Oqaatsut

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Oqaatsut (Kormorane)
Rodebay (Rote Bucht)
Oĸaitsut
Oqaatsut (2008)
Oqaatsut (2008)
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Ilulissat
Geographische Lage 69° 19′ 53″ N, 50° 57′ 46″ WKoordinaten: 69° 19′ 53″ N, 50° 57′ 46″ W
Oqaatsut (Grönland)
Oqaatsut
Höhe m
Einwohner 37
(1. Januar 2017)
Gründung 1877
Zeitzone UTC-3

Oqaatsut [ɔˈqaːt͡sːut] (nach alter Rechtschreibung Oĸaitsut) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Ilulissat in der Avannaata Kommunia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen von Oqaatsut in der Bucht Umiarsualivik (2015)

Oqaatsut liegt auf einer Landspitze an der zentralen Westküste der Halbinsel Paakitsup Nunaa 14 km nördlich des Kommunehauptorts Ilulissat. Die Meerenge Ikerasannguaq trennt Oqaatsut von der Insel Qeqertaq. Sie bildet die Bucht Umiarsualivik an der Ostküste Oqaatsuts.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oqaatsut (2010)

Oqaatsut wird seit dem 18. Jahrhundert von den Inuit sowie von Walfängern bewohnt, allerdings wurde der Ort erst 1877 zum Udsted, also zu einem Handelsposten erhoben, was als offizielle Gründung angesehen werden kann. Der alte Name Rodebay („Rote Bucht“) geht auf die niederländischen Walfänger zurück, die sich zu dieser Bezeichnung von der Färbung des Wassers nach erfolgreichem Walfang inspirieren ließen.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haupterwerb in Oqaatsut aus Jagd und Fischerei. In der im Jahr 2000 privatisierten Fischfabrik werden Heilbutt und Dorsch verarbeitet und unter anderem Ræklinger (Trockenfischstreifen) hergestellt. Die Nähe zur grönländischen Touristenhochburg Ilulissat begünstigt ebenfalls den Tourismus in Oqaatsut.[2] Durch Unterstützung der WWF konnte der Ökotourismus in Oqaatsut gestärkt werden.[3] Seit 2011 gibt es in Oqaatsut ein von Ole Dorph betriebenes Hotel.[4] Durch ein 2015 in Oqaatsut ertrunkenes deutsches Ehepaar wurde das Restaurant H8 betrieben.[5]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oqaatsut gibt es einen Heliport, der jedoch nicht beflogen wird. Der Transport wird vollständig per Schiff, Schneemobil und Hundeschlitten abgewickelt. Innerhalb des Orts gibt es keine befestigten Wege.

Die Strom- und Wasserversorgung wird von Nukissiorfiit gewährleistet. Die Wasserbereitstellung erfolgt dabei durch eine Meerwasserentsalzungsanlage. Müll und Abwasser werden über die Deponie nördlich von Oqaatsut entsorgt. TELE Greenland stellt die telekommunikative Anbindung des Ortes bereit.[2]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bereitstellung von Gütern existiert in Oqaatsut eine Pilersuisoq-Filiale. Die Oqaatsut Atuarfiat, Oqaatsuts Schule, wird von etwa fünf Schülern besucht, die anschließend eine weiterführende Schule in Ilulissat besuchen. Die Schule ist im selben Gebäude wie die Kirche untergebracht. In Oqaatsut gibt es des Weiteren eine Krankenstation und eine Gemeinschaftswerkstatt. Mehrere Gebäude in Oqaatsut werden als erhaltungswürdig eingestuft: Ein Packhaus von 1894, ein Bürogebäude von 1898, das alte Versammlungsgebäude von 1923 und der aus demselben Jahr stammende alte Laden.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oqaatsut ist das kleinste Dorf im Distrikt Ilulissat und auch eines der kleinsten der Kommune. Die Einwohnerzahl sinkt stetig, weswegen der Ort in den letzten vierzig Jahren zwei Drittel seiner Einwohner verloren hat.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oqaatsut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. a b c d Oqaatsut bei qaasuitsup-kp.cowi.webhouse.dk
  3. In the first person: Pete Ewins of WWF Canada bei panda.org
  4. Nyt bygdehotel bei knr.gl
  5. Wir trauern um unsere Freunde bei vogtlandspiegel.de
  6. Einwohnerzahl Oqaatsut 1977–2018 bei bank.stat.gl