Operation London Bridge

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Operation London Bridge ist der Codename des Planes, der die Angelegenheiten nach dem Tod von Königin Elisabeth II. regelt.[1][2][3][4] Der Plan entstand ursprünglich in den 1960er Jahren und wird mehrmals im Jahr überarbeitet. Er umfasst Aktivitäten der Regierung, vom Metropolitan Police Service, der britischen Streitkräfte, der Church of England und den königlichen Parks in London. Einige Schlüsselentscheidungen des Planes kamen von der Königin persönlich, andere werden erst von ihrem Nachfolger getroffen. Mit dem Satz London Bridge is down wird der Tod Elisabeths dem Premierminister verkündet.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sir Edward Young, der seit 2017 Privatsekretär der Königin ist, nimmt eine Schlüsselstellung in der Operation London Bridge ein.[1] Er wird den amtierenden Premierminister über eine gesicherte Telefonleitung kontaktieren und diesen mit dem Satz „London Bridge is down“ über den Tod der Königin informieren, im Anschluss informiert das Außenministerium die 52 Regierungen der Staaten des Commonwealth.[1]

Danach werden die Medien informiert: die BBC durch das Radio Alert Transmission System (RATS), die meisten privaten Radiosender werden durch sogenannte „obit lights“ (blaue Signalleuchten) informiert, die den Tod eines Mitgliedes der Königlichen Familie oder auch anderer nationaler Berühmtheiten ankündigen, zusätzlich gibt es Presseaussendungen von PA Media (früher Press Association). Richtlinien dazu halten Mitarbeiter zum Spielen „sanfter Musik“ sowie darauf an, einen Nachrichtenblock anzukündigen. Laut dem Guardian haben die Times, ITN und Sky News bereits einen elfseitigen Nachruf vorbereitet, bei den in Proben anstatt des Namens der Königin „Mrs. Robinson“ verwendet wurde.[1]

Zusätzlich unterbrechen sämtliche BBC-Kanäle (BBC 1, BBC 2 und BBC 4) unverzüglich einen Tag lang ihr Programm und senden stattdessen durchgehend die BBC News.

Ein Diener bringt am Buckingham-Palast eine schwarz umrandete Todesanzeige an. Die Website der Regierung sowie die der Royal Family und alle Social-Media-Kanäle sollen ein schwarzes Banner zeigen. Zehn Minuten nach Bekanntmachung des Todes soll die Trauerbeflaggung der britischen Monarchie vollzogen sein.[5] Das Parlament tritt zusammen, und am Tag nach dem Tod proklamiert das Accession Council den Thronfolger Prinz Charles[5], weiterhin tritt am Abend des folgenden Tages das Parlament erneut zusammen und schwört dem Thronfolger die Treue.[1]

Das Staatsbegräbnis findet zehn Tage[5] nach dem Tod der Königin in der Westminster Abbey statt, danach wird ihr Sarg in der St. Georges-Kapelle von Windsor Castle beerdigt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Sam Knight: 'London Bridge is down': the secret plan for the days after the Queen’s death (en). In: The Guardian, 17. März 2017. Abgerufen am 27. Juni 2017. 
  2. Maya Oppenheim: Operation London Bridge: Secret Buckingham Palace plan for Queen's death revealed (en). In: The Independent, 16. März 2017. Abgerufen am 27. Juni 2017. 
  3. George Bowden: Operation London Bridge Reveals What Happens When The Queen Dies (en). In: The Huffington Post, 16. März 2017. Abgerufen am 27. Juni 2017. 
  4. Toby Meyjes: There's a secret code word for when the Queen dies (en). In: Metro, 16. März 2017. Abgerufen am 27. Juni 2017. 
  5. a b c Britain’s plan for when Queen Elizabeth II dies. 3. September 2021, abgerufen am 3. September 2021 (amerikanisches Englisch).