Oskar Josef Beck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Oskar Josef Beck (* 7. Oktober 1936 in München) ist ein deutscher Neurochirurg und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beck studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er legte 1962 das medizinische Staatsexamen ab. 1964 erhielt er die Approbation als Arzt und absolvierte anschließend eine Ausbildung in Allgemeinchirurgie. Er promovierte 1966 zum Dr. med. mit dem Thema „Die Arachnitis adhaesiva cystica posttraumatica der hinteren Schädelgrube“.[1] 1966 war er Mitinitiator beim Aufbau des Notarztdienstes an der chirurgischen Poliklinik in München. 1967 begann er die Ausbildung in der Neurochirurgie der LMU. 1978 wurde er Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik der LMU. 1983 habilitierte sich Beck und wurde zum Privatdozenten mit Lehrbefugnis für das Fach Neurochirurgie ernannt. 1985 wurde Beck zum C2-Professor für Neurochirurgie berufen.[2]

Am Höhepunkt seiner operativen Tätigkeit (ca. 4000 Operationen) als langjähriger Leitender Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik der LMU und seiner beruflichen Karriere war er 1992–1994 Präsident der Laser Association of Neurological Surgeons International (LANSI). Er organisierte das 11th Annual Meeting Laser Association of Neurological Surgeons International am 9. bis 11. September 1993 im Platzl Hotel in München.[3]

Beck widmete sich schon früh dem Einsatz der Lasertechnik in der Neurochirurgie.[4][5][6][7] Er gehörte zu der ersten Arbeitsgruppe zur Entwicklung der Laserbehandlung in der Neurochirurgie, die sich 1973/1974 in München etablierte.[8]

Im Kontext der Debatte um die Definition des Hirntods vertritt Beck die Auffassung, dass der Hirntod zwar unumkehrbar den Sterbeprozess einleite, im Körper des Hirntoten jedoch erkennbar noch biologisches Leben vorhanden sei. Hirntote seien von daher als Sterbende anzusehen. Er vertrat deshalb im Zusammenhang mit dem Transplantationsgesetz eine enge Zustimmungslösung.[9][10] Eine Rezension stellt Becks Positionen zu den Fragen nach der Definition des Hirntods im Zusammenhang von Organtransplantationen sowie den Umgang mit den Versuchstieren bei Tierversuchen ins Zentrum.[11]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oskar Josef Beck: Die Arachnitis adhaesiva cystica posttraumatica der hinteren Schädelgrube, Dissertation München 1966
  2. Chronik der Ludwig-Maximilians-Universität München 1984–1986. 1986, S. 30.
  3. Einladung zur Veranstaltung mit Vorwort O. J. Beck
  4. Use of the Nd-YAG laser in neurosurgery – SpringerLink In: Neurosurgical Review, June 1984, Volume 7, Issue 2, pp 151–158, abgerufen am 10. März 2017
  5. The use of the Nd-YAG laser in neurosurgery – Beck – 1985 – Lasers in Surgery and Medicine – Wiley Online Library In: Lasers in Surgery and Medicine, Volume 5, Issue 4, 1985, Pages 345–356, abgerufen am 10. März 2017
  6. Laser-gestützte, intraoperative Tumor-Fluoreszenzdiagnose mit disulfoniertem Aluminium-Phthalozyanin als Hilfsmittel für die mikrochirurgische Entfernung von Gehirntumoren Tierexperimentelle Untersuchungen
  7. Klinische Erfahrungen mit dem Holmium-YAG-Laser in der Neurochirurgie. Laser in der Medizin, S. 194-203.
  8. Deutsche Gesellschaft für Lasermedizin: Geschichte, abgerufen am 4. März 2017
  9. Gisela Klinkhammer: Abtreibung: Wann beginnt das Lebensrecht?, Abschnitt: Hirntoddiagnostik. In: Deutsches Ärzteblatt. 93 (34–35), 1996, S. A-2140 / B-1816 / C-1708; abgerufen am 4. März 2017
  10. KAO – Kritische Aufklärung über Organtransplantation: Themenbereiche – Hirntod und Organspende abgerufen am 10. März 2017
  11. Maria Overdick-Gulden: Neurochirurgie und Hirntod. Rezension zu Oskar Josef Beck: München und die Neurochirurgie. Von den Anfängen bis zur Laserchirurgie. In: Lebensforum 2017/1, S. 31 pdf