sufi-Bruderschaften (Tariqas) sind hier aktiv.

Lage[Bearbeiten]

Die Dreistadt gruppiert sich um den Zusammenfluss des Blauen und des Weißen Nils, wobei Omdurman am westlichen linken Ufer des Weißen und des vereinten Nils liegt. Chartum und al-Chartum Bahri sind östlich des Weißen bzw. vereinten Nils gelegen, nämlich Chartum südlich und Bahri nördlich des Blauen Nils. Nördlich des Zusammenflusses breitet sich Wüste aus, während im Süden zwischen dem Blauen und dem Weißen Nil die fruchtbare Dschazira-Ebene liegt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Omdurman ist die größte Stadt Sudans mit 2.805.396 Einwohnern (Berechnung 2012).

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr Einwohner[1]
um 1890 (k.A.) 150.000
1909 (Zensus)[2] 42.779
1956 (k.A.) 113.600
1973 (Zensus) 299.399
1983 (Zensus) 526.284
1993 (Zensus) 1.271.403
2012 (Berechnung) 2.805.396

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Omdurman liegt auf ursprünglich nubischem Grund. Als Siedlungsort ist Omdurman wesentlich jünger als das schon im Altertum besiedelte, jedoch erst in den 1820ern durch die ägyptisch-türkischen Besatzer zum Verwaltungszentrum ausgebaute Khartum. Während der Belagerung von Khartum beim Mahdi-Aufstand befand sich das Lager des Mahdi Muhammad Ahmad bei Omdurman, welches damals eine Befestigungsanlage auf der gegenüberliegenden Seite des Nils darstellte. Omdurman wurde durch den Mahdi-Aufstand zur Hauptstadt des Unabhängigen Sudans in den Jahren von 1885 bis 1898. Der Name der Stadt war zu dieser Zeit Stadt der Gläubigen – im Gegensatz zum durch die Ägypter und Briten als Hauptstadt bestimmten Khartum, als Stadt der Ungläubigen. In der Herrschaftszeit des Kalifen Abdallahi ibn Muhammad (1885-1898), der nach dem Tode des Mahdi die Führung der Mahdisten übernahm, lebten dort 150.000 Menschen. Diese Phase der Stadtentwicklung endete 1898 mit der Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes in der Schlacht von Omdurman. 1956 war die Einwohnerzahl, trotz allgemeiner Bevölkerungszunahme in Sudan, auf 113.000 Menschen gesunken.

Stadtbild[Bearbeiten]

Erst 1928 wurde die erste Verbindungsbrücke nach Khartum gebaut. Heute ist die Stadt durch zwei Brücken mit Khartum verbunden. Die sogenannte Alte Omdurman-Brücke, eine Bogenbrücke, stand erst in Indien, ehe sie von den Briten nach Sudan gebracht und wieder aufgebaut wurde. Eine weitere Brücke, Schambat-Brücke genannt, verbindet Omdurman mit der Stadt al-Chartum Bahri.

Das Zentrum bildet der Suq Omdurman, der größte Markt des Landes, an dem auch die Hauptmoschee liegt. In Omdurman finden sich eine Reihe von Universitäten und Krankenhäusern und weiteren Märkten wie dem Suq Libia und dem Suq al-Shabi. Nicht weit von der "neuen Brücke" nach Khartum und der großen Parlamentshalle steht der moderne Bau der "Nilein Moschee". Die in weiß gehaltene "Moschee der zwei Nile" (so die wörtl. Übersetzung des Namens) hat eine prismaförmigen Kuppel und gilt auch als Wahrzeichen Omdurmans.

Daneben gibt es ein Repräsentationszentrum aus den Zeiten des Mahdi Muhammad Ahmad, als Omdurman Hauptstadt war. So findet sich ein großer für Versammlungen angelegter Platz vor der zweitürmigen Khalifa Moschee mit ihrer silbernen Kuppel und dem Grab des Mahdi, einem gelben kastenförmigen Gebäude mit ebenfalls versilberter Kuppel. Bereits im Vorfeld der Schlacht wurde Omdurman durch die Geschütze der Kanonenboote beschossen und dabei das Grab Muhammad Ahmads beschädigt. Wie man dem Bericht Winston Churchills über den Kreuzzug gegen das Reich des Madhi entnehmen kann, ließ der britische Feldherr Kitchener das Grabmal bis auf den Boden abreißen und die Leiche des Madhi ausgraben. Danach wurde der Kopf vom Leib getrennt und der Rumpf in den Nil geworfen. Erst später wurde von britischer Seite die Wiederbestattung des Kopfes in Wadi Halfa angeordnet. Direkt neben dem Grab steht das Khalifa House, ein Museum, in dem Relikte aus der Zeit des Mahdi-Aufstand und Besatzerzeit, u.a. eines der ältesten Automobile der Welt, zu sehen sind.

Eine Vielzahl von Moscheen prägt das Bild der weiten Fläche der Stadt. Im Viertel Al-Masalam nördlich des zentralen Marktes gibt es eine große zweitürmige koptische Kirche. In Al-Mulazmeen gibt es außerdem die Kirche einer amerikanischen Mission. Auch die Radio- und Fernsehstation des Landes findet sich in Omdurman, im reicheren Stadtteil Al-Mulazmeen, direkt am Nil. Anders als in Khartum und al-Chartum Bahri sind die Nebenstraßen in Omdurman meistens unbefestigt. Auf ihnen finden sich vornehmlich PKW, Busse und Minibusse, Esel- und Pferdekarren, motorisierte Rikschas, Fußgänger und wenige Fahrradfahrer.

Weiter gibt es u.a. ein paar Restaurants am Nil oder in den Stadtteilen der reicheren Bevölkerung und sogenannte Clubs, in denen Platz für die großen Hochzeitsfeiern und andere Feierlichkeiten ist. Es gibt zwei Fußballstadien und mindestens zwei Kinos. Überall finden sich diverse kleine Läden, Esslokale und mobile Teeküchen entlang der Straßen.

Je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernt, kommen Obst- und Gemüsestände an der Straße dazu, auf weiten Flächen kann man Friedhöfe sehen. Die Ausläufer der Stadt bilden ärmliche Wohngegenden und Slums. An den Ufern des Nils wird in einem recht schmalen Streifen Ackerbau betrieben.

Bildung[Bearbeiten]

Hochschulen und Universitäten[Bearbeiten]

Dies ist eine noch unvollständige Liste aller Hochschulen und Universitäten in Omdurman:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3] World Gazetteer
  2. Encyclopedia Britannica von 1911: Band 20, Seite 101

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Omdurman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien